Psychosomatisches, Telekonsil

Psychosomatisches Telekonsil: Magdeburg berät Dessauer Klinik ab November

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 17:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ab November 2026 soll Magdeburg Dessauer Stationsteams per Video fachärztlich beraten. Das Projekt ergänzt die Betreuung vor Ort und wird mit EFRE-Mitteln gefördert.

Dessau wird Partnerstandort für Magdeburger Psychosomatik-Telekonsil
Ein heller, moderner Krankenhausflur mit natürlichem Lichteinfall und minimalistischer Architektur. Illustration mit AI erstellt.

Die Digitalisierung im Gesundheitswesen eröffnet neue Möglichkeiten für eine sektorenübergreifende und standortunabhängige Patientenversorgung. Ein aktuelles Projekt in Sachsen-Anhalt zeigt, wie spezialisierte fachärztliche Expertise regional gebündelt und digital geteilt werden kann: Das Städtische Klinikum Dessau wird künftig als Partnerstandort für ein neues Psychosomatisches Telekonsil der Universitätsmedizin Magdeburg fungieren.

Die Initiative zielt darauf ab, die psychosomatische und psychotherapeutische Mitbehandlung in der stationären Versorgung vor Ort gezielt zu verstärken.

Geplanter Start und methodischer Ansatz

Der reguläre Auftakt für die telemedizinische Versorgung im Rahmen des Psychosomatischen Telekonsils ist für November 2026 vorgesehen. Im Mittelpunkt des Modells steht der fachliche Austausch über Distanzen hinweg: Fachärztinnen und Fachärzte der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie aus Magdeburg werden die behandelnden Stationsteams in Dessau über eine datensichere Videoverbindung beratend unterstützen.

Dabei verfolgt das Projekt ein klares Rollenverständnis. Das digitale Konsil soll die bestehende Patientenbetreuung durch das Personal am Standort Dessau nicht ersetzen, sondern als kontinuierliches Konsultationsangebot ergänzen.

Auf diese Weise können körperliche und psychische Krankheitsaspekte enger verzahnt betrachtet werden, ohne dass Patientinnen und Patienten für eine fachspezifische Ersteinschätzung den Standort wechseln müssen.

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Ein Modellprojekt in Sachsen-Anhalt zeigt, wie eine Klinik ohne eigene psychosomatische Fachabteilung künftig per datensicherer Videoverbindung fachärztlich beraten wird — geplanter Start ist November 2026. Der kostenlose Leitfaden führt Sie in drei Schritten durch Bedarfsanalyse, Technikauswahl und Fördermittel-Check. Leitfaden zur Telekonsil-Implementierung jetzt anfordern

Judith Pannier, Leitende Oberärztin der Inneren Medizin I am Städtischen Klinikum Dessau, stellte dazu in Aussicht, dass das Vorhaben einen spürbar ganzheitlicheren Behandlungsansatz in den klinischen Alltag einbringen werde.

Vorbereitung und wissenschaftliche Einbettung

Die organisatorische und technische Umsetzung des Projekts befindet sich bereits im fortgeschrittenen Stadium. Ende August kamen die beteiligten Teams aus Magdeburg und Dessau zu einem gemeinsamen Workshop in Dessau zusammen, um die operativen Arbeitsabläufe abzustimmen. Derzeit laufen die abschließenden technischen Vorbereitungen für die sichere digitale Kommunikationsinfrastruktur.

Geleitet wird das Vorhaben aufseiten der Universitätsmedizin Magdeburg von Dr. Marius Binneböse, leitender Oberarzt und stellvertretender Klinikdirektor, gemeinsam mit Prof. Florian Junne, dem Direktor der Universitätsklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie.

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Personalmangel bei Fachärzten vor Ort lässt sich nicht immer intern lösen — ein digitales Konsil kann die Lücke ergänzen, ohne das Stationsteam zu ersetzen. Die Checkliste zeigt, welche technischen und datenschutzrechtlichen Voraussetzungen Sie vor dem ersten Videokonsil klären müssen. Checkliste datensichere Videokonsile sichern

Das Konsilvorhaben ist nicht isoliert aufgestellt, sondern als Teilprojekt in eine breitere wissenschaftliche Struktur eingebunden. Es ist im Forschungsverbund Implementierungsforschung Sachsen-Anhalt (ISA) an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg verankert.

Finanziell unterstützt und gefördert wird das Vorhaben durch Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Über die Implementierungsforschung soll fundiert untersucht werden, wie sich digitale Versorgungsformate nachhaltig und effektiv in bestehende Versorgungsstrukturen von Kliniken integrieren lassen.

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