Reality Composer Pro 3: Apple integriert Code der eingestellten Spiele-Engine
25.06.2026 - 01:16:22 | boerse-global.de
In Apples Entwickler-Tool Reality Composer Pro 3 schlummern Überreste einer totgeglaubten Spiele-Engine. Das wirft Fragen auf.
Entwickler haben in der aktuellen Beta-Version von Reality Composer Pro 3 mehr als 40 Verweise auf „The Machinery" entdeckt – eine Hochleistungs-Spiele-Engine, die 2022 offiziell eingestellt wurde. Die Software, die Ende Juni im Rahmen der WWDC erschien, scheint architektonische Elemente des eingestellten Systems zu enthalten. Branchenbeobachter vermuten, dass Apple die Technologie still und heimlich übernommen hat.
Was im Code schlummert
Der Entwickler Nicolás Alvarez identifizierte die Spuren in dem Tool, mit dem 3D-Inhalte für die Vision Pro erstellt werden. Besonders auffällig: Die Datenbank-Architektur namens „The Truth", ein zentrales Element von The Machinery, scheint in Apples Entwicklungsumgebung integriert zu sein. Die Ähnlichkeiten gehen über bloße Namenskonventionen hinaus – Projektstruktur und Asset-Management weisen deutliche Parallelen auf.
Personalie als Indiz
Die Code-Funde passen zu einem personellen Wechsel: Tricia Gray, die ehemalige CEO von Our Machinery – dem Unternehmen hinter der Engine – arbeitet inzwischen in Apples Spatial-Computing-Team. Eine offizielle Bestätigung für eine Übernahme der Technologie gibt es nicht. Doch die Kombination aus Code-Überresten und dem Engagement der früheren Führungskraft spricht für eine strategische Integration der effizienten Arbeitsabläufe in visionOS.
visionOS 27: Neue Funktionen für die Vision Pro
Parallel zu diesen Entdeckungen treibt Apple die Weiterentwicklung seines Betriebssystems voran. Am 23. Juni erschien die zweite Entwickler-Beta von visionOS 27 (Build 24M5306i). Die wichtigsten Neuerungen:
- Siri mit KI: Der Sprachassistent nutzt jetzt große Sprachmodelle für natürlichere Interaktionen in räumlichen Umgebungen
- Neue Umgebungen: Die isländische Landschaft Thórsmörk wurde ergänzt, Panoramafotos lassen sich in immersive Welten umwandeln
- Bedienung: Überarbeitetes Kontrollzentrum, kleinere Widgets und gebogene Fenster
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Hochleistungs-Simulationen auf dem Headset
Der Vision Pro öffnet sich zudem für anspruchsvolle PC-Simulationen. X-Plane 12 und iRacing erscheinen für das Headset. Sie nutzen foveated Streaming und benötigen spezifische Hardware – darunter Nvidias Ada- und Blackwell-GPU-Architekturen.
Die Realität der Produktion
Wie aufwendig Inhalte für die Vision Pro sind, zeigt der Konzertfilm „Debut at the BBC Proms". Regisseur Ian Russell drehte mit fünf Blackmagic URSA Cine Immersive Kameras (Dual-8K-Sensoren). Die Produktion musste strenge Abstandsregeln einhalten – ein Meter Abstand zwischen den Kameras war Pflicht. Die Renderzeit betrug 30 Minuten für 30 Sekunden Filmmaterial. Genau solche Herausforderungen sollen die verfeinerten Tools in Reality Composer Pro 3 künftig entschärfen.
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