Qi2 25W: Magnetisches Laden steigert die Leistung um fast 70 Prozent
Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 19:26 Uhr | Redaktion boerse-global.deAktuelle technische Ratgeber beleuchten die Unterschiede zwischen kabelgebundenem und kabellosem Schnellladen von Smartphones. Während kabelgebundene Systeme typischerweise höhere Leistungen von etwa 20 bis über 100 W erreichen und Energie effizienter übertragen, punktet die induktive Methode vor allem durch Bedienkomfort. Demgegenüber stehen bei kabellosen Systemen eine prinzipbedingt geringere Effizienz sowie eine spürbar höhere Wärmeentwicklung.
Zusammenspiel von Hardware und Ladeleistung
Die tatsächlich nutzbare Ladegeschwindigkeit wird nicht allein durch eine hohe Nennleistung des Netzteils bestimmt. Ausschlaggebend ist vielmehr das Zusammenspiel aus dem Endgerät, der verbauten Ladeelektronik, dem verwendeten Kabel sowie dem internen Temperaturmanagement. Erwärmt sich das Smartphone während des Vorgangs oder nähert sich der Akku einem Füllstand von 100 Prozent, greifen Schutzmechanismen, die den Ladestrom drosseln.
Die Verbindung über ein USB-C-Kabel ist nach EU-Vorgaben seit dem 28. Dezember 2024 für Telefone und seit dem 28. April 2026 für Notebooks verbindlicher Standard. Als globale Basis für das leitungsgebundene Schnellladen fungiert dabei USB Power Delivery (USB-PD), das Spannungen und Ströme digital zwischen Gerät und Netzteil aushandelt.
Gängige Leistungsstufen liegen bei 18 W, 30 W, 45 W sowie 60/65 W, während das Protokoll maximal bis zu 100 W ermöglicht. Für kompakte Netzteile mit 65 W oder 100 W kommt vermehrt Galliumnitrid (GaN) zum Einsatz. Ältere herstellerspezifische Protokolle wie Qualcomms Quick Charge (QC 3.0/2.0 mit maximal 18 W über D+/D-) verlieren gegenüber USB-PD zunehmend an Relevanz.
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Für die meisten Smartphones reicht ein USB-C-Netzteil mit 45 bis 65 W nach USB-PD-Standard aus, da die Spitzenwerte gängiger Geräte oft zwischen 20 und 60 W liegen. Ein Netzteil mit höherer Leistung stellt dabei kein Sicherheitsrisiko dar, da das Smartphone den Ladefluss reguliert.
Umgekehrt limitiert ein zu schwaches Netzteil die Geschwindigkeit. Auch das Kabel kann den Durchsatz begrenzen: Standard-USB-C-Kabel übertragen meist bis zu 60 W. Höhere Leistungen – wie etwa für bestimmte Notebooks mit Bedarf an 67 bis 140 W – verlangen nach separat ausgewiesenen Kabeln für 100 W oder 240 W.
Spezifische Profile bei Samsung, Google und Apple
Moderne Smartphones verlangen für maximale Ladegeschwindigkeiten häufig die PD-Erweiterung Programmable Power Supply (PPS). Diese Technik erlaubt eine dynamische Feinabstimmung von Strom und Spannung zur Reduzierung der Hitzeentwicklung.
Samsung setzt für seine Schnellladetechnologie auf PPS. Während ältere Modelle wie das Galaxy S21 Ultra für 45 W ein Profil von 9 V bei 5 A nutzten, erfordern neuere Modelle 12 V bei 3 A. Für 65 W beim Galaxy S26 Ultra wird ein Profil von 21 V bei 3 A benötigt. Fehlt dem Netzteil das passende Profil, fällt die Leistung ab. So lädt ein Galaxy Tab A11 grundsätzlich nur mit 15 W, auch an einem 25-W-Netzteil.
Google verlangt für das Pixel 7 bis Pixel 11 Pro mindestens ein 30-W-Netzteil mit USB-PD und PPS, um volle Laderaten zu erzielen. Das Pixel Pro XL sowie das Pixel 11 Pro XL erreichen bis zu 45 W, wofür ein 21-V-PPS-Profil bereitstehen muss. Das Pixel 11 unterstützt zudem unterhalb von 50 Prozent Akkustand einen speziellen Schnelllademodus.
Apple setzt seit dem iPhone 8 und iPhone X auf USB-PD. Neuere Modellreihen verlangen für kurze Ladezeiten Netzteile ab 20 W bis 40 W. Bei Spitzenmodellen wie dem iPhone 18 Pro und Pro Max kommt die Unterstützung von USB PD 3.2 mit Adjustable Voltage Supply (AVS) zum Tragen, wodurch Ladeleistungen von bis zu 60 W an geeigneten Adaptern abgerufen werden können.
Entwicklung und Grenzen des kabellosen Ladens
Beim kabellosen Laden wird Energie mittels resonanter induktiver Kopplung über ein magnetisches Wechselfeld zwischen zwei Spulen übertragen. Typische Qi-Ladefrequenzen bewegen sich versionsabhängig im Bereich von 110 bis 205 kHz. Eine präzise Ausrichtung beider Spulen ist entscheidend, um den Kopplungsgrad hochzuhalten.
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Der im November 2023 eingeführte Qi2-Standard liefert 15 W und verringerte durch magnetische Zentrierung die Effizienzverluste. Im Juli 2025 spezifizierte das Wireless Power Consortium (WPC) zudem Qi2 25W (Qi2.2), was fast 70 Prozent mehr Leistung erlaubt.
Magnetische Ladesysteme wie Apples MagSafe oder Googles Pixelsnap nutzen diesen Ansatz, wobei für die volle kabellose Leistung meist Zuspiel-Netzteile von mindestens 30 W oder 35 W erforderlich sind. Trotz dieser Verbesserungen bleibt kabelloses Laden wegen der unvermeidlichen Wärmeentwicklung und Leitungsverluste hinter den Spitzenwerten leitungsgebundener Verbindungen zurück.
