Qwen3.7-Plus: Alibaba startet KI-Agent gegen OpenAI
06.06.2026 - 19:55:43 | boerse-global.de
Der chinesische Technologiekonzern Alibaba hat mit Qwen3.7-Plus ein multimodales KI-Modell vorgestellt, das Computeroberflächen eigenständig steuern und komplexe Programmieraufgaben erledigen kann. Die Veröffentlichung am heutigen Samstag positioniert den Konzern im direkten Wettbewerb mit den KI-Assistenten von Anthropic, OpenAI und Microsoft Research.
Das Modell ist darauf ausgelegt, wie ein digitaler Agent mit Bildschirminhalten zu interagieren und Code-basierte Abläufe zu automatisieren. In Tests erreichte Qwen3.7-Plus auf dem ScreenSpot Pro-Benchmark einen Wert von 79,0 Punkten, auf Terminal-Bench 70,3 Punkte.
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Preismodell und Produktstrategie
Alibaba Cloud hat die Preise für das neue Modell festgelegt: 0,37 Euro pro Million Input-Tokens und 2,22 Euro pro Million Output-Tokens. Damit bewegt sich der Konzern im Bereich der etablierten Wettbewerber.
Die Veröffentlichung folgt auf die Einführung von Wan2.7-Image am Freitag. Dieses Modell kann individuelle Gesichter generieren und die Konsistenz über mehrere Bilder hinweg wahren. Es ist über die Alibaba-Cloud-Plattform Bailian verfügbar.
„Wukong" für Unternehmen
Ebenfalls am Freitag brachte Alibaba „Wukong" an den Start – eine KI-native Arbeitsplattform speziell für Unternehmen. Die Plattform ist in das DingTalk-Ökosystem eingebunden, das 20 Millionen Unternehmensnutzer zählt.
Wukong bietet eine Kommandozeilen-Schnittstelle und einen eigenen Marktplatz für B2B-Anwendungen. Die Plattform liefert optimierte Lösungen für zehn verschiedene Branchen und setzt auf Unternehmenssicherheit sowie automatisierte Arbeitsabläufe.
KI im Alltag der Verbraucher
Die neuen Modelle sind Teil einer umfassenden Strategie, KI in Alibabas bestehende Handels- und Serviceinfrastruktur einzubetten. Die Qwen-App wurde kürzlich mit Diensten von Taobao, Alipay, Fliggy und Amap verknüpft. Der KI-Agent kann nun komplette Aufgabenketten abwickeln – vom Einkauf über die Essensbestellung bis zur Flugbuchung.
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Die Nutzerzahlen sprechen für sich: Innerhalb von zwei Monaten nach dem Start Mitte Januar 2026 überschritt die Qwen-App die Marke von 100 Millionen monatlich aktiven Nutzern. Diese Basis nutzt Alibaba nun beim laufenden 618-Shopping-Festival, das am 30. Mai begann. Statt auf reine Preisschlachten setzt der Konzern diesmal auf eine KI-zentrierte Strategie – die Modelle verwalten einen Katalog von vier Milliarden Produkten für die Käufer.
Eigene Chips als Trumpfkarte
Um den wachsenden KI-Bedarf zu decken, setzt Alibaba verstärkt auf eigene Hardware. Die firmeneigenen Yitian- und Hanguang-Prozessoren sollen die Cloud-Computing-Kosten senken. Der Yitian 710-Chip soll eine Kosten-Leistungs-Verbesserung von über 30 Prozent erzielen.
Die Investitionen in die Infrastruktur sind enorm – und das aus gutem Grund. Alibabas Cloud-KI-Umsatz verzeichnet seit acht Quartalen in Folge ein dreistelliges Wachstum. Um diesen Kurs zu halten, plant der Konzern, in den nächsten drei Jahren 380 Milliarden Yuan (rund 48 Milliarden Euro) in seine Technologie- und Cloud-Sparten zu stecken.
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