QISA-Volumen, Maßstäbe

QISA-Volumen C5: Neue Maßstäbe bei chronischen Schmerzen

02.05.2026 - 01:21:50 | boerse-global.de

Neue Qualitätsstandards und eine preisgekrönte App revolutionieren die Behandlung chronischer Schmerzen in Deutschland.

QISA-Volumen C5: Neue Maßstäbe bei chronischen Schmerzen - Foto: über boerse-global.de
QISA-Volumen C5: Neue Maßstäbe bei chronischen Schmerzen - Foto: über boerse-global.de

Neue Qualitätsindikatoren und digitale Innovationen sollen die Versorgung von Millionen Patienten verbessern.

Neue Leitlinien für Hausarztpraxen

Der AOK-Bundesverband und das aQua-Institut haben am 30. April 2026 das QISA-Volumen C5 veröffentlicht. Es enthält 13 Qualitätsindikatoren speziell für die Behandlung chronischer, nicht-tumorbedingter Schmerzen. Das Ziel: Eine strukturierte Langzeitversorgung bei Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis.

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Im Fokus stehen validierte Schmerzerfassungen, klare Therapieziele und die strenge Überwachung von Medikamenten. Besonders der Einsatz von Opioiden und nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) soll optimiert werden. „Die aktuelle ambulante Versorgung entbehrt oft strukturierter Konzepte und ist zu stark auf somatische Ursachen fixiert", kritisiert Cornelia Straßner, Oberärztin am Universitätsklinikum Heidelberg und Mitautorin des neuen Bandes. Nicht-medikamentöse Ansätze würden häufig vernachlässigt, während Opioide mitunter unangemessen verschrieben würden.

Die Indikatoren entstanden im Rahmen des RELIEF-Projekts, das vom Bundesforschungsministerium von 2022 bis 2027 gefördert wird. Das QISA-System umfasst nun 16 Bände mit über 200 Indikatoren. Eine randomisierte kontrollierte Studie in mindestens 20 Praxen soll die neuen Standards validieren.

Digitale Helfer und molekulare Durchbrüche

Auf dem 132. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) Ende April 2026 wurde die App „Axia" mit dem Peter-Müller-Innovationspreis ausgezeichnet. Die von Applimeda in Kooperation mit dem Uniklinikum Würzburg entwickelte Anwendung ist die erste Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) für entzündlich-rheumatische Erkrankungen – speziell für axiale Spondyloarthritis.

Eine randomisierte Studie mit 200 Teilnehmern belegte signifikante Verbesserungen bei Krankheitsaktivität, Funktionsfähigkeit und Lebensqualität. Über 50 Prozent der Nutzer erreichten ein klinisch relevantes Ansprechen. Die digitale Bewegungstherapie erweist sich damit als wirksame Ergänzung zur klassischen Pharmakotherapie.

Forscher der Universität Jena und der Harvard University haben zudem die komplexe Wirkung von Kortison entschlüsselt. Ihre in den PNAS veröffentlichte Studie zeigt: Der Zeitpunkt der Gabe ist entscheidend. Kortison reguliert das Enzym 15-Lipoxygenase je nach Entzündungsphase unterschiedlich. In frühen Phasen fördert es entzündungsauflösende Resolvine, in späteren kann es den Heilungsprozess sogar hemmen. Das erklärt, warum die Wirksamkeit von Kortison mit der Zeit nachlässt.

Spezialisierte Versorgung für komplexe Fälle

In Bielefeld eröffnete das Evangelische Klinikum Bethel am 1. April 2026 eine neue universitäre Schmerzambulanz. Sie ersetzt frühere ermächtigungsbasierte Einrichtungen und erweitert das ambulante Versorgungsspektrum für Patienten mit komplexen Schmerzsyndromen.

Besondere Herausforderungen gibt es bei älteren Patienten. Eine am 1. Mai 2026 veröffentlichte Studie aus Leeds zeigt: Spondyloarthritis (SpA) äußert sich bei über 50-Jährigen oft anders als bei jüngeren. Während jüngere Patienten typischerweise axiale Symptome zeigen und häufig HLA-B27-positiv sind, leiden ältere vermehrt an peripherer Arthritis und Daktylitis. Diese Symptome können eine Polymyalgia rheumatica vortäuschen und zu Diagnoseverzögerungen führen.

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Das Uniklinikum Erlangen meldete einen spektakulären Fall: Ein 47-jähriger Patient mit drei schweren Autoimmunerkrankungen erreichte nach einer einzigen Infusion von CD19-CAR-T-Zellen eine vollständige Remission. Neun vorherige Therapien waren gescheitert. Nach elf Monaten blieb der Patient ohne weitere Medikamente in Remission – ein vielversprechender Ausblick auf die Zukunft der Zelltherapie.

Neue Medikamente auf dem Markt

Seit dem 1. Mai 2026 sind mehrere neue Präparate in Deutschland verfügbar. Dazu gehört Rezurock (Belumosudil), ein selektiver ROCK2-Hemmer gegen chronische Graft-versus-Host-Erkrankung. Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) empfahl zudem die Zulassung von Atogepant zur akuten Migränebehandlung bei Erwachsenen, basierend auf der Phase-III-ECLIPSE-Studie.

Forscher der University of Pennsylvania entwickeln injizierbare Filler zur Stabilisierung von Zahnfleischgewebe bei Parodontitis. Studien in Advanced Materials deuten darauf hin, dass mechanische Gewebeerweichung Entzündungsreaktionen auslösen kann. Auch GLP-1-Analoga – ursprünglich gegen Diabetes und Übergewicht entwickelt – rücken zunehmend in den Fokus: Sie könnten das Fortschreiten von Kniearthrose verlangsamen.

Ausblick: Integrierte Schmerzmedizin

Der 15. Nationale „Aktionstag gegen den Schmerz" am 2. Juni 2026 wird die Öffentlichkeit über moderne Schmerztherapien informieren – von Akupunktur über TENS bis zu psychologischen Interventionen. In Meerbusch-Lank hält Chefarzt Tilmann E. Lewan am 6. Mai 2026 einen Vortrag zur Integration medizinischer, physikalischer und psychologischer Therapien.

Die Daten aus den Hausarztpraxen, die die neuen QISA-Indikatoren anwenden, werden voraussichtlich in künftige nationale Behandlungsleitlinien einfließen. Der Erfolg der neuen Standards hängt entscheidend davon ab, ob Hausärzte bereit sind, über rein somatische Behandlungen hinauszugehen und den Patienten ganzheitlicher zu betrachten.

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