Quishing-Welle, Gefälschte

Quishing-Welle: Gefälschte QR-Codes stehlen Millionen Daten

Veröffentlicht am: 11.07.2026 um 17:57 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Gefälschte QR-Codes stehlen weltweit Daten und Geld. Behörden warnen vor perfiden Maschen, die auf Geschäfte, Parkscheine und sogar US-Veteranen abzielen.

Quishing: Neue QR-Code-Betrugswelle bedroht Verbraucher weltweit
Nahaufnahme eines Smartphone-Bildschirms mit defektem QR-Code, verschwommene, schattige Hand im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Sicherheitsbehörden und Zahlungsdienstleister warnen vor einer neuen Betrugsmasche: Quishing – eine perfide Form des Phishings, bei der gefälschte QR-Codes persönliche Daten und Finanzinformationen stehlen. Die Warnungen kommen zeitgleich aus mehreren Ländern.

Chinesische Behörden identifizieren drei Hauptfallen

Das chinesische Ministerium für Staatssicherheit veröffentlichte am heutigen Samstag eine umfassende Sicherheitswarnung. Die Behörde identifizierte drei Kategorien von QR-Code-Fallen, die derzeit zum Einsatz kommen.

Besonders tückisch: die Masche „Scannen fürs Geschäft". Dabei werden Nutzer dazu verleitet, inoffizielle Apps zu installieren, die Trojaner enthalten. Die zweite Variante ist die „böswillige Ersetzung": Angreifer kleben gefälschte Aufkleber über offizielle QR-Codes an Zahlungsterminals oder Service-Kiosken und leiten so auf Phishing-Seiten um.

Die dritte Kategorie, „Scannen fürs Wohlfahrtsprogramm", zielt gezielt auf Personen in der Nähe von sicherheitsrelevanten Einrichtungen ab. Die Betrüger locken mit Belohnungen – im Gegenzug sammeln sie heimlich Gesichtserkennungsdaten, Standortinformationen und Kommunikationsinhalte. Das Ministerium betont: Diese Aktivitäten gefährden sowohl die Privatsphäre als auch die nationale Sicherheit.

Zahlungsdienstleister im Visier der Betrüger

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Auch digitale Bezahldienste sind betroffen. Der philippinische Mobile-Wallet-Anbieter GCash sperrte am heutigen Samstag über 6.700 verdächtige Konten. Diese standen im Zusammenhang mit Betrugsfällen rund um QRPh, dem nationalen QR-Code-Standard der Philippinen. Das Unternehmen verstärkt nun die Bemühungen, gefälschte Zahlungsseiten und betrügerische Codes zu erkennen.

International sorgt eine weitere Masche für Aufsehen: In Brasilien kleben Betrüger gefälschte QR-Codes auf Parkscheinautomaten. Wer den Code scannt, landet auf einer betrügerischen Website, die Kreditkartendaten und persönliche Informationen abgreift. Sicherheitsexperten raten Autofahrern, die URL der Zahlungsseite genau zu prüfen und misstrauisch zu sein, wenn ein Aufkleber verdächtig über offizielle Beschriftungen geklebt wurde.

Betrug zielt gezielt auf US-Veteranen

In Nordamerika warnen Bundesbehörden vor einer perfiden Masche, die sich gezielt an Kriegsveteranen richtet. Das US-Veteranenministerium (VA) informierte am Freitag über gefälschte Flyer, die offizielle VA-Logos und die Telefonnummer des MyVA-Dienstes tragen. Die Flyer versprechen kostenlose Sportschuhe – ein Köder für Identitätsdiebstahl.

Die Betrüger wollen Sozialversicherungsnummern, VA-Zugangsdaten und vertrauliche Gesundheitsinformationen erbeuten. Das Ministerium fordert Betroffene auf, solche Fälle über das VSAFE.gov-Portal oder die Hotline 1-833-38V-SAFE zu melden.

Cyber-Bedrohungen nehmen weiter zu

Die QR-Code-Welle ist Teil einer größeren Bedrohungslage. Das chinesische Staatssicherheitsministerium warnte am Samstag auch vor Smartwatches und anderen Wearables, die über ausländische Kanäle gekauft wurden. Diese Geräte könnten mit versteckten Mikro-Abhörwerkzeugen ausgestattet sein.

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Bereits im Mai 2026 hatten die Behörden aufgedeckt, dass ausländische Geheimdienste die Kontrolle über inländische Router übernommen hatten. Die kompromittierten Geräte versendeten gezielte Phishing-Mails – getarnt als offizielle Einladungen oder Bußgeldbescheide – an Mitarbeiter wichtiger Unternehmen aus den Bereichen Halbleiter, Künstliche Intelligenz und Seltene Erden.

Sicherheitsexperten empfehlen: Starke Passwörter verwenden, Geräte regelmäßig warten und verdächtige Netzwerkaktivitäten sofort den zuständigen Stellen melden.

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