QR-Code-Betrug, Fälle

QR-Code-Betrug explodiert: 5.134 Fälle und 28,67 Mio. Ringgit Schaden H1 2026

Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 19:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Group-IB registriert die rasche Rückkehr von Outsider, während QR-Betrug, Sitzungstoken-Angriffe und KI-gestützte Attacken zunehmen.

Outsider kehrt nach Takedown mit über 700 Phishing-Seiten zurück
Dunkle, industrielle Gasse mit sichtbaren Kabeln, die eine Atmosphäre von versteckter digitaler Infrastruktur vermittelt. Illustration mit AI erstellt.

Die als „Outsider“ bekannte Phishing-as-a-Service-Operation (PaaS) hat eine koordinierte Zerschlagung durch internationale Sicherheitsbehörden und Technologieunternehmen offenbar ohne dauerhaften Schaden überstanden. Wie aus einem Bericht des Sicherheitsunternehmens Group-IB vom 3. September 2026 hervorgeht, bauten die Hintermänner innerhalb eines Monats nach der sogenannten „Operation Ghost Hook“ bereits mehr als 700 neue Phishing-Seiten auf.

Schnelle Reaktivierung nach Operation Ghost Hook

Die Operation Ghost Hook, die am 13. Juni 2026 gemeinsam vom FBI, Google und Lumen durchgeführt wurde, zielte darauf ab, die umfangreiche Infrastruktur von Outsider dauerhaft zu deaktivieren.

Vor diesem Takedown-Versuch betrieb die Gruppe laut Analysen von Group-IB zwischen Dezember 2025 und Mai 2026 mehr als 100.000 Phishing-Seiten in über 54 Ländern. Das kriminelle Netzwerk verfügte zu diesem Zeitpunkt über 267 verschiedene Vorlagen (Templates) und mehr als 10.000 Domains.

Trotz des Eingriffs der Behörden blieb der Kern der Organisation intakt. Die Plattform bediente vor der Zerschlagung über 230 Käufer und unterhielt einen Telegram-Kanal mit mehr als 5.000 Abonnenten. Die schnelle Rückkehr der Gruppe unterstreicht die Widerstandsfähigkeit moderner PaaS-Modelle gegenüber behördlichen Maßnahmen.

Technologische Evolution und Umgehung von Sicherheitsmaßnahmen

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Parallel zur Rückkehr etablierter Akteure beobachten Sicherheitsforscher eine zunehmende Professionalisierung bei den Angriffswerkzeugen. Das Sicherheitsunternehmen Huntress identifizierte kürzlich ein neues Phishing-as-a-Service-Kit namens „Knight Office“.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Methoden stiehlt dieses Kit keine Passwörter, sondern zielt auf aktive Microsoft-365-Sitzungen ab. Durch den Diebstahl von Sitzungstoken sind die Angreifer in der Lage, die Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) vollständig zu umgehen.

Zudem berichtet Zimperium über eine neue Kampagne, die Browser-in-the-Browser-Angriffe (BitB) nutzt, um gezielt Anmeldedaten von Unternehmen wie Amazon, Apple, Boeing und Lego zu entwenden. Die Angreifer filtern dabei gezielt persönliche E-Mail-Domains aus, um ausschließlich Unternehmenskonten zu infiltrieren.

Besonders mobile Nutzer seien durch diese visuell schwer erkennbaren Täuschungsmanöver gefährdet. Microsoft Threat Intelligence warnt ergänzend vor einem Missbrauch von Microsoft Teams. Hierbei geben sich Angreifer als externer IT-Support aus, um Remote-Sitzungen zu erzwingen und sich mittels Tools wie PowerShell und Node.js lateral bis zu den Domain-Controllern vorzuarbeiten.

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Massiver Anstieg bei QR-Code-Betrug und KI-Einsatz

Ein deutlicher Trend zeigt sich auch bei der missbräuchlichen Verwendung von QR-Codes. Statistiken der malaysischen Polizei belegen eine drastische Zunahme dieser Betrugsfälle. Während im Jahr 2023 lediglich 223 Fälle mit einem Verlust von 4,59 Millionen Ringgit verzeichnet wurden, stieg die Zahl im Jahr 2025 auf 5.907 Fälle und Verluste von 40,85 Millionen Ringgit.

Im ersten Halbjahr 2026 wurden bereits 5.134 Fälle registriert, die zu einem Schaden von 28,67 Millionen Ringgit (ca. 9,44 Millionen Singapur-Dollar) führten. Regional konzentrieren sich diese Vorfälle vor allem auf Selangor, Johor und Kuala Lumpur.

Auch der Einsatz künstlicher Intelligenz verändert die Bedrohungslage. Palo Alto Networks Unit 42 dokumentierte einen Fall, bei dem Ransomware-Akteure KI-Agenten nutzten, um innerhalb von weniger als zehn Stunden in ein Netzwerk einzudringen. Die KI orchestrierte dabei über 50 verschiedene Techniken des MITRE-ATT&CK-Frameworks, während die strategische Steuerung weiterhin durch Menschen erfolgte.

Gleichzeitig identifizierte Kaspersky Aktivitäten der iranischen Gruppe Nimbus Manticore (auch bekannt als Mirage Kitten). Diese verteilt über gefälschte Coding-Challenges auf LinkedIn die Malware-Stämme NodeRabbit und PollCat. Diese Cross-Plattform-Tools für Windows, Linux und macOS zielen primär auf Softwareentwickler im Mittleren Osten und Afrika ab, wobei NodeRabbit für die Kommunikation auf Azure-Server zurückgreift.

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