Rauchen, Demenz

Rauchen und Demenz: 30% erhöhtes Risiko, 40% bei Alzheimer

28.05.2026 - 00:32:30 | boerse-global.de

Rauchen erhöht Demenz- und Schlaganfallrisiko massiv. Besonders alarmierend: Immer mehr Jugendliche greifen zu Vapes.

Rauchen und Demenz: 30% erhöhtes Risiko, 40% bei Alzheimer - Foto: über boerse-global.de
Rauchen und Demenz: 30% erhöhtes Risiko, 40% bei Alzheimer - Foto: über boerse-global.de

Mai vor den massiven neurologischen Folgen des Rauchens. Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) rückt dabei die Auswirkungen von Nikotin auf das Gehirn in den Fokus.

Rauchen ist der zweitwichtigste Risikofaktor für den ischämischen Schlaganfall. Rund 14,6 Prozent der durch Behinderung bereinigten Lebensjahre gehen auf Tabakkonsum zurück. Eine Metaanalyse zeigt zudem: Aktive Raucher haben ein um 30 Prozent erhöhtes Risiko für Demenz.

Die Risikosteigerung ist enorm. Für Alzheimer liegt sie bei 40 Prozent, für vaskuläre Demenz bei 38 Prozent. Pro 20 Zigaretten täglich steigt das Demenzrisiko um weitere 34 Prozent.

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Die Rückkehr des Rauchens bei Jugendlichen

Trotz dieser Warnungen zeigt der Mikrozensus 2025 eine Trendwende. 19,1 Prozent der Deutschen rauchen mindestens gelegentlich – ein leichter Anstieg gegenüber 18,9 Prozent im Jahr 2021. Besonders alarmierend: Die Quote bei 12- bis 17-Jährigen stieg von 6,1 auf 9,6 Prozent.

Bei Mädchen fällt der Zuwachs besonders stark aus. Ihr Anteil kletterte auf 9,3 Prozent. Insgesamt sterben in Deutschland jährlich zwischen 127.000 und 131.000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums.

Vapes als neue Gefahr

Elektronische Zigaretten treiben den Trend an. Jeder vierte Jugendliche hat bereits Erfahrungen mit Vapes gesammelt. 6,7 Prozent der 12- bis 17-Jährigen nutzen sie regelmäßig – mehr als eine Verdopplung innerhalb von fünf Jahren.

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Besonders bei Mädchen steigt die Beliebtheit rasant. Ihr Anteil kletterte von 1,8 Prozent (2021) auf 7,8 Prozent. Damit liegen sie sogar vor den Jungen (6,7 Prozent).

Das Suchtpotenzial ist enorm: Nikotin erreicht das Gehirn innerhalb von 27 Sekunden. Rund 90 Prozent der jugendlichen Vape-Nutzer verwenden nikotinhaltige Liquids. Eine Studie der University of New South Wales zeigt, dass diese wahrscheinlich Mund- und Lungenkrebs verursachen können.

Strengere Regeln in Sicht

Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Streeck, fordert ein Verbot von Aromen in E-Zigaretten sowie höhere Tabaksteuern. Auch der Leiter des Instituts für Gesundheitsforschung, Nießen, spricht sich für striktere Regeln aus.

Baden-Württemberg macht den Anfang. Ab dem 1. Juni 2026 gilt dort ein neues Nichtraucherschutzgesetz. Rauchen, E-Zigaretten und Shishas sind dann auf Spielplätzen, an Haltestellen sowie in Freibädern, Zoos und Freizeitparks verboten. Bußgelder von bis zu 200 Euro drohen beim ersten Verstoß.

Suchtforscher wie Professor Dr. Heino Stöver kritisieren unterdessen, dass Deutschland sein Ziel verfehlt, bis 2040 eine Raucherquote unter fünf Prozent zu erreichen. Aktuell rauchen noch 25 bis 32 Prozent der Erwachsenen.

Was die Zukunft bringt

Die kommenden Monate werden zeigen, ob die geforderten Maßnahmen auf Bundesebene umgesetzt werden. Experten erwarten eine intensive Debatte über Aromenverbote. Die neurologische Forschung muss zudem die Langzeitfolgen des Vapens auf die Gehirnentwicklung Jugendlicher untersuchen.

Sinken die Quoten bei den 12- bis 17-Jährigen nicht bald, droht die „Generation rauchfrei“ an den neuen Nikotinprodukten zu scheitern. Die Folgen für Demenz- und Schlaganfallstatistiken wären massiv.

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