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Que Choisir prüft Matcha: Eine Tasse erreicht das 3,8-Fache des Referenzwerts

Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 05:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Que Choisir fand in sieben Matcha-Produkten Aluminium; fünf überschritten den Anses-Referenzwert, EU-weite Grenzwerte fehlen bislang.

Matcha-Test: Aluminium in allen sieben Proben nachgewiesen
Leuchtend grünes Matchapulver in einer schlichten Keramikschale auf einem dunklen Holztisch. Illustration mit AI erstellt.

Die Belastung von Lebensmitteln durch Schwermetalle und Leichtmetalle steht zunehmend im Fokus der Verbraucherschutzbehörden. In einer am 24. September 2026 veröffentlichten Studie untersuchte die Organisation Que Choisir sieben verschiedene Matcha-Referenzen.

Die Ergebnisse deuten auf eine systematische Belastung hin: In sämtlichen Proben wurden Spuren von Aluminium nachgewiesen. Besonders kritisch bewerten die Analysten, dass fünf der sieben getesteten Produkte den von der französischen Behörde Anses festgelegten Referenzwert überschritten.

Testergebnisse und betroffene Marken

Die Untersuchung von Que Choisir umfasste ein breites Spektrum an Herstellern, darunter Milia, Anataé, Touch Organic, Matcha & Co, Terre d'Oc, Bulk sowie Aromandise. Bei der detaillierten Analyse zeigte sich eine erhebliche Streuung der Belastungswerte. Im Fall der am stärksten belasteten Probe entsprach bereits eine einzige Tasse dem 3,8-fachen des Anses-Referenzwerts; ein Wert lag sogar fast vierfach über dieser Marke.

Für die Bewertung der gesundheitlichen Risiken legten die Prüfer ein Szenario zugrunde, das von einer Person mit 70 kg Körpergewicht und einem Konsum von einer Tasse Matcha pro Tag ausgeht. Unter diesen Bedingungen überschritten vier der sieben untersuchten Referenzen den toxikologischen Referenzwert (VTR) der Anses.

Dennoch betont Que Choisir, dass keine der getesteten Marken gegen geltendes Recht verstößt. Dies liegt vor allem daran, dass auf Ebene der Europäischen Union bislang keine Grenzwerte für Aluminium in Lebensmitteln oder Getränken festgeschrieben wurden.

Divergierende Referenzwerte und fehlende Regulierung

Die Bewertung der Aluminiumaufnahme variiert je nach Institution erheblich. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfiehlt bereits seit 2008 eine maximale Aufnahme von 1 mg Aluminium pro Kilogramm Körpergewicht pro Woche, was rechnerisch etwa 143 µg pro Kilogramm Körpergewicht am Tag entspricht.

Im Vergleich dazu setzte die Anses im Jahr 2025 einen deutlich strengeren Referenzwert von lediglich 40 µg Aluminium pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag an.

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Alle sieben getesteten Matcha-Produkte enthielten Aluminium, fünf lagen über dem Referenzwert der französischen Behörde Anses — und die EU hat bis heute keinen Grenzwert festgelegt. Wer seinen Matcha trotzdem genießen will, findet in diesem kostenlosen Ratgeber die wichtigsten Kauf- und Dosier-Kriterien. Jetzt kostenlosen Matcha-Ratgeber anfordern

Dass die Gesamtbelastung der Bevölkerung bereits hoch ist, verdeutlicht eine Anses-Studie aus dem Jahr 2026. Demnach überschreiten in Frankreich bereits 39 % der Erwachsenen und 76 % der Kinder den toxikologischen Referenzwert allein durch ihre übliche tägliche Ernährung.

Da eine übermäßige Aufnahme von Aluminium als neurotoxisch gilt, stellt die zusätzliche Belastung durch spezifische Genussmittel wie Matcha ein potenzielles Gesundheitsrisiko dar.

Ursachen der Belastung und Rückstände

Die Ursache für die hohen Aluminiumkonzentrationen liegt primär in den Anbaubedingungen. Teepflanzen nehmen Aluminium aus den vulkanischen Böden in China und Japan auf. Ein entscheidender Faktor bei Matcha ist die Verarbeitungsform: Da es sich um zu Pulver vermahlenes Tencha-Blatt handelt, wird das gesamte Blatt verzehrt.

Im Gegensatz zu herkömmlichem Aufguss-Tee, bei dem sich das Aluminium nur teilweise aus den Blättern löst, gelangt beim Matcha die gesamte im Blatt gespeicherte Menge in den Körper.

In Bezug auf Pestizidrückstände lieferte die Untersuchung ein differenzierteres Bild. Von insgesamt 27 untersuchten Matcha- und Grüntee-Referenzen enthielten zwar zwölf Proben Pestizide, doch nach dem Aufguss waren diese in den meisten Fällen nicht mehr nachweisbar. Lediglich bei einer Matcha-Referenz, die nicht aus biologischem Anbau stammte, konnten beim Verzehr tatsächliche Pestizidrückstände festgestellt werden.

Marktentwicklung und Empfehlungen für den Konsum

Trotz der Diskussionen um Schadstoffbelastungen boomt der Markt für Matcha-Produkte. In den Jahren 2023 bis 2024 haben sich die Verkaufszahlen verfünffacht. Laut Prognosen von The Economist wird für den Gesamtmarkt bis zum Jahr 2029 ein weiteres Wachstum von 53 % erwartet.

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Aufgrund der Studienergebnisse rät Que Choisir den Verbrauchern zu einem maßvollen Umgang mit dem Trendgetränk. Es werde empfohlen, Matcha nicht täglich zu konsumieren. Zudem zeigte die Analyse, dass teurere Produkte sowie Matcha der Qualitätsstufe „Cérémonie“ tendenziell geringere Belastungen aufwiesen. Experten raten daher dazu, beim Kauf auf diese hochwertigeren Qualitäten zu setzen, um die Aluminiumaufnahme zu minimieren.

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