Radiologie-Krise, Kärnten

Radiologie-Krise Kärnten: Patienten per Flugzeug nach Graz verlegt

Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 18:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach vier Kündigungen ist die interventionelle Radiologie in Klagenfurt werktags nur bis 14:30 Uhr besetzt; Patienten werden nach Graz verlegt.

Radiologie in Kärnten: Vier Kündigungen erzwingen Flüge nach Graz
Ein leerer, modern gestalteter Krankenhausflur mit natürlichem Lichteinfall und minimalistischer Architektur. Illustration mit AI erstellt.

Der Fachkräftemangel im medizinischen Bereich führt in der österreichischen Gesundheitslandschaft zunehmend zu strukturellen Engpässen. Besonders deutlich zeigt sich diese Problematik derzeit in der Radiologie des Bundeslandes Kärnten.

Aufgrund personeller Vakanzen und einer daraus resultierenden unzureichenden Abdeckung spezialisierter Leistungen müssen Patienten zur Diagnostik und Behandlung in benachbarte Regionen verlegt werden. Die aktuelle Situation verdeutlicht die Abhängigkeit der regionalen Gesundheitsversorgung von einzelnen spezialisierten Fachkräften.

Personalnot und Dienstplaneinschränkungen am Klinikum Klagenfurt

Das Klinikum Klagenfurt sieht sich mit einer drastischen Veränderung in der personellen Besetzung konfrontiert. Nach vorliegenden Informationen haben vier Spezialisten für interventionelle Radiologie ihre Anstellungsverhältnisse gekündigt. Diese Entwicklung hat unmittelbare Auswirkungen auf den Betrieb der Abteilung und die Verfügbarkeit von Notfalluntersuchungen.

Die interventionelle Radiologie ist am Klinikum Klagenfurt derzeit nur noch eingeschränkt einsatzfähig. Nach Angaben der Kabeg ist dieser Bereich an regulären Werktagen lediglich bis 14:30 Uhr besetzt. Außerhalb dieser Zeiten können komplexe radiologische Eingriffe oder notwendige Akutuntersuchungen vor Ort nicht lückenlos garantiert werden, was die medizinische Leitung zur Implementierung von Notfallprotokollen zwang.

Logistische Überbrückung durch Kooperation mit Graz

Um die Versorgungssicherheit trotz der personellen Defizite aufrechtzuerhalten, wird auf eine enge Kooperation mit Standorten in der Steiermark zurückgegriffen. In Fällen, in denen der Dienstplan in Klagenfurt Lücken aufweist, erfolgt eine Verlegung der betroffenen Patienten nach Graz.

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Vier Spezialisten für interventionelle Radiologie haben am Klinikum Klagenfurt gekündigt — seitdem wird die Abteilung werktags nur bis 14:30 Uhr abgedeckt, und in Dienstplanlücken werden Patienten nach Graz geflogen. Wer als Klinik-Manager nicht erst auf den nächsten Personalengpass warten will, findet in diesem kostenlosen Leitfaden die wichtigsten Hebel für Retention und Notfallabdeckung. Leitfaden zur Radiologie-Krise jetzt anfordern

Dieser Transfer wird teilweise mit hohem logistischem Aufwand durchgeführt. Demnach wurden Patienten bereits auf dem Luftweg nach Graz geflogen, um dort die notwendigen radiologischen Interventionen vornehmen zu lassen. Bisher wurden an insgesamt 16 Tagen solche Flüge verzeichnet.

Am Standort Graz stehen elf Spezialisten bereit, um die zusätzliche Patientenlast aus Kärnten abzufangen. Seitens der Kabeg wird dieses Verfahren als eine vorübergehende Maßnahme bezeichnet, um die klinische Versorgung in kritischen Fällen zu stabilisieren.

Politische Reaktionen und administrative Einordnung

Die Praxis, Patienten aufgrund von Ärztemangel per Flugzeug in andere Kliniken zu transportieren, stößt auf deutliche Kritik und wird als Symptom für tiefgreifende Probleme im System gewertet. In einem Bericht vom 10. September 2026 wurde die aktuelle Handhabung als unzureichende Dauerlösung eingestuft.

Auch die Landespolitik hat sich bereits mit der Thematik befasst. Spitalslandesrat Kornhäusl erklärte hierzu, dass die derzeitigen Zustände kein dauerhaftes Modell für die Kärntner Patientenversorgung darstellen dürften. Er mahnte eine nachhaltige Lösung für die personelle Besetzung an.

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Jeder Flug nach Graz kostet Budget, Personalzeit und Versorgungsqualität — und die Kabeg selbst bezeichnet das Verfahren nur als vorübergehende Maßnahme. Wie Kliniken Dienstplanlücken in der interventionellen Radiologie strukturiert überbrücken und externe Kapazitäten anbinden, ohne dauerhaft von ihnen abhängig zu werden, zeigt dieser kostenlose Leitfaden Schritt für Schritt. Notfallplan Radiologie jetzt sichern

Anfang September fanden hierzu Gespräche zwischen Kärntens Landeshauptmann Fellner (SPÖ) und Vizekanzler Gruber (ÖVP) statt, um die prekäre Lage in der Radiologie und mögliche Gegenmaßnahmen zu erörtern.

Ziel der Verantwortlichen bleibt es, die spezialisierte medizinische Versorgung wieder vollständig im Land zu verankern und die Abhängigkeit von externen Kapazitäten sowie kostenintensiven Krankentransporten zu reduzieren.

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