Quishing-Alarm: QR-Code-Betrug nimmt um 150% zu
29.05.2026 - 00:39:27 | boerse-global.deBelgien, Frankreich, Italien und die Niederlande schlagen Alarm: QR-Code-Phishing – auch Quishing genannt – nimmt massiv zu. Kriminelle manipulieren QR-Codes, um Verbraucher auf gefälschte Webseiten zu locken und sensible Finanzdaten zu stehlen. Besonders betroffen sind Parkautomaten, Ladesäulen und Second-Hand-Plattformen.
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KI macht Betrug nahezu perfekt
Die Angreifer rüsten technologisch auf. Branchenanalysten schätzen, dass KI-gesteuerte Cyberkriminalität 2026 weltweit Schäden von über 440 Milliarden Euro verursachen könnte. Künstliche Intelligenz erstellt betrügerische Nachrichten und Webseiten ohne typische Rechtschreibfehler oder auffällige Formulierungen.
Die Zahlen sind alarmierend: Rund 86 Prozent aller Phishing-Kampagnen laufen bereits KI-gestützt ab. Die weltweiten Quishing-Vorfälle stiegen um 150 Prozent auf etwa 18 Millionen Fälle. Täglich versenden Kriminelle schätzungsweise 3,4 Milliarden betrügerische Nachrichten.
Von Parkautomaten bis zum Online-Marktplatz
Die Masche ist vielfältig. An Parkautomaten oder in Restaurants überkleben Täter echte QR-Codes mit manipulierten Aufklebern. Ein Fall aus Köln zeigt die Folgen: Eine Frau verlor rund 300 Euro, nachdem sie eine gefälschte Park-App für einen Aufenthalt in Kopenhagen nutzte. Weil sie die Transaktion selbst mit einer TAN autorisierte, verweigerten die Banken eine Erstattung.
Auch auf Second-Hand-Plattformen greift der Betrug um sich. Die Polizei Köln warnt vor Kriminellen, die Verkäufer kontaktieren und Links zu angeblichen Bezahldiensten schicken. Die täuschend echten Portale dienen nur dem Abgreifen von Kreditkartendaten. Zeitdruck soll die Opfer zu unüberlegten Handlungen zwingen.
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Neben Quishing wächst auch Smishing – Phishing via SMS. Polizeibehörden in Nordrhein-Westfalen melden Wellen betrügerischer Kurzmitteilungen mit Links zu gefälschten Bankseiten.
So schützen Sie sich vor Quishing
Sicherheitsexperten raten zur Vorsicht beim Scannen von QR-Codes. Prüfen Sie die Ziel-URL, bevor Sie sie öffnen. Geben Sie sensible Daten grundsätzlich nicht über Seiten ein, die Sie nur per QR-Code erreicht haben. Aktivieren Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) für Ihre Konten.
Im Betrugsfall ist schnelles Handeln gefragt: Lassen Sie Ihre Konten über den Sperr-Notruf 116 116 sperren, ändern Sie Passwörter und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.
Rechtlich bleibt die Rückforderung schwierig, wenn der Nutzer die Zahlung aktiv bestätigt hat. Das Finanzgericht Münster stellte zudem klar: Vermögensverluste aus Trickbetrug gelten nicht als außergewöhnliche Belastung im Steuerrecht. Die Revision wurde jedoch zugelassen.
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