Rechtsherzinsuffizienz, HFSA

Rechtsherzinsuffizienz: HFSA fordert Anerkennung als eigenes Syndrom

Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 23:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die HFSA legt Standards für die Akutversorgung fest und rät von PAH-Therapien bei linksbedingter pulmonaler Hypertonie ab.
Ein minimalistischer, klinischer Raum einer modernen Intensivstation mit medizinischer Ausrüstung in neutralem Licht. Illustration mit AI erstellt.

In der Kardiologie erfährt die Rechtsherzinsuffizienz eine grundlegende Neubewertung. Wie aus einem Bericht vom 27. Oktober 2026 hervorgeht, fordert die Heart Failure Society of America (HFSA) in einem wissenschaftlichen Grundsatzdokument im Fachblatt Journal of Cardiac Failure, die rechtsseitige Herzschwäche als ein eigenständiges klinisches Syndrom anzuerkennen.

Bislang wurde das Krankheitsbild in der klinischen Praxis und Forschung häufig primär als bloße Folgeerscheinung linksseitiger Herzerkrankungen eingestuft.

Erhebliche Belastungen für die klinische Versorgung

Die Initiative der Fachgesellschaft zielt darauf ab, die Diagnostik und Versorgung betroffener Patienten zu schärfen. Eine isolierte oder führende Rechtsherzinsuffizienz geht mit erheblichen Auswirkungen auf den Versorgungsalltag einher: Laut dem Statement der HFSA führt das Syndrom zu längeren Krankenhausaufenthalten, einer überdurchschnittlich hohen Inanspruchnahme von Intensivstationen sowie zu häufigen stationären Wiederaufnahmen.

Die Autoren des Positionspapiers, Manreet K. Kanwar von der University of Chicago und Ryan J. Tedford von der Medical University of South Carolina, heben hervor, dass eine präzisere Klassifizierung notwendig ist, um diesen klinischen Herausforderungen strukturiert zu begegnen.

Das Drei-Säulen-Konzept für die Intensivstation

Für das akute Management von Patienten mit Rechtsherzinsuffizienz auf der Intensivstation definiert die HFSA ein standardisiertes Vorgehen. Dieser evidenzbasierte Ansatz stützt sich auf drei zentrale Säulen:

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  • Optimierung der Vorlast: Eine sorgfältige Steuerung des Volumenstatus, um eine Überwässerung oder Unterfüllung der Herzkammern zu vermeiden.
  • Senkung des rechtsventrikulären Nachlasts: Gezielte Maßnahmen zur Reduktion des Widerstands, gegen den die rechte Herzkammer anpumpen muss.
  • Unterstützung von Kontraktilität und Perfusion: Der Einsatz therapeutischer Mittel zur Steigerung der Pumpkraft des Herzmuskels und zur Sicherstellung einer ausreichenden Durchblutung der lebenswichtigen Organsysteme.

Durch diese strukturierte Aufteilung soll das medizinische Personal auf Intensivstationen in die Lage versetzt werden, therapeutische Entscheidungen zielgerichtet auf die spezifische Hämodynamik des rechten Ventrikels abzustimmen.

Differenzierte Empfehlungen zur medikamentösen Therapie

Ein weiterer Schwerpunkt des wissenschaftlichen Statements liegt auf der Abgrenzung medikamentöser Behandlungsstrategien. Die HFSA spricht sich klar dagegen aus, zielgerichtete Therapien gegen pulmonal-arterielle Hypertonie routinemäßig bei jenen Patienten einzusetzen, deren pulmonale Hypertonie infolge einer linksseitigen Herzerkrankung entstanden ist.

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