Quishing-Angriffe, QR-Code-Phishing

Quishing-Angriffe: QR-Code-Phishing springt um 146 Prozent

Veröffentlicht am: 17.07.2026 um 23:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Finanzinstitute und Regulierer reagieren auf steigende Cyberkriminalität mit KI-gestützten Abwehrsystemen und neuen Haftungsregeln.

Cyberangriffe nehmen zu: Banken und Behörden verschärfen Schutzmaßnahmen
Digitales Vorhängeschloss-Symbol über einem Netzwerk, mit unscharfen Händen, die ein Smartphone für Online-Banking nutzen. Betont Sicherheit. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Zahl der Cyberangriffe steigt rasant – und damit auch die Gegenmaßnahmen. Banken, Fintechs und Aufsichtsbehörden ziehen die Zügel an.

Die digitale Kriminalität entwickelt sich rasant weiter. Kriminelle nutzen zunehmend Künstliche Intelligenz, um Sicherheitsmechanismen zu umgehen. Die Folge: Immer mehr Verbraucher und Unternehmen werden Opfer von Online-Betrug. Nun reagieren Finanzinstitute und Regulierungsbehörden mit schärferen Regeln und moderneren Schutzsystemen.

Microsoft stellt Account nach 25 Jahren wieder her

Ein spektakulärer Fall zeigt, wie komplex die Sicherheitslage geworden ist. Mitte Juli erhielt der Streamer Joshua Khane seinen Microsoft-Account zurück – nachdem dieser wegen eines Sicherheitsvorfalls dauerhaft gesperrt worden war. Der Zugang war 25 Jahre alt und enthielt zwei Jahrzete persönlicher Daten, darunter Fotos und Spielehistorie. Erst nach öffentlichem Druck kehrte der Konzern seine Entscheidung um.

In Deutschland kämpft der Energieversorger GSW noch immer mit den Folgen eines Cyberangriffs Ende Juni. Das Unternehmen, das Kamen, Bönen und Bergkamen versorgt, arbeitet daran, seine Systeme wieder hochzufahren. Die Einspeisevergütung für Grünstrom soll in der dritten Juliwoche ausgezahlt werden, die regulären Abschlagszahlungen sollen eine Woche später folgen. Aktuelle Kundendaten blieben demnach unangetastet – ob ältere Datensätze betroffen sind, wird noch geprüft.

Neue Waffen gegen Kontobetrug

Der Fintech-Dienstleister Plaid hat am 17. Juli 2026 seine Identitätsprüfung aufgerüstet. Ziel: die wachsende Flut an Neukonto-Betrug einzudämmen. Laut Branchendaten stieg die Zahl der Opfer 2025 um 31 Prozent, die finanziellen Verluste legten um 13 Prozent zu. Die neuen Tools prüfen Dokumente auf Meta-Daten-Ebene, verlangen beidseitige Scans und nutzen ein KI-Modell zur Risikobewertung von E-Mails.

Parallel dazu treibt die indische Zentralbank (RBI) ein neues Haftungsmodell voran. Ab dem 1. Januar 2027 müssen Banken ihre Betrugsabwehr mit Künstlicher Intelligenz aufrüsten. Opfer von kleineren Digitalbetrugsfällen können dann mit einer Entschädigung von umgerechnet rund 270 Euro rechnen. „Die neuen Regeln setzen klare Anreize für bessere Sicherheitssysteme“, sagte RBI-Chef Sanjay Malhotra.

Anzeige

Angesichts der steigenden Zahl von gehackten Konten und Identitätsdiebstahl im Internet ist ein moderner Schutz wichtiger denn je. Dieser kostenlose Report zeigt Ihnen, wie Sie die neue Passkey-Technologie nutzen, um Passwörter sicher durch biometrische Merkmale zu ersetzen. Passkeys bei Amazon, WhatsApp & Co. jetzt gratis einrichten

KI-gestützte Angriffe auf dem Vormarsch

Der aktuell Bedrohungsbericht des indischen IT-Ministeriums schlägt Alarm: Cyberkriminelle setzen zunehmend KI ein, um Sitzungen zu klonen und die Zwei-Faktor-Authentifizierung zu umgehen. Die Angriffe tarnen sich als legitime Nutzersitzungen – eine wachsende Gefahr für den gesamten Finanzsektor.

Die Warnliste verdächtiger Trading-Apps wird länger. Namen wie Crendel, GlideNet, Qwintix, TokneFi, Sphalerite und Prydon kursieren in Sicherheitskreisen. Sie locken Nutzer mit fingierten Kontoständen in die Falle. Ein Schweizer Kunde der Baloise Bank verlor Ende 2025 umgerechnet rund 85.000 Euro, nachdem Unbefugte auf sein E-Banking zugegriffen hatten. Die Bank lehnt jede Haftung ab – die Transaktionen seien ordnungsgemäß autorisiert und die Limits per App erhöht worden.

Phishing wird immer raffinierter

Die Telekom warnt vor einer neuen Masche: Kriminelle geben sich als ehrliche Finder gestohlener Handys aus. Sie verschicken SMS mit Links zu gefälschten Apple- oder Google-Loginseiten, um Zugangsdaten abzugreifen und Diebstahlsperren zu umgehen. Die Zahl der sogenannten Quishing-Angriffe – Betrug über manipulierte QR-Codes – stieg im ersten Quartal 2026 um 146 Prozent.

Anzeige

Besonders auf Mobilgeräten sind viele Nutzer täglich Hackern und raffinierten Betrugsmaschen schutzlos ausgeliefert, da Sicherheitslücken oft unbemerkt bleiben. Mit fünf einfachen Schritten und den richtigen Updates können Sie Ihr Android-Smartphone sofort effektiv absichern und Ihre Daten dauerhaft vor Malware schützen. Kostenlosen Sicherheits-Leitfaden für Android-Nutzer sichern

Auch in Deutschland sind Verbraucher im Visier. Verbraucherschützer warnen vor Phishing-Mails, die angeblich von der AOK oder dem ELSTER-Portal stammen. Die AOK-Nachrichten behaupten fälschlich, dass vor 2023 ausgestellte Gesundheitskarten ausgetauscht werden müssten. Wer auf den Link klickt, landet auf betrügerischen Seiten, die persönliche Daten abgreifen.

ING schaltet Banking zeitweise ab

Die ING kündigte für die Nacht zum 18. Juli 2026 eine mehrstündige Wartungspause an. Ab Mitternacht stehen App und Online-Banking nicht zur Verfügung, Echtzeit-Überweisungen sind dann deaktiviert. Grund sind System-Upgrades – ein weiteres Zeichen dafür, dass die Finanzbranche ihre Sicherheitsinfrastruktur unter Hochdruck modernisiert.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69790568 |