Quishing, Bankbrief

Quishing per Bankbrief: Gefälschte QR-Codes zielen auf Online-Banking-Daten

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 00:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Betrüger locken Bankkunden über manipulierte QR-Codes auf gefälschte Seiten und stehlen dort Online-Banking-Daten.
Ein Stapel leerer, weißer Geschäftsbriefumschläge auf einem dunklen Holztisch bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Mehrere Polizeidienststellen und Kreditinstitute warnen vor einer Welle gefälschter Bankbriefe. Kriminelle versuchen über manipulierte QR-Codes, Empfänger auf betrügerische Internetseiten zu leiten, um Online-Banking-Zugangsdaten abzugreifen und Zahlungen umzuleiten. Die als Quishing bezeichnete Methode zielt sowohl auf Privat- als auch auf Firmenkunden ab.

Masche zielt auf sensible Zugangsdaten ab

Wie die Polizei Aurich/Wittmund mitteilt, tauchten im Raum Aurich und Norden gefälschte Schreiben im Namen bekannter Geldinstitute auf. Darin werden die Empfänger unter dem Vorwand einer anstehenden Datenüberprüfung oder eines angeblichen Sicherheits-Updates aufgefordert, einen abgedruckten QR-Code mit dem Smartphone zu scannen.

Der Code führt jedoch auf eine gefälschte Internetseite, die dem offiziellen Online-Auftritt der jeweiligen Bank nachempfunden ist. Dort versuchen die Betrüger, persönliche Zugangsdaten sowie PIN- und TAN-Nummern zu erbeuten.

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Auch im süddeutschen Raum registrieren Ermittler entsprechende Fälle. Die Polizeiinspektion Kaufbeuren berichtet über gefälschte Postsendungen im Raum Kaufbeuren und Buchloe, die im Namen der Raiffeisenbank Kirchweihtal eG versandt wurden. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West wird in den Anschreiben behauptet, das Institut sei gesetzlich verpflichtet, die Richtigkeit der Kundendaten in regelmäßigen Abständen sicherzustellen.

Gewerbetreibende und Vereine im Visier

Die Methode betrifft nicht nur Privatpersonen. Die Vereinte Volksbank verzeichnet nach eigenen Angaben eine bundesweite Zunahme solcher Quishing-Briefe an Volksbank- und Raiffeisenbank-Kunden. Im Raum Dorsten und Bottrop erhielten unter anderem Unternehmen, Gewerbetreibende und Vereine Post mit dem Betreff einer angeblich erforderlichen Bestätigung der Gewerbeanmeldung.

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Diese Schreiben nutzen missbräuchlich Namen, Anschrift und Logo der Bank und tragen eine gefälschte Unterschrift von Marija Kolak, der Präsidentin des Bundesverbands der Volksbanken und Raiffeisenbanken.

Ralf Bröker, Leiter der Unternehmenskommunikation der Vereinten Volksbank, betonte, dass der QR-Code direkt auf eine gefälschte Webseite führe. Er riet Betroffenen dazu, entsprechende Schreiben schlicht zu zerreißen. Bei der Volksbank Freiburg sind nach Angaben des Instituts ebenfalls vereinzelt Firmenkunden von derartigen Fälschungen betroffen.

Verhaltensregeln für Betroffene

Die beteiligten Institute und Ermittlungsbehörden stellen klar, dass Banken niemals per Brief, Link, E-Mail oder QR-Code zur Übermittlung oder Eingabe von sensiblen Online-Banking-Zugangsdaten, Passwörtern oder TANs auffordern. Empfänger sollten die abgedruckten Codes keinesfalls scannen und keinerlei Daten auf den verlinkten Seiten eingeben.

Bestehen Zweifel an der Echtheit eines Schreibens, sollte ausschließlich über bereits bekannte Telefonnummern oder offizielle Internetseiten Kontakt zur Bank aufgenommen werden – niemals über die in den verdächtigen Briefen angegebenen Kommunikationswege.

Wer bereits Zugangsdaten auf einer fremden Seite eingegeben hat, sollte das Online-Banking umgehend sperren lassen. Dies ist unter anderem rund um die Uhr über den zentralen Sperrnotruf 116 116 möglich. Zudem sollten Betroffene umgehend ihr Geldinstitut informieren und Anzeige bei der Polizei erstatten.

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