Psychische, Erkrankungen

Psychische Erkrankungen: 42% der Erwerbsminderungsrenten betroffen

24.06.2026 - 11:56:36 | boerse-global.de

Psychische Störungen verursachen 42 Prozent der Frühverrentungen. Bildungsurlaub und Präventionsprogramme sollen gegensteuern.

Psychische Erkrankungen: Hauptursache für Erwerbsminderungsrenten
Psychische - Eine Person meditiert in einem ruhigen, modernen Büro, mit sanftem Licht, das durch ein Fenster fällt. 24.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das belegen Zahlen aus dem Jahr 2024, die Experten auf dem 11. Präventionsforum in Berlin präsentierten. Besonders alarmierend: Bei den Erwerbsminderungsrenten machen psychische Störungen sogar 42 Prozent aus.

Unternehmen und Bildungsträger reagieren darauf mit gezielten Maßnahmen. Bildungsurlaub und Präventionsprogramme rücken zunehmend in den Mittelpunkt.

Experten fordern gemeinsames Handeln

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Lilian Tschan vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales betonte auf dem Forum am 23. Juni: „Wir müssen die psychische Gesundheit im Arbeitskontext gemeinsam schützen und stärken." Über 200 Fachleute aus Politik, Wissenschaft und Praxis diskutierten in Berlin über Technostress, Digitalisierungsfolgen sowie Mobbing und Suchtprävention.

Die Nationale Präventionskonferenz (NPK) koordiniert diese Ansätze. Dieses Jahr führt die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) den Vorsitz.

Bildungsurlaub: Freistellung für die Gesundheit

Ein wichtiger Baustein ist der Bildungsurlaub. Die Kreisvolkshochschule (KVHS) Landkreis Harburg hat für das Herbst- und Wintersemester 2026 spezielle Programme aufgelegt. Neben beruflicher Weiterbildung und digitalen Kompetenzen stehen explizit Kurse zur Gesundheitsförderung auf dem Plan.

Das Niedersächsische Bildungsurlaubsgesetz macht es möglich: Arbeitnehmer können sich während der Arbeitszeit intensiv mit Gesundheitsthemen beschäftigen. Die Programme vermitteln Werkzeuge zur Bewältigung des Arbeitsalltags.

Spezielle Angebote für Ausbilder und Lehrkräfte

Neben allgemeinen Formaten entwickeln Institutionen gezielte Angebote für Multiplikatoren. Ein Online-Workshop am 26. Juni richtet sich an Ausbildungsverantwortliche in Sachsen-Anhalt. Das Projekt Bildungsketten fördert die Veranstaltung.

Thema: Gesprächsführung bei psychischen Belastungen von Azubis sowie Präventionsstrategien und Hilfsangebote. Angesprochen sind Mitgliedsunternehmen der Industrie- und Handelskammern und Handwerkskammern.

Auch im Bildungssektor selbst laufen langfristige Projekte. Von November 2025 bis Mai 2026 fand an staatlichen Realschulen im Allgäu eine Fortbildung statt. Ziel: die pädagogische Beziehung als Grundlage für erfolgreiches Lernen stärken. Das soll die psychische Belastung im Lehrberuf reduzieren.

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Breites Spektrum an Angeboten

Ergänzend zu Bildungsurlauben und betrieblichen Programmen gibt es zahlreiche niederschwellige Gesundheitsangebote. Das Spektrum reicht von Yoga- und Pilateskursen über Meditation bis zu Nähkursen oder handwerklichen Workshops – etwa der Herstellung von Seegrasschuhen im Spätsommer 2026.

Stadtteilzentren und Vereine wie die Urania Barnim organisieren diese Formate. Experten sehen darin einen Trend zur ganzheitlichen Gesundheitsprävention. Die Kombination aus gesetzlichem Bildungsurlaub, betrieblicher Prävention und privaten Ausgleichsmöglichkeiten, so ihre Einschätzung, könne wesentlich zur langfristigen Arbeitsfähigkeit beitragen.

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