Recycling-Brände, Lithium-Akkus

Recycling-Brände: Lithium-Akkus verursachen täglich 30 Feuer

09.06.2026 - 06:42:27 | boerse-global.de

Falsch entsorgte Lithium-Batterien verursachen täglich 30 Brände in deutschen Recyclinganlagen. Die Sammelquote liegt bei nur 13 Prozent.

Lithium-Akkus in Recyclinganlagen: Brandgefahr steigt drastisch
Recycling-Brände - Rauchender Müllhaufen mit Elektronikschrott und Batterien in einer Recyclinganlage, der die Brandgefahr durch falsch entsorgte Akkus darstellt. 09.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Branche schlägt Alarm.

Ein Forschungsprojekt der Montanuniversität Leoben zeigt: Die Zahl falsch entsorgter Lithiumbatterien im Restmüll stieg innerhalb von zehn Jahren um 300 Prozent. Pro Tonne Restmüll finden sich heute etwa acht Lithiumbatterien. Das bedeutet rund 70 potenzielle Brandherde pro durchschnittlichem Müllwagen. Schätzungsweise 17 Millionen Batterien landen jährlich im Restmüll – die Sammelquote liegt in Österreich bei mageren 13 Prozent.

Täglich 30 Brände in deutschen Recyclinganlagen

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Der Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft (BDE) schätzte für 2025: Bundesweit lösen beschädigte Akkus täglich etwa 30 Brände in Recyclinganlagen aus. Besonders kritisch sind Einweg-E-Zigaretten, sogenannte Vapes. In Nordrhein-Westfalen forderten vier Minister bereits ein Verbot der Produkte.

Der Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB) dokumentierte für 2025 insgesamt 36 größere Brandereignisse in der Abfallwirtschaft, die auf solche Zündquellen zurückgingen.

Dritter Brand in Worms binnen Wochen

Die jüngsten Vorfälle zeigen die Dimension. In Worms brannte es auf dem Gelände eines Rohstoffhandels am 6. Juni zum dritten Mal innerhalb kurzer Zeit – nach Bränden am 23. April und Ende Mai. Die Polizei schloss Brandstiftung aus. Die Ursache: vermutlich unsachgemäß entsorgte Akkus aus E-Zigaretten.

In Gundersheim (Kreis Alzey-Worms) brach am selben Tag ein Brand auf einem Recyclinghof aus. Videoaufnahmen belegen: Das Feuer entstand in einem Haufen aus Elektroschrott, Papier und Pappe ohne menschliches Einwirken. Rund 90 Einsatzkräfte waren nötig, um die Flammen zu löschen.

Aufwendige Löscharbeiten in Berlin

Auch in Berlin-Reinickendorf mussten Einsatzkräfte am 9. Juni ausrücken: 40 Kubikmeter Sperrmüll standen auf einer Freifläche in Brand. Die Löscharbeiten gestalteten sich wegen der Materialverdichtung besonders aufwendig.

Neben technischen Defekten bleibt Brandstiftung ein Thema. In Wildeshausen-Bargloy brannte zwischen dem 6. und 7. Juni ein Bürocontainer auf einem Wertstoffhof vollständig aus. Die Ermittler gehen von vorsätzlicher Tat aus. Der Schaden: rund 15.000 Euro.

Bremen verschärft Bußgelder

Die Kommunen reagieren mit härteren Sanktionen. In Bremen gilt seit Mai 2026 ein neuer Bußgeldkatalog. Die illegale Entsorgung von Sperrmüll ab einem Kubikmeter Volumen kann mit bis zu 2.500 Euro geahndet werden. Kleinere Verstöße kosten mindestens 50 Euro.

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Hintergrund: Die Vermüllung in Stadtteilen wie Bremen-Hemelingen nimmt zu. Neben Restmüll und Sperrmüll landen dort abgemeldete Fahrzeuge und Ölfässer auf öffentlichen Flächen. Die Beseitigung dieser Ablagerungen bindet laut Stadtreinigung erhebliche Ressourcen.

Technische Defekte als zusätzliche Gefahr

Am 8. Juni löste die Brandmeldeanlage einer Müllverbrennungsanlage in Büddenstedt aus. Ursache war ein technischer Defekt in der Absauganlage. Es kam zu Rauchentwicklung, aber keinem offenen Feuer. Solche Vorfälle zeigen: Die Anlagen brauchen hochsensible Sicherheitssysteme – die Abfallgemische werden zunehmend instabiler.

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