Psychotherapie-Master, Plätze

Psychotherapie-Master in Österreich: 500 öffentlich finanzierte Plätze

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 15:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Zehn Hochschulen bieten ab dem Wintersemester 2026/27 500 geförderte Plätze; der ÖBVP hält einen weiteren Ausbau für nötig.

Österreich startet öffentlichen Psychotherapie-Master mit 500 Studienplätzen
Ein heller, minimalistischer Lernbereich in einer modernen Universität mit leeren Holztischen und natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Mit dem 1. Oktober 2026 erfährt die psychotherapeutische Ausbildung in Österreich eine grundlegende Neuausrichtung. Erstmals wird an öffentlichen Universitäten ein ordentliches Masterstudium für Psychotherapie angeboten, wodurch die Ausbildung eine neue akademische Verankerung erhält.

Bisher war der Weg in den Beruf primär durch private Träger und hohe Eigenkosten geprägt; die nun erfolgte Integration in den staatlichen Hochschulsektor soll den Zugang breiter fächern und die Professionalisierung vorantreiben.

Kapazitäten und regionale Verteilung der Studienplätze

Ab dem Wintersemester 2026/27 beteiligen sich insgesamt zehn öffentliche Universitäten sowie Fachhochschulen an dem neuen Angebot. Die Anzahl der öffentlich finanzierten Studienplätze liegt bei insgesamt 500 pro Jahr. Diese verteilen sich auf Standorte in Graz, Innsbruck, Klagenfurt, Krems, Linz, Salzburg und Wien.

Um die nationale Versorgungssicherheit im Bereich der psychischen Gesundheit zu gewährleisten, wurde eine Quotenregelung implementiert. Demnach sind 75 % der zur Verfügung stehenden Studienplätze für Österreicherinnen und Österreicher vorgesehen. Damit reagiert das Bildungssystem auf den hohen Bedarf an qualifizierten Fachkräften im Inland.

Die neue dreistufige Ausbildungsstruktur

Die Reform sieht eine klare Gliederung des Qualifizierungsweges vor. Das Studium ist in drei wesentliche Abschnitte unterteilt:

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  1. Ein fachlich einschlägiger erster Abschnitt (Bachelorstudium).
  2. Ein darauf aufbauendes, viersemestriges Masterstudium mit einem Umfang von mindestens 120 ECTS-Punkten.
  3. Eine anschließende, mehrjährige postgraduale Fachausbildung.

Zuvor war die Ausbildung in ein zweijähriges Propädeutikum und ein darauf folgendes Fachspezifikum gegliedert, das je nach gewählter Fachrichtung zwischen drei und sechs Jahren in Anspruch nahm. Mit der neuen Struktur wird die Psychotherapie enger an die universitären Standards der Bologna-Architektur gebunden.

Finanzielle Entlastung und berufspolitische Forderungen

Ein zentraler Punkt der Neuerung ist die teilweise Übernahme der Kosten durch die öffentliche Hand. In der Vergangenheit war die Ausbildung für Studierende mit erheblichen finanziellen Belastungen verbunden, die sich oft auf mehrere zehntausend Euro beliefen. Im neuen System werden Teile der Selbsterfahrung und Supervision öffentlich finanziert, was den Zugang zum Beruf unabhängiger vom sozialen Hintergrund gestalten soll.

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Trotz der Erweiterung des Angebots gibt es aus der Branche Stimmen, die weiteren Handlungsbedarf sehen. Der Österreichische Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP) wies in Stellungnahmen Ende September 2026 darauf hin, dass die Kapazitäten mittelfristig noch nicht ausreichen könnten.

Laut Einschätzung des Verbandes würden etwa doppelt so viele Masterplätze benötigt, um den Bedarf nachhaltig zu decken. Zudem forderte der ÖBVP, dass für den postgradualen Abschnitt nach dem Masterstudium ausreichend Fachausbildungsplätze und entsprechende Beschäftigungsverhältnisse geschaffen werden müssen, um einen reibungslosen Übergang in die Praxis zu ermöglichen.

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