ReD-Modell, Waymo

ReD-Modell: Waymo beweist Robotaxi-Sicherheit wissenschaftlich

12.06.2026 - 10:24:36 | boerse-global.de

Waymo und die TU Delft entwickeln ein wissenschaftliches Modell, das die Sicherheit autonomer Fahrzeuge im Vergleich zu menschlichen Fahrern belegt.

Waymo und TU Delft: Neues Modell beweist Sicherheit von Robotaxis
ReD-Modell - Ein Waymo-Roboter-Taxi fährt auf einer Stadtstraße, überlagert von einem transparenten Netz, das künstliche Intelligenz und Sicherheit darstellt. 12.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Google-Ableger Waymo hat gemeinsam mit der TU Delft ein wissenschaftliches Modell entwickelt, das die Sicherheit autonomer Fahrzeuge mit menschlichen Fahrern vergleicht. Die Ergebnisse sind vielversprechend.

ReD-Modell: Wie sicher fahren Roboter?

Das sogenannte Reference Driver (ReD)-Modell wurde am 10. Juni im Fachjournal Nature Communications veröffentlicht. Es dient als standardisierte Messlatte für die Unfallvermeidung autonomer Systeme. Der entscheidende Unterschied zu früheren Ansätzen: ReD bildet nicht nur reaktive Ausweichmanöver ab, sondern simuliert proaktive Risikovermeidung nach dem Vorbild eines aufmerksamen Menschen.

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Die Forscher integrierten mehrere kognitive Verhaltensweisen in das Modell. Dazu gehört der „Looming"-Effekt – die Wahrnehmung eines sich nähernden Objekts – sowie ein Filter für Verkehrsregeln, der die Entscheidungsfindung beeinflusst. Auch menschliche Einschränkungen wie die dokumentierte Verzögerung von 0,2 Sekunden beim Wechsel zwischen den Pedalen wurden berücksichtigt.

Waymo hat den Forschungscode des ReD-Modells unter einer akademischen Lizenz veröffentlicht. Gemeinsam mit der Society of Automotive Engineers (SAE) arbeitet das Unternehmen daran, das Modell als Branchenstandard für Sicherheitsvalidierungen zu etablieren.

Konkrete Unfallanalyse: Roboter bremst besser

Bereits im Januar 2026 nutzte Waymo einen Vorgänger des aktuellen Modells, um einen Zusammenstoß mit einem Kind in Santa Monica zu analysieren. Damals erfasste das Robotaxi den Fußgänger bei einer Geschwindigkeit von knapp zehn km/h. Die Simulation ergab: Ein menschlicher Fahrer hätte das Kind bei etwa 22 km/h getroffen.

Durch die Skalierung des neuen ReD-Modells auf Tausende ähnlicher Szenarien will Waymo einen wissenschaftlich fundierten Sicherheitsnachweis für seine gesamte Flotte erbringen.

Nationale Kampagne: „Because" soll Vertrauen schaffen

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Einen Tag nach der Veröffentlichung startete Waymo am 11. Juni die nationale Markenkampagne „Because". Ziel ist es, das Unternehmen als den vertrauenswürdigsten Fahrer auf den Straßen zu positionieren. Die Kampagne verweist auf das enorme Ausmaß der Verkehrssicherheitsprobleme in den USA: Mehr als eine Million Menschen werden dort jährlich bei Unfällen verletzt.

Der Vorstoß kommt zu einem strategisch günstigen Zeitpunkt. Waymo betreibt bereits vollständig autonome Taxidienste in San Francisco, Phoenix und Los Angeles. Schätzungen zufolge absolviert der Dienst inzwischen Hunderttausende autonome Fahrten pro Woche, darunter über 150.000 bezahlte Fahrten.

Durch die Kombination von akademischer Forschung und öffentlichkeitswirksamer Kampagne versucht Waymo den Sprung vom regionalen Pilotprojekt zum standardisierten, national anerkannten Verkehrsdienst. Das Unternehmen betont, ein „umsichtiges und selbstbewusstes" Fahrerlebnis bieten zu wollen, das die Sicherheitsfähigkeiten des durchschnittlichen Autofahrers übertrifft.

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