Psychische, Rehabilitation

Psychische Rehabilitation in Wa: Berufstraining startet für 18 Teilnehmer

Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 23:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de

In Wa erhalten Menschen in psychischer Rehabilitation handwerkliche Ausbildung; begrenzte Unterkünfte und externe Finanzierung bleiben Herausforderungen.

Bahass Foundation startet Berufstraining für psychische Rehabilitation in Ghana
Traditionelle Webstühle und handgewebte Stoffe in einer hellen Werkstatt in Ghana. Illustration mit AI erstellt.

Die Rückkehr in einen geregelten Alltag stellt Menschen nach psychischen Krisen und Suchterkrankungen oft vor erhebliche Hürden. Am Beispiel der westafrikanischen Region zeigt sich, wie gezielte Ausbildungsangebote einen nachhaltigen Weg zurück in die Gesellschaft ebnen sollen.

Im Rahmen der Aktivitäten zum Welttag der psychischen Gesundheit 2026 hat die Bahass Foundation in der ghanaischen Stadt Wa ein praxisorientiertes Berufstraining ins Leben gerufen. Die Initiative vermittelt Fertigkeiten in der Schneiderei, der traditionellen Smock-Näherei und der Weberei, um Personen in psychischer Rehabilitation eine tragfähige Perspektive auf dem Arbeitsmarkt zu eröffnen.

Handwerkliche Qualifizierung als Schritt zur Selbstständigkeit

Das neue Ausbildungsprogramm der Stiftung zielt darauf ab, den Teilnehmern durch handwerkliche Fähigkeiten den Weg in die wirtschaftliche Unabhängigkeit zu erleichtern. Laut einem Bericht vom 11. Oktober 2026 beherbergt die Einrichtung in Wa derzeit 72 Bewohner, darunter 60 Männer und 12 Frauen.

Für 18 von ihnen hat das berufliche Trainingsprogramm bereits begonnen. Erste Fortschritte zeigen sich dabei in der praktischen Umsetzung: Zwei Teilnehmer produzieren mittlerweile eigenständig.

Insgesamt verzeichnet die Organisation bereits eine Bilanz von über 48 Menschen, die über frühere Hilfsangebote erfolgreich rehabilitiert werden konnten. Das handwerkliche Arbeiten gilt dabei als zentrales Element, um Struktur zu vermitteln und das Selbstvertrauen Betroffener wieder aufzubauen.

Drogenproblematik und gesellschaftliche Vorurteile in der Region

Die Arbeit der Einrichtung ist eng mit den spezifischen Herausforderungen im Umfeld der Wa Municipality verknüpft. Nach Angaben von Ilyasu Yussif Baba, dem Geschäftsführer der Bahass Foundation, ist Substanzmissbrauch für ca. 80% der aktuellen Aufnahmen in der Einrichtung verantwortlich.

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Der Regionalkoordinator Sylvester Basagnia warnte in diesem Zusammenhang vor den Gefahren durch weit verbreitete Substanzen wie Tramadol, Pethidin, illegalen Alkohol sowie Nyee.

Neben den gesundheitlichen Folgeschäden erschwere vor allem das bestehende Stigma in der Gesellschaft eine frühzeitige Behandlung und spätere Wiedereingliederung. Fachleute vor Ort betonen deshalb regelmäßig die Notwendigkeit, Aufklärung zu betreiben und Vorurteile gegenüber Personen mit psychischen Leiden abzubauen.

Infrastrukturelle Engpässe und finanzielle Unterstützung

Trotz der praktischen Erfolge steht die Organisation vor logistischen Grenzen. Gegenwärtig müssen alle 72 Bewohner in einem einzigen Gebäude untergebracht werden, da der Bau eines neuen Dormitoriums stockt. Die Unterbringung und Versorgung der Klienten hängt stark von externer Unterstützung ab.

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Zuletzt flossen der Stiftung punktuelle Zuwendungen zu. So steuerte die Jawara Foundation GH?1.000 sowie verschiedene Sachspenden bei. Zudem beteiligte sich die Society of St. Theresa mit einer Spende über GH?500 an den laufenden Aufwendungen.

Die Situation verdeutlicht, dass die berufliche und medizinische Rehabilitation in Regionen mit begrenzten Ressourcen oft maßgeblich vom Engagement gemeinnütziger Initiativen und privater Geber getragen wird.

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