Quishing-Betrug: QR-Code-Attacken schießen um 146% in die Höhe
Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 21:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Aktuelle Daten belegen einen drastischen Anstieg bei Quishing-Attacken und SMS-Phishing. Besonders Bankkunden und Nutzer öffentlicher Dienste stehen im Fokus der Angreifer.
QR-Code-Betrug explodiert um 146 Prozent
Analyse für das erste Quartal 2026: Die Zahl der Quishing-Angriffe stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 146 Prozent. Allein im März wurden monatlich rund 18,7 Millionen Angriffsversuche registriert. Mittlerweile enthält jede neunte Phishing-E-Mail einen bösartigen QR-Code.
Die Betrüger nutzen verstärkt auch den Postweg. In mehreren Regionen gingen gefälschte Briefe mit täuschend echten QR-Codes ein. Diese leiten die Opfer auf präparierte Seiten weiter, die das Online-Banking von Instituten wie der ING nachahmen. Ziel ist das Abgreifen von Zugangsdaten und Transaktionsnummern. Auch Kunden der AOK sowie Nutzer des Steuerportals Elster sind betroffen.
Smishing-Welle: WM als Einfallstor
Neben QR-Codes verzeichnet auch das SMS-Phishing (Smishing) ein deutliches Wachstum. Im zweiten Quartal 2026 stieg die Zahl dieser Vorfälle um 162 Prozent. Ein besonderer Fokus lag auf der Fußball-Weltmeisterschaft von April bis Juni. Sicherheitsexperten beobachteten einen Anstieg von Phishing-Versuchen mit Turnierbezug um 500 Prozent.
Kriminelle nutzen zunehmend Künstliche Intelligenz für personalisierte Angriffe. In einem Test konnten KI-Systeme den Standort von Personen anhand von Urlaubsfotos in 91 Prozent der Fälle korrekt bestimmen – selbst ohne Metadaten. Diese Informationen fließen in täuschend echte, ortsbezogene Phishing-Mails ein, die vermeintliche Sicherheitswarnungen lokaler Banken enthalten.
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Neue Gefahren für Freelancer und Reisende
Eine spezialisierte Kampagne richtet sich gegen europäische Content-Kreatoren. Angreifer versenden personalisierte E-Mails mit angeblichen Urheberrechtsverletzungen. Über manipulierte PDF-Reader wird die Malware Rhadamanthys eingeschleust, die sensible Daten der Betroffenen und ihrer Auftraggeber ausliest.
Auch im Reisesektor nehmen Betrugsfälle zu. Kriminelle verschaffen sich Zugriff auf Buchungssysteme von Unterkünften und kontaktieren Gäste über WhatsApp. Unter dem Vorwand einer notwendigen Datenbestätigung werden Links zu gefälschten Formularen verschickt – Ziel sind Kreditkarteninformationen.
Wer haftet bei Phishing-Schäden?
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Bei der Haftung gibt es klare gerichtliche Tendenzen. Der Bundesgerichtshof stellte bereits im Juli 2025 fest: Banken müssen im Schadensfall erstatten, sofern sie dem Kunden keine grobe Fahrlässigkeit nachweisen können. Diese Linie bestärkte der belgische Kassationshof Ende Juni 2026 – die Beweislast liegt bei den Kreditinstituten. Der Kunde haftet nur bei untypischem Verhalten für sein Profil.
Angesichts eines geschätzten jährlichen Schadens von rund 100 Milliarden Euro durch Finanzkriminalität plant die Bundesregierung einen 26-Punkte-Plan. Vorgesehen sind 1.500 neue Stellen in den Sicherheitsbehörden sowie ein verschärftes Strafmaß von bis zu 15 Jahren Haft für schwere Fälle.
Polizei und Finanzexperten raten zur Vorsicht bei unaufgeforderten QR-Codes oder SMS-Links. Im Verdachtsfall hilft die offizielle App des Dienstleisters oder der Sperr-Notruf 116116.
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