RCS-Verschlüsselung: Erstmals Ende-zu-Ende zwischen iPhone und Android
06.06.2026 - 04:32:04 | boerse-global.de
Der Technologiekonzern Apple und Google haben am 5. Juni 2026 einen Beta-Test für die neue Sicherheitsfunktion gestartet. Damit schließen die beiden Rivalen eine der größten Sicherheitslücken in der mobilen Kommunikation.
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Technische Details der neuen Verschlüsselung
Die Funktion ist in iOS 26.5 integriert und erfordert die aktuelle Version von Google Messages. Grundlage ist der RCS Universal Profile 3.0, der das Message Layer Security (MLS)-Protokoll nutzt. Die Verschlüsselung aktiviert sich automatisch – sowohl für neue als auch für bestehende RCS-Chats zwischen kompatiblen Geräten.
Die Inhalte der Nachrichten bleiben damit vor Mobilfunkanbietern und unbefugten Dritten geschützt. Allerdings gibt es Einschränkungen: Datenschutzorganisationen wie die Electronic Frontier Foundation (EFF) weisen darauf hin, dass Metadaten – also Informationen darüber, wer mit wem und wann kommuniziert – weiterhin sichtbar bleiben. Zudem sind iCloud-Backups nicht automatisch Ende-zu-Ende-verschlüsselt, es sei denn, Nutzer aktivieren den erweiterten Datenschutz.
Schutz vor Deepfake-Anrufen
Google hat bereits am 4. Juni eine weitere Sicherheitsfunktion vorgestellt: Die „Fake Call Detection“ für Android 12 und neuere Geräte soll gegen die zunehmende Identitätstäuschung helfen. Das System führt im Hintergrund einen stillen RCS-Handshake zwischen den Geräten durch, um zu prüfen, ob ein Anruf tatsächlich von einem legitimen Kontakt stammt.
Schlägt die Verifizierung fehl, erscheint eine Warnung auf dem Bildschirm. Der Nutzer wird so vor möglicherweise gefälschten oder KI-generierten Deepfake-Anrufen gewarnt. Der Rollout beginnt mit Pixel-Geräten, weitere Hersteller wie Samsung sollen folgen.
Der Bedarf ist enorm: Laut INTERPOL belaufen sich die weltweiten Verluste durch Identitätsbetrug auf umgerechnet rund 370 Milliarden Euro. Allein in den USA entstand den Verbrauchern durch Identitätsdiebstahl im Jahr 2024 ein Schaden von rund 2,7 Milliarden Euro, wie die US-Handelsbehörde FTC mitteilte.
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Ausblick und kommende Updates
Die RCS-Verschlüsselung folgt auf die Veröffentlichung von iOS 26.5 am 20. Mai 2026. Dieses Update brachte unter anderem EU-spezifische Änderungen für Drittanbieter-Wearables und schloss mehr als 50 Sicherheitslücken. Ein kleineres Update, iOS 26.5.1, behob anschließend Hardware-Probleme beim iPhone 17 und iPhone Air – darunter ein Bug, der das kabelgebundene Laden bei niedrigem Akkustand verhinderte.
Die Branche blickt nun auf die Worldwide Developers Conference (WWDC) 2026, die am 8. Juni beginnt. Branchenkreisen zufolge könnte iOS 27 weitere KI-Integrationen bringen – allerdings wohl nur für neuere Geräte. Ältere Modelle wie die iPhone-11-Serie und das iPhone SE der zweiten Generation werden voraussichtlich kein großes Update mehr erhalten.
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