Quishing-Betrug, QR-Code-Phishing

Quishing-Betrug: QR-Code-Phishing steigt um 146%

Veröffentlicht: 17.07.2026 um 15:14 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Behörden legen Maßnahmen für sicherere Profile vor. EU plant Altersgrenzen, während eine Studie suchtähnliches Verhalten bei Kindern belegt.

Datenschutz: Fünf-Punkte-Plan für mehr Sicherheit in sozialen Netzwerken
Ein stilisiertes Vorhängeschloss-Symbol über einem digitalen Netzwerk, das Datenschutz und Sicherheit in sozialen Medien darstellt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Datenschutzbehörden und Verbraucherschützer haben zur Jahresmitte einen Fünf-Punkte-Plan für mehr Sicherheit in sozialen Netzwerken veröffentlicht. Besonders Jugendliche sollen die Ferien nutzen, um ihre Profile aufzuräumen.

Fünf Schritte für sichere Konten

Der Landesdatenschutzbeauftragte von Mecklenburg-Vorpommern, Sebastian Schmidt, betont: Schon mit geringem Aufwand lassen sich Konten besser absichern. Die Experten empfehlen diesen Prozess:

1. Starke Passwörter plus Zwei-Faktor-Authentisierung (2FA). Passwortmanager helfen dabei, den Überblick zu behalten.

2. Privatsphäre-Einstellungen checken. Wer kann eure Beiträge sehen? Stellt die Optionen restriktiv ein.

3. App-Berechtigungen entziehen. Viele Apps wollen Standort, Kontakte oder Kamera – oft ohne Notwendigkeit.

4. Follower aufräumen. Unbekannte oder inaktive Konten sind ein Risiko und sollten regelmäßig entfernt werden.

5. Profil aktualisieren. Löscht veraltete Informationen, um die öffentlich verfügbaren Daten zu minimieren.

Für Schüler der Klassen 8 bis 10 gibt es im November kostenfreie Wochenendcamps in Schwerin. Dort können sie sich zu Medienscouts ausbilden lassen.

WhatsApp, Apple und die Tracking-Falle

Die Verbraucherzentrale NRW warnt vor neuen Funktionen bei Messaging-Diensten. Beispiel WhatsApp: Benutzernamen verbergen zwar die Telefonnummer vor Fremden. Doch der Mutterkonzern Meta behält weiterhin Zugriff auf umfangreiche Daten. Da die Telefonnummer Pflicht bleibt, ermöglicht die Verknüpfung mit Facebook oder Instagram ein umfassendes Tracking. Die Verbraucherschützer raten daher zu Pseudonymen statt Klarnamen.

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Auch Apple steht in der Kritik. Mitte Juli wurde eine Sammelklage eingereicht. Die Kläger werfen dem Konzern vor, Nutzer über die tatsächliche Anonymität der Funktion „Meine E-Mail verbergen“ getäuscht zu haben. Dritte könnten demnach trotzdem an Nutzerinformationen gelangen.

EU plant Altersgrenzen – doch die Technik hakt

Die EU-Kommission bereitet einen Gesetzesvorschlag für Altersgrenzen in sozialen Medien vor. Nach der Sommerpause soll er vorgelegt werden. Ein Expertenbericht empfiehlt: Kinder unter 13 Jahren sollten nur unter Aufsicht Zugang bekommen. Länder wie Frankreich, Spanien und Griechenland arbeiten bereits an nationalen Regelungen. Deutsche Politiker drängen auf eine einheitliche EU-Lösung.

Doch die technische Umsetzung ist umstritten. Ein Sicherheitsforscher zeigte Mitte Juli Schwachstellen in einer EU-Altersverifikations-App. Mit einer Browser-Erweiterung knackte er sie in weniger als zwei Minuten. Kritiker wie die Organisation Epicenter.works warnen vor dem Aufbau einer Überwachungsinfrastruktur.

Studie: Jedes zweite Kind zeigt Suchtverhalten

Das Deutsche Gesundheitsbarometer belegt den Handlungsbedarf. Eine Befragung von 1.639 Eltern ergab: Über 40 Prozent der Kinder zeigen ein suchtähnliches Verhalten bei der Social-Media-Nutzung. Rund 76,5 Prozent der betroffenen Kinder hatten bereits vor dem 13. Lebensjahr mit der Nutzung begonnen. Mehr als 80 Prozent der Eltern fordern ein altersangepasstes Design der Plattformen. Zwei Drittel plädieren sogar für ein generelles Verbot unter 13 Jahren.

Vorsicht im Urlaub: Diebe und Phishing

Die Telekom warnt vor neuen Betrugsmaschen bei Smartphone-Diebstählen im Urlaub. Täter nutzen den „Verloren-Modus“ der Geräte, um sich als Finder auszugeben. Über Phishing-Links gelangen sie an Zugangsdaten. Im ersten Quartal 2026 stieg „Quishing“ – Phishing über QR-Codes – um 146 Prozent. Die Experten raten: Bei Verlust sofort die SIM-Karte sperren. Niemals Passwörter über zugesandte Links eingeben.

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