Ransomware-Angriffe, Google

Ransomware-Angriffe +55%: Google rüstet Android mit Cloud-Schutz auf

Veröffentlicht am: 06.07.2026 um 14:50 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Google erweitert Android um biometrische Hürden und granulare Backup-Kontrollen als Schutz gegen Diebstahl und Ransomware.

Android 17: Neue Diebstahlsicherung und App-Sperre von Google
Ein Smartphone-Bildschirm zeigt einen biometrischen Fingerabdruck-Scan, umgeben von einem unscharfen Hintergrund eines Rechenzentrums. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Im Fokus stehen eine erweiterte biometrische Verifizierung sowie neue Kontrollmöglichkeiten für App-Sperren und Cloud-Backups.

Biometrische Hürden gegen physischen Zugriff

Ein zentraler Baustein ist die Funktion „Identity Check“, die bereits Anfang 2025 eingeführt wurde und nun breiter zum Einsatz kommt. Sie verhindert sensible Systemänderungen, wenn sich das Gerät außerhalb vertrauter Orte wie Wohnung oder Arbeitsplatz befindet.

In solchen Fällen erzwingt das System eine Identifizierung via Fingerabdruck oder Gesichtserkennung. Das gilt für Passwortänderungen, die Deaktivierung des Diebstahlschutzes oder die Modifikation von Kontoeinstellungen. Die Funktion ist auf Geräten von Samsung und der Pixel-Reihe standardmäßig deaktiviert.

Anfang des Jahres wurde der Anwendungsbereich auf Drittanbieter-Apps ausgeweitet. Über eine spezielle Schnittstelle können externe Anwendungen diese verstärkte biometrische Abfrage nun ebenfalls nutzen.

App-Sperre: Mehrere Apps gleichzeitig schützen

In der aktuellen Beta-Phase von Android 17 (QPR1 Beta 6) zeichnen sich Fortschritte bei der systemeigenen App-Sperre ab. Ursprünglich für eine frühere Veröffentlichung vorgesehen, soll die Funktion nun ab dem dritten Quartal 2026 verfügbar sein.

Entdeckter Programmcode deutet darauf hin, dass Nutzer künftig mehrere Anwendungen gleichzeitig über die zentralen Systemeinstellungen sperren können. Dabei lässt sich der Zugriff ausschließlich auf biometrische Merkmale beschränken – die PIN-Eingabe als Ausweichmöglichkeit entfällt. Das soll verhindern, dass Diebe, die den Sperrcode ausgespäht haben, auf sensible Apps zugreifen.

Die aktuelle Beta-Version (Build CP31.260618.005) bringt zudem funktionale Verbesserungen: eine flexiblere Taskleiste, frei verschiebbare Fenster im Desktop-Modus und eine Integration von Gesundheitsdaten in Health Connect. Ein finales Update für berechtigte Pixel-Modelle wird für September 2026 erwartet.

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Schutz gegen Ransomware und granulare Datensicherung

Parallel zu den Diebstahlschutz-Funktionen reagiert Google auf die wachsende Bedrohung durch Schadsoftware. Hintergrund sind Berichte über die vollautonome KI-Ransomware „JadePuffer“, die im Juli 2026 dokumentiert wurde und gezielt Konfigurationsdaten verschlüsselt.

Die Ransomware-Angriffe in Europa haben im Jahresvergleich um 55 Prozent zugenommen. Google führt daher eine granulare Backup-Steuerung ein. Mit dem Rollout der Google Play-Dienste Version 26.24 können Nutzer von Geräten mit Android 16 oder 17 für jede App individuell festlegen, ob deren Daten in der Cloud gesichert werden sollen.

Das dient nicht nur dem Datenschutz. Es soll auch verhindern, dass kompromittierte Datenbestände unkontrolliert in Sicherheitskopien übernommen werden.

Marktumfeld: Samsung, Xiaomi und Alternativen

Auch andere Hersteller passen ihre Systeme an. Samsung bereitet die Veröffentlichung einer neuen Beta-Version von One UI 9.0 für das Galaxy S26 vor. Der für Juli 2026 erwartete Release-Kandidat soll Speicherprobleme beheben und die Leistung der NPU-Einheiten optimieren.

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Xiaomi plant die Einführung von HyperOS 4 auf Basis von Android 17 für den Spätsommer 2026. Das Unternehmen setzt auf ein neu geschriebenes System-Framework für flüssigeres Multitasking. Für Flaggschiff-Modelle wurden Update-Garantien von sechs Jahren in Aussicht gestellt. Ältere Gerätegenerationen erhalten aufgrund Hardware-bedingter Limitierungen teilweise keine Unterstützung mehr.

Abseits der großen Ökosysteme positionieren sich spezialisierte Anbieter: CalyxOS veröffentlichte im Juli 2026 eine neue Version auf Basis von Android 16, die verstärkt auf Hardware-Sicherheitsmodule zur Signierung setzt. Zudem wurde mit dem Punkt MC03 ein neues Smartphone vorgestellt, das vollständig auf Google-Dienste verzichtet und stattdessen auf ein quelloffenes Android-System setzt.

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