Psychosoziale, Notfallversorgung

Psychosoziale Notfallversorgung: Sachsen startet erste PSNV-B-Staffel

Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 18:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die neue Einheit im Landkreis Görlitz ergänzt den Bevölkerungsschutz; Übungen in mehreren Bundesländern erprobten psychosoziale Hilfe.

Sachsen startet erste PSNV-B-Staffel für Betreuung nach Katastrophen
Leere, funktionale Räumlichkeiten in einer modernen Rettungswache für die psychosoziale Notfallversorgung. Illustration mit AI erstellt.

Die Betreuung von Menschen nach schweren Unglücksfällen und Katastrophen gewinnt im zivilen Bevölkerungsschutz zunehmend an institutioneller Bedeutung. Mit der Indienststellung der ersten Staffel für Psychosoziale Notfallversorgung Betroffener (PSNV-B) in Sachsen am 10. Oktober 2026 im Landkreis Görlitz wurden feste Strukturen geschaffen, um Betroffene in Akutphasen zu stabilisieren.

Die Einheit ergänzt bestehende Einsatzstrukturen und soll den Kontakt zum sozialen Umfeld sowie zu längerfristigen Hilfsangeboten vermitteln. Zugleich verdeutlichen zeitgleiche Einsatzübungen in mehreren Bundesländern, dass psychosoziale Aspekte fester Bestandteil moderner Notfallkonzepte sind.

Neue Einsatzstrukturen und Infrastruktur in Kodersdorf

Die offizielle Gründungsveranstaltung der sächsischen PSNV-B-Staffel fand am 10. Oktober 2026 in der Feuerwache des Tunnels Königshainer Berge an der Bundesautobahn 4 in Kodersdorf statt. Im Beisein von Ministerpräsident Michael Kretschmer, Landrat Stephan Meyer und Sozialdezernentin Martina Weber wurde dort die offizielle Gründungsurkunde übergeben.

Für den Dienstbetrieb stehen der neuen Einheit in Kodersdorf feste funktionale Räumlichkeiten zur Verfügung. Diese umfassen neben Umkleide- und Sanitärbereichen auch Schulungsräume sowie Stellplätze für Einsatzfahrzeuge. Die Aufgaben der Staffel konzentrieren sich auf die unmittelbare Krisenintervention bei Unglücksfällen und Katastrophenlagen, wodurch das bestehende Hilfesystem organisatorisch erweitert wird.

Psychosoziale Notfallversorgung im Fokus großflächiger Übungslagen

Dass psychosoziale Unterstützungskomponenten eine tragende Rolle bei komplexen Notlagen einnehmen, zeigten parallel durchgeführte Übungen in weiteren Regionen Deutschlands.

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Am 10. Oktober 2026 trainierten beispielsweise rund 130 Einsatzkräfte bei einer Bezirksübung des DLRG-Bezirks Karlsruhe am Heidesee in Forst. An dem Szenario waren neben der Feuerwehr Forst und den DRK-Ortsvereinen Forst und Bruchsal auch Einheiten der PSNV Karlsruhe beteiligt.

Geprobt wurden Unwetter- und Wasserrettungslagen mit rund 15 versorgten Verletzten nach einem simulierten Unwetter mit versenktem Pkw und einem Zeltlagerbrand. Der Landkreis Karlsruhe stellte in diesem Rahmen zudem neue Hochwasserboote des Katastrophenschutzes vor.

Auch bei der Schulung für Einsatzkräfte selbst wird auf seelische Belastungen reagiert: Am selben Tag übte der Wasserrettungszug Oberbayern mit 62 Einsatzkräften im Landkreis Landsberg.

Die unter Leitung des Katastrophenschutzbeauftragten Christian Weisky organisierten Trainings am Lech und im Feuerwehrausbildungszentrum Pürgen behandelten neben Rettungstechniken im Steilgelände auch die Psychosoziale Notfallversorgung für Einsatzkräfte (PSNV-E). Bayern unterhält insgesamt 19 Wasserrettungszüge für überregionale Einsätze.

Auf See und an Land wurden ähnliche Schwerpunkte gesetzt. Am 11. Oktober 2026 erprobten das Havariekommando und TUI Cruises in Bremerhaven an Bord des Kreuzfahrtschiffs MEIN SCHIFF 3 die Bewältigung einer unklaren Lage mit vielen Verletzten bei laufendem Bordbetrieb.

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Bei den jüngsten Großübungen in mehreren Bundesländern wurde deutlich: Psychosoziale Notfallversorgung für Einsatzkräfte muss vorher trainiert werden, nicht erst im Ernstfall. Diese Checkliste zeigt, wie Sie PSNV-E in Übungslagen und den Dienstalltag Ihrer Einheiten verankern. PSNV-E-Checkliste jetzt herunterladen

Rund 50 Einsatzkräfte, darunter spezialisierte medizinische Einheiten der Feuerwehren Wilhelmshaven und Cuxhaven sowie Polizeibehörden, waren eingebunden. Einen Schwerpunkt bildete die maritime psychosoziale Versorgung, bei der Fachberater der Deutschen Seemannsmission Passagiere und Personal an Bord sowie im Terminal betreuten.

Zusätzlich band die Großübung „Vechtekater“ im niedersächsischen Landkreis Grafschaft Bentheim am 10. Oktober 2026 PSNV-Kräfte neben Feuerwehr, Deutschem Roten Kreuz, Technischem Hilfswerk, Bundeswehr und Polizei ein, um die Zusammenarbeit bei Waldbränden, Hochwasser und Gefahrgutunfällen behördenübergreifend abzustimmen.

Mehr zum Thema bei Deutsches Ärzteblatt: „Neue Staffel zur psychosozialen Notfallversorgung in Sachsen – News“

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