Psychische, Belastungen

Psychische Belastungen: Wenn der Druck zu groß wird

17.05.2026 - 03:09:03 | boerse-global.de

Studien belegen zunehmende psychische Belastungen bei Schülern und Arbeitnehmern. Experten fordern strukturelle Präventionsstrategien gegen Burnout.

Psychische Belastungen: Wenn der Druck zu groß wird - Foto: über boerse-global.de
Psychische Belastungen: Wenn der Druck zu groß wird - Foto: über boerse-global.de

Immer mehr Menschen leiden unter Stress, Burnout und psychischen Erkrankungen. Was hilft wirklich?

Mathias Gidsel spricht über seinen mentalen Zusammenbruch

Der Welthandballer Mathias Gidsel von den Füchsen Berlin machte im Mai 2026 eine erschütternde Erfahrung öffentlich. Nach seinem WM-Debüt 2021 erlitt er einen mentalen Zusammenbruch. Der 27-Jährige suchte professionelle Hilfe bei einem Mentaltrainer.

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„Der Spaß am Sport ist meine wichtigste Ressource“, sagt Gidsel heute. Er setzt auf mentale Übungen und den gezielten Dialog mit sich selbst. Seine Botschaft: Auch Spitzensportler sind nicht immun gegen psychische Krisen.

Ähnliche Einblicke gewährte Musiker Max Giesinger im Podcast von Fußballprofi Robin Gosens. Giesinger sprach offen über seine Therapieerfahrungen und Erfolgszweifel. Gosens, der selbst Psychologie studiert hat, will mit seinem Format die Stigmatisierung von Therapie durchbrechen.

Jeder fünfte Schüler leidet unter psychischem Druck

Besonders alarmierend sind die Zahlen aus Hessens Schulen. Laut Kultusministerium klagen rund 20 Prozent der Schüler über psychische Belastungen. Neben Prüfungsstress nennen sie vor allem Social Media als Belastungsfaktor.

Die ständige Konfrontation mit idealisierten Lebensentwürfen verstärkt Gefühle von Unzulänglichkeit. Eine Forsa-Umfrage im Auftrag der KKH unter 1.005 Eltern zeigt: 24 Prozent der Sechs- bis Zehnjährigen fühlen sich häufig gestresst. 42 Prozent der Eltern beobachten eine Zunahme des Drucks.

Die Hauptursachen: Eigene Erwartungen und Versagensangst (58 Prozent) sowie Konflikte wie Mobbing (50 Prozent). Daten der KKH aus 2024 belegen: 25 von 1.000 Kindern leiden an Störungen des Sozialverhaltens. Das Hessische Kultusministerium kooperiert daher mit der „Nummer gegen Kummer“ (116111).

Stilles Burnout: 61 Prozent der Firmen melden mehr Fälle

Auch in der Arbeitswelt eskaliert die Lage. Spring Health Research befragte 2026 über 500 Personalverantwortliche in fünf Ländern. Ergebnis: 61 Prozent berichten von gestiegenem Burnout-Niveau.

Besonders tückisch: das „stille Burnout“. Rund 30 Prozent der Mitarbeiter erleben diese schleichende Form der Erschöpfung. Fehlt der Zugang zu mentaler Gesundheitsversorgung, steigt das Risiko um 69 Prozent. In Malaysia zeigen sogar 67 Prozent der Arbeitnehmer Burnout-Symptome – 2022 waren es noch 58 Prozent.

Hormone und Psyche: Die unterschätzte Verbindung

Eine schwedische Langzeitstudie mit 3,6 Millionen Frauen liefert neue Erkenntnisse. Sie belegt einen deutlichen Zusammenhang zwischen PMS beziehungsweise PMDD und psychischen Erkrankungen.

Betroffene Frauen haben ein 2,7-fach höheres Risiko für Depressionen. Das Risiko für ADHS steigt sogar um das 3,55-Fache. Besonders stark ist der Zusammenhang bei unter 35-Jährigen. 48 Prozent der Frauen mit PMS hatten bereits eine psychische Vorerkrankung, 37 Prozent entwickelten eine solche im Laufe der Zeit.

Die Forscher vermuten gemeinsame biologische Ursachen. Hormonschwankungen beeinflussen offenbar Neurotransmitter wie Serotonin und Dopamin.

KI als neuer Stressfaktor am Arbeitsplatz

Die Digitalisierung bringt eigene Belastungen mit sich. Eine Workday-Studie zeigt: 40 Prozent der durch KI eingesparten Zeit fließt in die Korrektur von KI-Fehlern. Das führt zu neuen Burnout-Formen.

Mitarbeiter verlieren das Vertrauen in ihr eigenes Urteilsvermögen. Psychologen sprechen von einer Erosion der beruflichen Selbstwirksamkeit. Die Folge: Frustration und Erschöpfung.

Was wirklich gegen Stress hilft

Experten setzen auf eine Kombination aus Verhaltensprävention und gesunden Rahmenbedingungen. Die BARMER empfiehlt Meditation, Resilienztraining und Digital Detox. Spezielle Online-Trainings wie „HelloBetter Stressfrei“ gibt es ebenso wie Zuschüsse von bis zu 200 Euro für Gesundheitskurse.

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Bewegung ist ein weiterer Schlüsselfaktor. Sportmedizinerin Professor Christine Joisten betont: „Bewegung sollte ohne Leistungsdruck erfolgen.“ Bereits wenige Minuten täglich reichen aus. Professor Stefan Schneider von der Sporthochschule Köln hebt die positiven Effekte sozialer Kontakte in Vereinen hervor.

Fürs Homeoffice empfehlen Experten ergonomische Standards: Externer Monitor in 60 bis 70 Zentimetern Abstand, Oberkante knapp unter Augenhöhe. Die Trennung von Berufs- und Privatleben gilt als essenziell.

Ausblick: Burnout als strukturelles Problem

Am 18. Juni 2026 findet in Kanada das Event „Recalibrate: Burnout prevention essentials“ statt. Es unterstreicht den globalen Trend, psychosoziale Risiken in Arbeitsschutzrahmen zu integrieren.

Experten fordern: Burnout darf nicht länger als individuelles Problem gelten. Es ist ein strukturelles Designproblem von Arbeitsplätzen. Die Versorgungslandschaft diversifiziert sich – von lokalen Initiativen wie dem Frauen-Wohlfühltag in Mettmann (30. Mai 2026) bis zu spezialisierten Kliniken.

Die entscheidende Frage: Lassen sich die biologischen Erkenntnisse aus der PMS-Studie und die psychosozialen Erkenntnisse über Leistungsdruck in wirksame, breit zugängliche Präventionsstrategien überführen?

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