REDUCE-IT-Studie, Icosapent-Ethyl

REDUCE-IT-Studie: 4 g Icosapent-Ethyl senkten Risiko um 25 Prozent

Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 03:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
SDA-reiche Öle erhöhten bei Mäusen EPA, während die DHA-Wirkung begrenzt blieb; weitere Abschnitte vergleichen Quellen und Studienergebnisse.
Goldene Öl-Tropfen auf einer strukturierten Steinoberfläche bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Eine Untersuchung der Universität São Paulo in der Fachzeitschrift Lipids liefert neue Einblicke in pflanzliche Alternativen zur Zufuhr von Eicosapentaensäure (EPA). Die brasilianischen Forscher wiesen an Mäusen nach, dass die Verabreichung von Ölen mit hohem Anteil an Stearidonsäure (SDA), wie Ahiflower- oder Echium-Öl, zu deutlich erhöhten EPA-Werten in verschiedenen Geweben führt.

Im menschlichen und tierischen Stoffwechselweg steht SDA eine Stufe näher an EPA als die weit verbreitete Alpha-Linolensäure (ALA). Allerdings fiel die Wirkung auf Docosahexaensäure (DHA) in der Untersuchung weniger ausgeprägt aus, womit für DHA-spezifische Effekte weiterhin marine Quellen oder Algen notwendig bleiben. Konkrete Dosierungs- oder Prozentwerte nannte der Bericht zu der Studie nicht.

Stoffwechselwege und biologische Mechanismen von EPA

Dass pflanzliche Alternativen zunehmend in den Fokus rücken, hängt auch mit der bekannten Ineffizienz der Umwandlung von ALA im menschlichen Organismus zusammen. Während in der westlichen Ernährung das Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren bei etwa 10:1 bis 20:1 liegt – im Vergleich zu einem als ideal beschriebenen Wert von etwa 4:1 –, spielt die gezielte Verfügbarkeit von EPA eine zentrale Rolle im Entzündungsgeschehen.

Wie das Unternehmen Ningbo Inno Pharmchem darlegte, konkurriert EPA in den Zellmembranen mit der Omega-6-Fettsäure Arachidonsäure um Enzyme. EPA wird dort zu weniger entzündlichen Eicosanoiden wie Resolvinen und Protectinen umgewandelt. Ningbo Inno Pharmchem verwies auf das therapeutische Potenzial von EPA bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Autoimmunerkrankungen sowie Depressionen, bei denen EPA laut Untersuchungen depressive Symptome lindern kann.

Zufuhrformen: Phospholipide im Vergleich zu Triglyceriden

Neben pflanzlichen Quellen stehen marine Trägerformen im Blickpunkt der Forschung. Ningbo Inno Pharmchem hob hervor, dass Krillöl EPA und DHA an Phospholipide bindet, während herkömmliches Fischöl diese typischerweise an Triglyceride koppelt.

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Phospholipide ermöglichen als natürliche Bausteine der Zellmembranen demnach eine effizientere zelluläre Integration. Studien deuten laut dem Unternehmen auf eine effektivere Senkung des Triglyceridspiegels sowie entzündungshemmende Effekte von Krillöl hin, selbst bei geringeren Dosen.

Der Hersteller Aker BioMarine berichtete in einer bezahlten Veröffentlichung über Ergebnisse der Ramprasath-Crossover-Studie zu seinem Produkt Superba Krill: Bei gleicher Omega-3-Dosis habe Krillöl den Omega-3-Index um 1,04 Prozentpunkte gesteigert, verglichen mit 0,47 Prozentpunkten durch Fischöl (ein 2,2-facher Anstieg).

Bei Krillöl mit doppeltem Phospholipid-Gehalt betrug der Zuwachs 1,03 Prozentpunkte gegenüber 0,31 Prozentpunkten (3,3-fach). Zudem verwies das Unternehmen auf eine Netzwerk-Metaanalyse aus dem Jahr 2024 über 22 randomisierte kontrollierte Studien, die Krillöl eine gute Bioverfügbarkeit besonders bei niedrigen EPA- und DHA-Dosen bescheinige.

Klinische Studienlage und Dosierungen bei Entzündungen

Der Omega-3-Index, definiert als der prozentuale Gewichtsanteil von EPA und DHA an den Gesamtfettsäuren in den Membranen roter Blutkörperchen, spiegelt den Versorgungsstatus über einen Zeitraum von 80 bis 120 Tagen wider.

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Während Werte unter 4% mit einem höheren kardiovaskulären Risiko assoziiert sind und Werte von 8 bis 12% als ideal gelten, liegt der europäische Durchschnitt lediglich bei 4,0 bis 4,5%.

Ein Review aus dem Jahr 2026 über 96 Studien ergab, dass die Integration von Omega-3-Fettsäuren Entzündungsmarker wie CRP, IL-6 und TNF-alpha senken kann, insbesondere bei bestehenden Vorerkrankungen. Die stärksten Effekte traten bei einer täglichen Zufuhr von 1 bis 3 g EPA und DHA auf, wenngleich sich keine einheitliche Idealdosis ableiten ließ.

Dagegen zeigte eine Teilstudie der VITAL-Untersuchung bei gesunden Erwachsenen nach zwei und vier Jahren keine signifikante Reduktion der Entzündungsmarker. Auch in den Studien VITAL und ASCEND führten rund 840 mg EPA und DHA täglich zu keiner signifikanten Verringerung primärer kardiovaskulärer Ereignisse.

Demgegenüber ergab die REDUCE-IT-Studie mit über 8.000 Hochrisikopatienten unter Statintherapie bei einer Gabe von 4 g Icosapent-Ethyl täglich eine relative Risikoreduktion von 25% (primärer Endpunkt 17,2% gegenüber 22% nach rund fünf Jahren).

Die Europäische Gesellschaft für Kardiologie nahm diesen Ansatz in ihre Leitlinien von 2025 auf und empfiehlt, hochdosiertes Icosapent-Ethyl bei bestimmten Hochrisikopatienten mit persistierend erhöhten Triglyceriden zu erwägen.

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