Quishing-Welle, Malaysia

Quishing-Welle in Malaysia: 5.134 Betrugsfälle im ersten Halbjahr

Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 09:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Manipulierte QR-Codes verursachten in Malaysia bis Juni 2026 Schäden von RM 28,67 Millionen; die Polizei warnt vor Malware und Datendiebstahl.

Malaysia meldet 5.134 Quishing-Fälle im ersten Halbjahr 2026
Ein manipulierter QR-Code-Aufkleber auf einer metallischen Oberfläche einer öffentlichen Parkstation. Illustration mit AI erstellt.

Die Sicherheitsbehörden in Malaysia schlagen Alarm angesichts einer drastisch steigenden Zahl von Betrugsfällen im Zusammenhang mit QR-Codes. Wie aus aktuellen Daten der malaysischen Kriminalpolizei Bukit Aman (CCID) hervorgeht, die Anfang September 2026 veröffentlicht wurden, hat das sogenannte Quishing – eine Wortschöpfung aus QR-Code und Phishing – im bisherigen Jahresverlauf eine neue Dimension erreicht.

Allein im ersten Halbjahr 2026 registrierten die Ermittler landesweit 5.134 Fälle, die zu einem finanziellen Gesamtschaden von RM 28,67 Millionen führten.

Drastische Wachstumsraten seit 2023

Der Direktor der Abteilung für Wirtschaftskriminalität bei Bukit Aman, Comm Rusdi Mohd Isa, verdeutlichte die Schwere der Entwicklung anhand eines mehrjährigen Vergleichs. Die Statistik zeigt eine nahezu exponentielle Zunahme der Delikte in den vergangenen drei Jahren.

Während im gesamten Jahr 2023 lediglich 223 Fälle mit einem Schaden von RM 4,59 Millionen gemeldet wurden, stieg diese Zahl im Jahr 2024 bereits auf 655 Fälle mit Verlusten in Höhe von RM 6,76 Millionen an.

Im Jahr 2025 erreichte die Kriminalitätswelle einen vorläufigen Höchststand von 5.907 gemeldeten Vorfällen, bei denen die Opfer insgesamt RM 40,85 Millionen verloren. Die nun für das erste Halbjahr 2026 vorgelegten Zahlen deuten darauf hin, dass das laufende Jahr die bisherigen Rekordwerte erneut übertreffen könnte, da bereits nach sechs Monaten fast so viele Fälle wie im gesamten Vorjahr aktenkundig sind.

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Methoden der „Scan-Spezialisten“

Die Ermittler warnen eindringlich vor den technologischen Finessen, derer sich die Betrüger bedienen. Laut Comm Rusdi Mohd Isa nutzen die Täter manipulierte QR-Codes, um Nutzer auf Phishing-Webseiten zu locken oder über gefälschte Zahlungs-Gateways sensible Finanzdaten abzugreifen. In vielen Fällen diene der Scan eines manipulierten Codes zudem dazu, unbemerkt Malware auf den Mobilgeräten der Opfer zu installieren.

Diese Programme sind häufig darauf programmiert, Login-Daten für das Online-Banking abzufangen oder Transaktionen im Hintergrund zu manipulieren. Die Polizei bezeichnet die Drahtzieher hinter diesen Maschen als hochspezialisierte Akteure, die gezielt die Bequemlichkeit digitaler Bezahlvorgänge ausnutzen.

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Behörden mahnen zur Vorsicht und bieten Hilfsmittel an

Angesichts der steigenden Fallzahlen appelliert die Kriminalpolizei an die Öffentlichkeit, bei jedem Scan-Vorgang erhöhte Wachsamkeit walten zu lassen. Insbesondere QR-Codes an öffentlichen Plätzen oder auf unaufgefordert zugesandten Dokumenten sollten kritisch hinterfragt werden.

Für Betroffene oder Bürger, die auf verdächtige Transaktionen stoßen, haben die malaysischen Behörden spezifische Anlaufstellen eingerichtet. Es wird dringend empfohlen, im Verdachtsfall die Hotline des National Scam Response Centre (NSRC) unter der Kurzwahl 997 zu kontaktieren.

Zudem stellt die Polizei mit dem Portal „SemakMule“ ein digitales Werkzeug zur Verfügung, mit dem Nutzer Bankverbindungen oder Telefonnummern auf eine mögliche Verbindung zu kriminellen Aktivitäten prüfen können, bevor sie Zahlungen leisten.

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