RatHat-Malware: KI-gestützte Bedrohung für Android-Smartphones
Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 22:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sicherheitsforscher des IT-Sicherheitsunternehmens Zimperium warnen vor einer neu entdeckten Bedrohung für mobile Endgeräte. Die als RatHat identifizierte Schadsoftware nutzt künstliche Intelligenz, um gezielt sensible Nutzerinformationen auf Android-basierten Smartphones zu entwenden. Einem Bericht von Mitte September zufolge stufen Experten die Malware als hochgradig gefährlich ein, da sie speziell auf Finanz- und Zugangsdaten ausgerichtet ist.
Infektionswege und Verbreitung der Schadsoftware
Die Verbreitung von RatHat erfolgt über verschiedene Kanäle, die darauf abzielen, die Sicherheitsvorkehrungen der Nutzer zu umgehen. Laut den Analysen von Zimperium wird die Malware primär über Smishing – also Phishing-Angriffe per SMS – sowie durch Malvertising in Form von manipulierten Werbeanzeigen verbreitet.
Zudem gelangen die schädlichen Anwendungen über infizierte APK-Dateien auf die Geräte, die häufig außerhalb der offiziellen App-Stores zum Download angeboten werden.
Millionen Deutsche nutzen täglich Online-Banking per Smartphone – ohne diesen Schutz ist das gefährlich. Experten warnen: Wer diese 5 Maßnahmen nicht kennt, riskiert Datenverlust und finanzielle Schäden. 5 sofort umsetzbare Schutzmaßnahmen entdecken
Nach der Installation versucht RatHat, weitreichende Berechtigungen auf dem Betriebssystem zu erlangen. Die Sicherheitsforscher stellten fest, dass die Malware insbesondere die sogenannten Accessibility-Dienste (Eingabehilfen) von Android missbraucht.
Darüber hinaus nutzt die Schadsoftware das ADB-Wireless-Pairing (Android Debug Bridge), um sich einen Shell-Zugriff auf das System zu verschaffen und damit tiefgreifende Kontrollmöglichkeiten zu etablieren.
Hochspezialisierter Datendiebstahl mittels künstlicher Intelligenz
Das primäre Ziel von RatHat ist die Erfassung von Bank- und Zahlungsdaten. Die Malware geht dabei über herkömmliche Keylogging-Methoden hinaus. Zimperium berichtet, dass die Schadsoftware in der Lage ist, Einmalpasswörter (OTP) sowie Codes für die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) abzufangen. Damit können Angreifer Sicherheitshürden beim Online-Banking nahezu in Echtzeit überwinden.
Ein besonderes Merkmal der Bedrohung ist der Einsatz von künstlicher Intelligenz zur PIN-Rekonstruktion. Die Software analysiert die Touch-Eingaben der Nutzer auf dem Display, um daraus die korrekte Zahlenfolge von Zugangscodes abzuleiten. Dieser technologische Ansatz erschwert es Betroffenen, den Diebstahl ihrer Zugangsdaten rechtzeitig zu bemerken. Die Hintermänner der Malware werden laut den vorliegenden Erkenntnissen staatlich gestützten Akteuren aus China zugeordnet.
Mechanismen zur Persistenz und verdeckte Kommunikation
Um eine Entdeckung und Entfernung vom Gerät zu verhindern, verfügt RatHat über ausgefeilte Persistenzmechanismen. Die Schadsoftware nutzt einen versteckten Dienst sowie einen speziellen Go-Agenten, um dauerhaft im Hintergrund aktiv zu bleiben. Sollte die Applikation durch den Nutzer oder Sicherheitssoftware gelöscht werden, ist das Programm so konzipiert, dass es eine automatische Neuinstallation einleiten kann.
Wer sich vor KI-gestützter Malware und dem Diebstahl sensibler Bankdaten schützen möchte, sollte sein Gerät proaktiv absichern. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt 5 einfache Schritte, die jeder Android-Nutzer sofort umsetzen kann. Kostenlosen Sicherheits-Ratgeber herunterladen
Die Kommunikation mit den Angreifern erfolgt über eine komplexe Infrastruktur. Für die Verbindung zu den Command-and-Control-Servern (C2) setzt die Malware auf einen Reverse-Proxy-Tunnel. Dieses Verfahren dient dazu, den Datenverkehr zu verschleiern und herkömmliche Netzwerkfilter zu umgehen, während die gestohlenen Informationen an die Server der Hintermänner übertragen werden.
Experten raten angesichts dieser neuen Bedrohungslage zu erhöhter Vorsicht bei der Installation von Anwendungen aus unbekannten Quellen und zur regelmäßigen Überprüfung der vergebenen Systemberechtigungen.
