Radeln, Oberkirch

Radeln ohne Alter: Oberkirch startet kostenlose Rikscha-Ausflüge für Senioren

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 08:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ehrenamtliche ermöglichen Pflegeheimbewohnern kostenlose Rikscha-Ausflüge. Zwei Fahrten pro Woche finden bereits statt, ein Ausbau ist vorgesehen.

Oberkirch startet Rikscha-Angebot für Bewohner lokaler Pflegeheime
Ein sonniger, von Bäumen gesäumter Weg in einem Park, der zu Spaziergängen und Ausflügen im Freien einlädt. Illustration mit AI erstellt.

Körperliche Aktivität, frische Luft und soziale Teilhabe spielen für das Wohlbefinden und die geistige Gesundheit im Alter eine entscheidende Rolle. In Oberkirch verbindet ein neues Vorhaben diese Aspekte ganz praktisch: Die Stadt hat das Projekt „Radeln ohne Alter“ ins Leben gerufen.

Die Initiative wird gemeinsam mit dem Seniorennetzwerk „Von Mensch zu Mensch“ sowie den Pflegeeinrichtungen St. Josef und St. Barbara umgesetzt, wie aus einem Bericht vom 22. September 2026 hervorgeht.

Rikscha-Fahrten für Bewohner von Pflegeheimen

Im Mittelpunkt des Projekts stehen kostenlose Ausflüge für Bewohnerinnen und Bewohner der beteiligten Pflegeheime. Ehrenamtliche, speziell geschulte Rikscha-Piloten steuern die Gefährte und ermöglichen den Seniorinnen und Senioren Ausfahrten in die Umgebung.

Die Fahrten dauern in der Regel zwischen einer halben und zwei Stunden. Damit das Fahren auch bei Steigungen oder längeren Strecken für die Piloten machbar bleibt, unterstützt ein integrierter Elektromotor das Treten.

Derzeit finden mittwochs bereits zwei feste Fahrten statt. Nach Angaben der Projektbeteiligten ist ein weiterer Ausbau des Angebots geplant. Die Stadt Oberkirch ist zudem dem Verein „Radeln ohne Alter Deutschland e. V.“ beigetreten.

Die weltweite Bewegung hat ihren Ursprung in Dänemark und ist mittlerweile in mehr als 40 Ländern aktiv. Für Interessierte und Auskünfte steht bei der Stadt Sabrina Lusch unter der Telefonnummer 07802/82169 als Ansprechpartnerin zur Verfügung.

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Anschaffung dank lokaler Spenden

Möglich wurde der Start der Initiative durch lokale Unterstützung. Die erste Rikscha wurde von Christels Blumenstube gespendet. Das zweite Fahrzeug konnte dank Mitteln der Franz- und Gabriele Hättig-Stiftung sowie des Vereins Altenpflegeheime finanziert und angeschafft werden. Durch diese Spendenbasis steht die nötige Ausrüstung zur Verfügung, um älteren Menschen wieder direkte Mobilität und die Teilhabe am öffentlichen Raum zu ermöglichen.

Wissenschaftliche Einordnung zu Bewegung und Gehirngesundheit

Konzepte wie jenes in Oberkirch fügen sich in ein breites Spektrum wissenschaftlicher Erkenntnisse zur Bedeutung von Mobilität und Aktivität ein. Laut Angaben der Techniker Krankenkasse fördert Radfahren die Sauerstoffanreicherung im Blut und unterstützt das Wachstum des Hippocampus, was durch mehrere Studien belegt wird.

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Eine niederländische Untersuchung zeigte, dass bereits eine Stunde leichtes Radfahren pro Woche die Nervenzellverbindungen stärkt. Zudem belegte eine Studie aus Taiwan, dass ein zwölfwöchiges Fitnessprogramm mit täglichem Radfahren die Produktion des Nervenwachstumsfaktors BDNF deutlich steigert.

Dass körperliche Aktivität positive Effekte auf die geistige Leistungsfähigkeit älterer Menschen hat, verdeutlichen auch weitere Untersuchungen: In der belgischen PASOCA-Studie mit 233 gesunden Erwachsenen ab 55 Jahren (Durchschnittsalter 68,3 Jahre) war die Zeitnutzung über zwei Jahre hinweg signifikant mit der exekutiven Funktion assoziiert.

Eine Verlagerung von 30 Minuten leichter Aktivität hin zu moderater bis anstrengender Bewegung ging mit messbaren Vorteilen für diese kognitive Steuerungsfunktion einher. Fachleute und Krankenkassen betonen gleichermaßen, dass regelmäßige Bewegung im Freien das Wohlbefinden steigert, Stress reduziert und bis ins hohe Alter wertvolle Reize für Geist und Körper setzt.

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