Psychische, Erkrankungen

Psychische Erkrankungen: Demenzrisiko bereits ab 30 Jahren 23-fach erhöht

Veröffentlicht am: 25.08.2026 um 13:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue Analyse aus Katalonien belegt: Schwere psychische Erkrankungen sind bereits ab 30 mit einem deutlich erhöhten Demenzrisiko verbunden.

Katalonien-Studie: Schwere psychische Leiden erhöhen Demenzrisiko deutlich
Ein minimalistisch gestalteter, leerer Flur in einer medizinischen Einrichtung bei Tageslicht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Aktuelle Forschungsergebnisse aus einer umfangreichen Untersuchung in Katalonien geben Aufschluss über die langfristigen kognitiven Risiken für Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen.

Die im August 2026 veröffentlichte Analyse, die auf Daten von 694.086 Erwachsenen basiert, untersucht die Korrelation zwischen Diagnosen wie Schizophrenie, bipolaren Störungen oder schweren Depressionen und der späteren Entwicklung einer Demenz. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass dieser Zusammenhang bereits in deutlich früherem Lebensalter messbar ist als bisher oft angenommen.

Signifikante Korrelationen bereits in jungen Jahren

Die Untersuchung zeigt auf, dass schwere psychische Erkrankungen bereits ab dem 30. Lebensjahr signifikant häufiger mit einer späteren Demenzdiagnose assoziiert sind. Besonders deutlich wird dies in der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen.

Laut den Studienergebnissen liegt die Demenzdiagnoserate bei Personen mit einer entsprechenden psychischen Vorerkrankung in dieser Altersspanne bei 0,55 Prozent. Im Gegensatz dazu beträgt der Anteil bei den als gesund eingestuften Vergleichspersonen lediglich 0,02 Prozent.

Die statistische Auswertung ergibt hierfür eine sogenannte Odds Ratio von 23,21. Nach einer Adjustierung der Daten, die weitere Einflussfaktoren berücksichtigt, verbleibt ein Wert von 20,51. Diese Zahlen verdeutlichen das überproportional hohe relative Risiko für eine Demenzdiagnose bei jüngeren Patienten mit schweren psychiatrischen Diagnosen im Vergleich zur Normalbevölkerung.

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Verlauf der Diagnoseraten im höheren Lebensalter

Mit zunehmendem Alter steigen die absoluten Fallzahlen der Demenzdiagnosen in beiden Gruppen erwartungsgemäß an, wobei die Schere zwischen psychisch vorerkrankten und gesunden Personen bestehen bleibt. In der Altersgruppe der 70- bis 79-Jährigen beträgt die Demenzrate bei Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen 16,16 Prozent, während sie in der Vergleichsgruppe bei 2,78 Prozent liegt.

Dieser Trend setzt sich auch in der hochaltrigen Bevölkerung fort. Bei den 80- bis 89-Jährigen weisen 33,48 Prozent der psychisch Erkrankten eine Demenzdiagnose auf, gegenüber 9,45 Prozent bei den gesunden Probanden.

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In der Gruppe der 90- bis 99-Jährigen steigen die Werte auf 39,51 Prozent im Vergleich zu 17,70 Prozent an. Die Daten legen nahe, dass die psychische Gesundheit ein wesentlicher Indikator für die kognitive Belastbarkeit über die gesamte Lebensspanne hinweg ist.

Begleiterkrankungen und methodische Einordnung

Neben dem Fokus auf Demenz lieferte die im August 2026 publizierte Studie auch Erkenntnisse zu anderen vaskulären Risiken. So wurde beispielsweise die Schlaganfallrate bei 40- bis 49-jährigen Patienten mit schweren psychischen Erkrankungen untersucht. Diese liegt bei 1,26 Prozent, während sie in der Kontrollgruppe lediglich 0,42 Prozent beträgt. Nach der statistischen Adjustierung ergibt sich hier eine Odds Ratio von 1,93.

Trotz der deutlichen statistischen Zusammenhänge betonen die Autoren der Untersuchung die methodischen Grenzen der Arbeit. Die vorliegende Katalonien-Studie liefere zwar klare Belege für eine Assoziation, biete jedoch keinen Beweis für eine direkte Kausalität zwischen psychischen Erkrankungen und dem Ausbruch einer Demenz. Es bleibe somit offen, ob die psychischen Erkrankungen selbst, die damit verbundenen Behandlungen oder gemeinsame genetische sowie umweltbedingte Faktoren die Ursache für das erhöhte Risiko darstellen. Dennoch unterstreichen die Befunde die Notwendigkeit einer frühzeitigen kognitiven Überwachung bei Patienten mit schweren psychiatrischen Diagnosen.

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