QR-Codes, Android

QR-Codes scannen: Android und iOS machen Zweitgerät überflüssig

15.06.2026 - 20:16:27 | boerse-global.de

Aktuelle Smartphone-Updates ermöglichen das Scannen von QR-Codes auf dem eigenen Bildschirm ohne Zweitgerät.

QR-Codes selbst scannen: Neue Android- und iOS-Funktionen
QR-Codes - A close-up of a smartphone screen showing a QR code, with a faint digital scanning effect over it. 15.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Neue Funktionen auf Android und iOS machen den Zweitgeräte-Workaround überflüssig.

Bislang war es eine kleine technische Hürde: Ein QR-Code auf dem eigenen Smartphone-Bildschirm ließ sich nicht einfach mit demselben Gerät scannen. Das ändert sich nun grundlegend. Sowohl Android als auch iOS bieten integrierte Werkzeuge, die das sogenannte „Self-Scanning" ermöglichen – ohne zweites Handy oder externe Hardware.

Android: Circle to Search und Google Lens als Schlüssel

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Für Nutzer von Pixel- und Samsung-Geräten steht die Funktion „Circle to Search" bereit. Ein langer Druck auf die Home-Taste genügt, um den auf dem Display angezeigten Code zu markieren und den dahinterliegenden Link zu öffnen. Alternativ lässt sich ein Screenshot erstellen und in Google Photos öffnen – die dort integrierte Google Lens erkennt den Code automatisch und schaltet die Weiterleitung frei.

iOS: Live Text macht den Unterschied

iPhone-Nutzer mit iOS 15 oder neuer gehen ähnlich vor: Ein Screenshot wird in der Fotos-App geöffnet. Dank der Live-Text-Funktion erscheint ein QR-Code-Symbol auf dem Bild – ein Antippen genügt, und der Link öffnet sich im Browser. Branchenberichte bestätigen: Diese nativen Funktionen machen externe Kameras oder zusätzliche Apps überflüssig.

Sicherheitslogik und Authentifizierung im Wandel

Die großen Technologiekonzerne haben ihre Dokumentationen im Juni 2026 entsprechend aktualisiert. Google empfiehlt iPhone- und iPad-Nutzern für die Kontoverifizierung per QR-Code einen Abstand von rund 30 Zentimetern zum optimalen Erkennen. Microsoft hat seine Verfahren für die Authenticator-App präzisiert: Sowohl für persönliche Konten (Outlook, Hotmail) als auch für Geschäftskonten können Anmeldedaten per QR-Code oder manuell hinzugefügt werden – falls die Kamera nicht verfügbar ist. Diese digitalen Identifikationsmethoden werden zum Standard für die Multi-Faktor-Authentifizierung.

Die Schattenseite: „Quishing" als neue Gefahr

Mit der zunehmenden Nutzung von QR-Codes auf dem eigenen Gerät wächst auch das Risiko. Sicherheitsexperten warnen vor „Quishing" – einer Phishing-Variante, die auf manipulierte QR-Codes setzt. Die Gefahr: Ungeprüfte Codes können auf betrügerische Webseiten führen oder zum Diebstahl von Zugangsdaten genutzt werden.

Ein für den 18. Juni 2026 in Gütersloh angesetztes Sicherheitsseminar widmet sich genau diesen Risiken. Branchenanalysten raten kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU), QR-Codes nur in ein umfassendes Cybersicherheitskonzept einzubetten – insbesondere im Zeitalter von Künstlicher Intelligenz und großen Sprachmodellen, die neue Angriffsvektoren eröffnen.

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Vom Industrie-Standard zum Alltagshelfer

Die heutige Allgegenwart des QR-Codes begann 1994. Damals entwickelte Masahiro Hara bei Denso Wave, einer Tochter von Toyota, die Technologie. Das Design setzt auf drei große „Finder Patterns" in den Ecken zur Orientierung – eine vierte Ecke bleibt bewusst frei, damit die Software die Ausrichtung erkennen kann.

Dass der QR-Code heute weltweit verbreitet ist, verdankt sich einer klugen Entscheidung: Denso Wave verzichtete auf eine strikte Durchsetzung seiner Patente. So wurde der Code zum universellen Standard. Die Anwendungen reichen längst über die industrielle Logistik hinaus – von digitalen Hochzeitsprogrammen bis zu AR-basierten Messwerkzeugen. Samsungs jüngste Software-Updates integrieren etwa KI-gesteuerte Dokumentenscanner und die Funktion „Quick Measure", die auf denselben optischen Erkennungstechnologien aufbauen.

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