Psychische Störungen: 42 Prozent aller Erwerbsminderungsrenten
25.06.2026 - 07:05:34 | boerse-global.de
Das belegen aktuelle Zahlen für 2024: Psychische Störungen sind mit 42 Prozent der häufigste Grund für Erwerbsminderungsrenten. Der Druck auf Kliniken und Pflegeeinrichtungen wächst.
Digitalisierung als Fluch und Segen
Auf dem 11. Präventionsforum in Berlin diskutierten über 200 Fachleute über die mentale Gesundheit. Ihre These: Technologie kann entlasten – aber auch Technostress auslösen.
International gibt es kreative Gegenmaßnahmen. Das Gaslini-Krankenhaus in Genua startete das Projekt „Mi Prendo Cura“ mit einem Mitarbeiterchor zur Stressreduktion. In Sachsen-Anhalt setzt man auf Online-Workshops zur Gesprächsführung für IHK- und HWK-Mitglieder.
Personalmangel und drohende Insolvenzen
78 Prozent der Einrichtungen klagen über Personalmangel. In Wermelskirchen zeigt sich das Problem besonders deutlich: Der Anteil der über 65-Jährigen stieg seit 2013 auf rund 25 Prozent. Der Pflegebedarf explodiert.
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) schlägt Alarm. Das geplante GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz könnte bis zu 140.000 Stellen in Kliniken gefährden – jede zehnte Position. Eine Studie der Beratungsgesellschaft hcb prognostiziert: Bis 2030 droht jedem zweiten Krankenhaus die Insolvenz.
Psychische Störungen sind der häufigste Grund für Erwerbsminderungsrenten – 42 Prozent aller Fälle. Digitalisierung kann entlasten, aber auch Technostress auslösen. Mit den richtigen Maßnahmen bleiben Sie gesund. Jetzt kostenlosen Präventions-Guide anfordern
Bereits von Juli 2022 bis Oktober 2024 gab es 61 Klinikinsolvenzen. DKG-Chef Gerald Gaß warnt: „Nahezu jedes zweite Krankenhaus könnte zahlungsunfähig werden.“ Ab 2027 rechnet die Branche mit Erlösverlusten von acht Prozent.
Streit um Reformpläne
Der Chef der DAK-Gesundheit, Andreas Storm, kritisiert die Politik scharf. Weitere Kürzungen bei Pflegediensten und Heimen gefährdeten die Versorgung und beschleunigten die Insolvenzwelle. Auf der EXPO Living & Care in Berlin hagelte es Kritik an der geplanten Aussetzung der Tarifrefinanzierung bis 2029.
Ein Arbeitspapier aus dem Bundesgesundheitsministerium sorgt zusätzlich für Zündstoff. Die Linke befürchtet Streichungen beim Pflegebudget und der Personalbemessung PPR 2.0. Der Deutsche Pflegerat fordert: Die Personalsicherung muss als Gesetzesziel im Pflege-Nachjustierungsgesetz (PNOG) verankert werden.
Telemedizin als Ausweg?
Personalmangel und Überlastung im Gesundheitswesen betreffen uns alle. Doch Sie können aktiv gegensteuern: Telemedizinische Angebote und Präventionsprogramme helfen, Stress zu reduzieren. Präventions-Guide jetzt sichern
Im ländlichen Raum setzt man auf telemedizinische Lösungen. In Sachsen ergänzen Video-Visiten in Pflegeheimen die Hausbesuche. Speziell qualifizierte Pflegekräfte (VERAH oder NäPa) übernehmen die Arbeit vor Ort, der Arzt schaltet sich per Tablet dazu.
Aktuell sind in Sachsen 551 VERAH und 486 Praxen mit Genehmigung aktiv. Eine flächendeckende Nutzung scheitert jedoch an hohen Kosten und bürokratischen Hürden.
