Quishing und Smishing: Phishing-Angriffe explodieren um über 150%
Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 05:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Cyberkriminelle setzen zunehmend KI-gestützte Stimmklone und Deepfakes ein, um Mitarbeiter zu betrügerischen Überweisungen zu verleiten. Die Schäden gehen in die Millionen.
Boss Scams: Wenn der Chef plötzlich Geld fordert
In Mumbai überwies ein stellvertretender Geschäftsführer 11,5 Millionen Euro – in 63 Einzeltransaktionen. Er war Opfer einer manipulierten Kampagne geworden. Bei einem italienischen Ingenieurbüro in Pune reichte eine gefälschte Microsoft-Teams-Nachricht, um 115.000 Euro zu erbeuten. Erst als eine zweite, deutlich höhere Forderung kam, flog der Betrug auf.
Die Täter kombinieren „Whale Phishing“ – gezielte Angriffe auf Führungskräfte – mit KI-Stimmklonen. Die indische Wertpapieraufsicht SEBI warnt zudem vor WhatsApp-Web-Hijacking. Damit täuschen Kriminelle glaubwürdige Kommunikationskanäle vor. Neue Plattformen wie Kali365 helfen ihnen, Multi-Faktor-Authentifizierungen zu umgehen.
Quishing und Smishing explodieren
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Neben gezielten Angriffen boomen massenhafte Phishing-Methoden. Im ersten Quartal 2026 stiegen Quishing-Fälle (Phishing via QR-Code) um 146 Prozent. Im zweiten Quartal legte Smishing (SMS-Phishing) um 162 Prozent zu.
Drei technische Schwachstellen machen Angreifern das Leben leicht: Eine Lücke im SS7-Protokoll erlaubt die Standortverfolgung von Mobilgeräten. Bei Android 16 kann der KI-Assistent Gemini Nachrichten versenden, ohne dass das Gerät entsperrt sein muss. Und bei älteren Apple-Geräten mit A12- oder A13-Chips klafft ein nicht behebbarer Fehler in der SecureROM – genannt „usbliter8“.
Text-Salting: Die neue Tarnung
Sicherheitsforscher entdeckten seit April über eine Million Phishing-Mails mit einer neuen Tarnmethode. Beim „Text-Salting“ verstecken Kriminelle harmlose Textblöcke im HTML-Code, um bösartige Inhalte vor Scannern zu verbergen. Eine Kampagne gegen Robinhood-Nutzer kombinierte dies mit dem Gmail-Punkt-Trick.
Die Betrugslandschaft verschiebt sich: Laut LexisNexis-Cybercrime-Report machen First-Party-Fraud-Fälle jetzt 36 Prozent aller Delikte aus – im Vorjahr waren es 15 Prozent. In der Region Asien-Pazifik stieg die Angriffsrate um 37 Prozent.
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Ermittlungserfolge in Vietnam
Trotz der technologischen Überlegenheit der Täter gibt es Erfolge. In der vietnamesischen Provinz Khanh Hoa nahm die Polizei Verdächtige fest, die eine gefälschte Kryptowährungsplattform betrieben haben sollen. Sie warben Nutzer mit Multi-Level-Marketing und Deepfakes an, versprachen tävliche Gewinne von 0,7 Prozent.
Sicherheitsbehörden fordern mehr internationale Zusammenarbeit. Unternehmen rät man zu proaktiven Schutzschilden: Verdächtige Anweisungen per Rückruf auf verifizierten Leitungen prüfen, aus Web-Applikationen ausloggen – und misstrauisch bleiben, wenn der Chef plötzlich Geld will.
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