Psychische, Erkrankungen

Psychische Erkrankungen: Fehltage steigen um 9 Prozent trotz sinkenden Krankenstands

Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 08:40 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Trotz rückläufiger Gesamtkrankenstände steigen Fehlzeiten durch psychische Leiden drastisch an. DAK-Chef fordert flexible Teilkrankschreibung.

Psychische Erkrankungen: Neue Spitzenreiter bei Arbeitsausfällen
Eine Gruppe von Fachleuten in einem modernen Büro, die ein gesundes und unterstützendes Arbeitsumfeld darstellen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Krankenstand sinkt – aber psychische Fälle steigen

Die allgemeine Krankheitsrate ist im ersten Halbjahr 2026 leicht gesunken. Laut DAK-Bericht lag sie bei 5,3 Prozent – nach 5,4 Prozent im Vorjahreszeitraum. Pro Arbeitnehmer bedeutete das durchschnittlich 9,6 Fehltage, 0,3 Tage weniger als zuvor.

Doch der Trend täuscht. Psychische Erkrankungen legten um neun Prozent zu. Mit 184 Fehltagen pro 100 Versicherte sind sie jetzt die häufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit. Atemwegsinfekte gingen dagegen um 21 Prozent auf 175 Tage zurück. Muskel-Skelett-Erkrankungen blieben mit 174 Tagen stabil.

Besonders betroffen: Beschäftigte über 60. Bei ihnen stiegen die Fehlzeiten um 0,3 Prozentpunkte.

DAK-Chef fordert Teilkrankschreibung

Andreas Storm, Vorstandschef der DAK, sieht Handlungsbedarf. Er kündigte Pläne für eine Teilkrankschreibung an. Das Modell soll den veränderten Anforderungen der Arbeitswelt gerecht werden. „Wir brauchen flexiblere Lösungen“, so Storm.

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Wie ein IT-Unternehmen gegensteuert

Das Linzer Unternehmen MIC zeigt, wie Prävention funktionieren kann. Bereits 2013 startete die Firma das Programm „fit2mic“. Heute umfasst es rund 40 Maßnahmen – mit klarem Fokus auf mentale Gesundheit.

In der Firmenzentrale in der Lederergasse stehen den Mitarbeitern ein eigenes Fitnessstudio und spezialisierte Gesundheitsangebote offen. Das zahlt sich aus: Die Krankenstandstage liegen 25 Prozent unter dem Branchendurchschnitt. Die Fluktuation beträgt nur 6,6 Prozent – üblich sind 15 bis 20 Prozent.

HR Director Margit Klima-Bencic und CEO Alfred Hiebl sehen die Erfolge in den Personalkennzahlen bestätigt.

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AOK PLUS fördert Vereinsprojekte

Auch Krankenkassen setzen neue Akzente. Die AOK PLUS hat eine Aktion für Vereine gestartet. Organisationen können bis zum 31. Juli 2026 finanzielle Förderung für Gesundheitsmaßnahmen beantragen. Voraussetzung: Sie dokumentieren ihre Präventionsprojekte.

Experten sehen in solchen Modellen wichtige Hebel gegen die Zunahme psychischer Belastungen. Die Kombination aus flexiblen Arbeitsmodellen und betrieblichen Angeboten gilt als Schlüssel – für langfristige Arbeitsfähigkeit und als Wettbewerbsvorteil im Kampf um Fachkräfte.

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