Rattenversuch mit SWANS: Sensor an der Pfote löst Muskelreiz aus
Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 12:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Forscher des Georgia Institute of Technology haben mit SWANS ein neuartiges drahtloses Netzwerk entwickelt, das die natürliche Ionenleitfähigkeit des menschlichen Körpergewebes zur Datenübertragung nutzt. Wie das Team in der Fachzeitschrift Science beschrieb, ermöglicht diese Technologie die Vernetzung von medizinischen Implantaten untereinander sowie mit externen Wearables, ohne auf herkömmliche Funkfrequenzen angewiesen zu sein.
Funktionsweise und technische Spezifikationen
Das System nutzt das Gewebe selbst als Medium für die Signalübertragung. Ein wesentlicher Vorteil dieser Methode bestehe darin, dass die beteiligten Geräte weder präzise aufeinander ausgerichtet sein noch sich in unmittelbarer Nähe befinden müssen. Den Berichten zufolge können Sensoren an einer Stelle des Körpers therapeutische Aktoren an einer gänzlich anderen Körperpartie auslösen.
Die entwickelten Implantate sind mit einer Größe von unter 3 mm so dimensioniert, dass sie mittels einer Spritze minimalinvasiv eingesetzt werden können. Ein Fokus der Entwicklung lag auf der Energieeffizienz: Die passiven Bauteile des Systems verbrauchen im Ruhezustand praktisch keine Energie. In Experimenten hielt ein Aktor, der einmal täglich ausgelöst wurde, etwa ein Jahr lang stand.
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Erfolgreiche Tests im Tiermodell
Die Funktionalität des Netzwerks wurde bereits in Versuchen mit Ratten demonstriert. Dabei löste ein an der Vorderpfote angebrachter Sensor autonom eine Muskelstimulation am Hinterbein aus. Begleitende Gewebetests ergaben laut den Forschern keine Anzeichen für Schäden durch die eingesetzten elektrischen Pulse.
Trotz der erfolgreichen Laborergebnisse steht eine Anwendung am Menschen derzeit noch aus. Die aktuelle Version von SWANS ist darauf ausgelegt, lediglich einfache Ja/Nein-Signale zu übertragen. Für die Verarbeitung größerer Datenmengen ist weiterhin ein externes Wearable vorgesehen, das als Schnittstelle fungiert.
Potenzielle Anwendungsfelder und Effizienzvergleiche
Als primäre Einsatzgebiete für die Technologie gelten Aktoren zur gezielten Medikamentenabgabe sowie Systeme zur Nerven- und Muskelstimulation. Die Technologie verspricht dabei erhebliche Vorteile gegenüber etablierten Standards.
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Laut Berichten von TechJuice soll das System eine 15-fach höhere Energieeffizienz als Bluetooth und eine 30-fach höhere Effizienz als NFC aufweisen. Es ist jedoch anzumerken, dass diese spezifischen Vergleichswerte nicht direkt aus den offiziellen Angaben des Georgia Institute of Technology hervorgehen.
Die Entwicklung markiert einen wichtigen Schritt hin zu autarken, vernetzten Medizinsystemen im Körper, die ohne häufige Batteriewechsel oder invasive Eingriffe zur Wartung auskommen könnten. Die Forscher konzentrieren sich nun auf die weitere Validierung der Sicherheit und die Vorbereitung künftiger klinischer Studien.
