Qigong, Krebs

Qigong bei Krebs: Studie belegt weniger Depression und bessere Lebensqualität

Veröffentlicht: 18.07.2026 um 18:21 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Klinische Studie belegt: Qigong lindert Depressionen bei Krebspatientinnen. Chinesische Behörden fördern die traditionelle Praxis saisonal.

Qigong-Studie: Positive Effekte bei Brustkrebs belegt
Eine ältere asiatische Person in traditioneller Kleidung führt ruhige Qigong-Übungen bei Sonnenaufgang in einer ruhigen Naturkulisse aus. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Praxis aus Bewegung, Atmung und Meditation wird klinisch erforscht, von Krankenkassen anerkannt – und von jungen Chinesen neu interpretiert.

Krebsstudie belegt positive Effekte

Wissenschaftler des University of Texas M. D. Anderson Cancer Center untersuchten die Wirkung von Qigong auf 96 Brustkrebs-Patientinnen in Shanghai. Fünfmal pro Woche trainierten die Frauen 40 Minuten lang – während ihrer Strahlentherapie.

Das Ergebnis: Die Qigong-Gruppe zeigte signifikant weniger depressive Symptome und eine bessere Lebensqualität. Besonders profitierte jene Patientinnen, die zu Beginn der Therapie hohe Belastungswerte aufwiesen. Die positiven Effekte waren noch drei Monate nach Behandlungsende messbar. Die Kontrollgruppe verzeichnete keine vergleichbaren Veränderungen.

Experten führen die Wirkung auf die Kombination aus Bewegung, tiefer Atmung und mentaler Entspannung zurück. Das Zusammenspiel wirkt sich positiv auf Stoffwechsel und psychische Stabilität aus.

China setzt auf saisonale Prävention

Das Nationale Amt für Traditionelle Chinesische Medizin veranstaltete am 16. Juli eine Pressekonferenz in Peking. Thema: die „Sommer-Wellness“ (Sanfutian) zur Krankheitsvorbeugung. Der diesjährige Anwendungszeitraum läuft vom 15. Juli bis zum 23. August.

Der stellvertretende Abteilungsleiter Dong Yunlong erläuterte das Prinzip, Winterkrankheiten bereits im Sommer zu behandeln. Die Behörde hat mittlerweile 33 nationale Fachzentren für präventive Behandlung eingerichtet. Neben Qigong kommen spezielle „Sanfutie“-Pflaster zum Einsatz, um die körpereigene Abwehr für die kalte Jahreszeit zu stärken.

In Deutschland erkennen gesetzliche Krankenkassen Qigong bereits als wirksames Instrument der Stressprävention an.

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„Baduanjin Rave“: Tradition trifft Clubkultur

Eine überraschende Entwicklung: Junge Chinesen entdecken Qigong für sich neu. Unter dem Begriff „New Chinese Wellness“ kombinieren sie traditionelle Formen wie das über 800 Jahre alte „Baduanjin“ (die acht Brokate) mit modernen Elementen.

Aktueller Trend ist der sogenannte „Baduanjin Rave“. Dabei werden die klassischen Bewegungsabfolgen zu elektronischer Ambient- oder Technomusik praktiziert. Die Motivation: Ausgleich zu mentaler Erschöpfung und typischen Beschwerden der modernen Arbeitswelt wie Nackenschmerzen.

Qigong wandelt sich damit vom rein traditionellen Übungssystem zum Lifestyle-Element für Stressbewältigung.

Breites Fortbildungsangebot für 2026

Die methodische Vielfalt des Qigong zeigt sich in den zahlreichen Lehrangeboten für das zweite Halbjahr 2026. Die Ansätze reichen von den „18 Übungen des Qigong Shibashi“ nach Prof. Lin Housheng bis zur Selbstmassage „Fünf Sinne klären“ nach Liu Ya Fei.

Regionale Bildungseinrichtungen bieten spezialisierte Kurse an:

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  • Elemente-Lehre: Ab August werden die fünf Elemente (Wasser, Holz, Feuer, Erde, Metall) mit den „acht Brokaten“ verbunden.
  • Intensivkurse: Formate am Starnberger See im Oktober konzentrieren sich auf Muskelkräftigung und Atemvertiefung im Gehen, Stehen und Sitzen.
  • Kombinationstechniken: Fortgeschrittenenkurse im November und Dezember integrieren Akupressur und Meridian-Abklopfen in die fließenden Bewegungsabläufe.

Die Ausbildungstrends zeigen: Qigong wird zunehmend differenziert vermittelt. Die Verbindung von traditioneller Lehre und modernen Präventionsbedürfnissen steht dabei im Vordergrund.

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