RedWing-Malware: Android-Trojaner klaut Bankdaten per Telegram
Veröffentlicht am: 08.07.2026 um 20:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
RedWing wird als professioneller Mietdienst (Malware-as-a-Service) über Telegram vertrieben – und zielt auf Bankzugangsdaten und die Geräteübernahme ab.
Vertrieb per Telegram-Bot
Die Malware ist eine Weiterentwicklung der Schadsoftware Oblivion, wie Analysen von Zimperium zLabs zeigen. Die Hintermänner bieten RedWing in verschiedenen Abonnementstufen an – ab etwa 300 Dollar pro Monat.
Ein spezieller Telegram-Bot erlaubt es Kunden, ohne Programmierkenntnisse eigene Malware-Apps zu erstellen. Zum Service gehören Dokumentationen, Tutorials und sogar Rabattaktionen.
So gelangt RedWing aufs Handy
Die Verbreitung läuft über Phishing-Links. Die Opfer landen auf gefälschten Webseiten, die legitime Plattformen wie den Google Play Store, den Samsung Galaxy Store oder die Huawei AppGallery imitieren.
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Für die Infektion müssen Nutzer die App manuell installieren (Sideloading). Nach der Installation fordert die Anwendung Schritt für Schritt weitreichende Berechtigungen ein: Zugriff auf SMS, Benachrichtigungen und vor allem die Aktivierung der Android-Zugänglichkeitsdienste (Accessibility Services). Die erlauben der Malware, Bildschirminteraktionen zu überwachen und Sicherheitsmechanismen zu umgehen.
Was die Malware alles kann
RedWing ist mehr als ein simpler Datendieb. Die Sicherheitsforscher dokumentierten ein ganzes Arsenal an Angriffsfunktionen:
- Finanzbetrug: Overlay-Angriffe überlagern Anmeldeseiten von Bank-Apps mit eigenen Eingabemasken. Einmalpasswörter (OTP) liest die Software direkt aus SMS-Nachrichten aus.
- Fernsteuerung: Live-Screen-Streaming, Keylogging, Zugriff auf Kamera, Mikrofon und das Dateisystem.
- Kommunikationsmanipulation: Spezielle Steuercodes leiten Anrufe um – das unterwandert die Zwei-Faktor-Authentifizierung per Telefon.
- Zusatzfunktionen: Die Malware kann auch DDoS-Angriffe ausführen.
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Zielscheibe: Russische Finanzinstitute
Bisher identifizierten Analysten 82 Institutionen im Visier der Angreifer. Der Schwerpunkt liegt auf russischen Finanzunternehmen. Aufgrund der Infrastruktur und Zielauswahl vermuten Experten Verbindungen zu Akteuren aus dem russischsprachigen Raum.
Grundsätzlich gilt: Apps nur aus offiziellen Quellen beziehen. Wer zur Aktivierung von Bedienungshilfen aufgefordert wird, sollte hellhörig werden.
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