Psychische Belastung Studium: 49% sprechen mit niemandem darüber
Veröffentlicht: 13.07.2026 um 18:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Digitale Screenings und großflächige Befragungen sollen psychische Probleme bei Studierenden und wissenschaftlichem Personal frühzeitig erkennen. Die Initiativen zeigen: Der Druck im akademischen Betrieb wächst.
„StresCheck“: Diagnose per Web-App
An der indonesischen Universitas Airlangga kommt die webbasierte Anwendung „StresCheck“ zum Einsatz. Das System analysiert Fragebögen, berechnet ein Konfidenzniveau für mögliche Diagnosen – und vermittelt bei Bedarf direkt an klinische Psychologen.
Die Universität Hamburg plant parallel eine eigene Gesundheitsbefragung. „HOW ARE U(HH)?!“ startet Mitte Juli 2026. Zielgruppe: Studierende und Promovierende. Die Ergebnisse sollen passgenaue Unterstützungsangebote ermöglichen.
Wissenschaftlicher Mittelbau unter Druck
Besonders angespannt ist die Lage beim wissenschaftlichen Personal. Eine Umfrage des Personalrats der Universität Leipzig von Anfang Juli 2026 zeigt erschreckende Zahlen:
87 Prozent der Befragten leisten regelmäßig Mehrarbeit. 80 Prozent schaffen ihre Aufgaben nicht in der vertraglichen Arbeitszeit. Viele arbeiten abends nach 21 Uhr oder am Wochenende. Als Hauptgrund nennen die Beschäftigten die gestiegenen Lehraufgaben. Der Personalrat fordert verbindliche Zeiterfassung und ein Ende des Stellenabbaus.
Warum so viele Berufstätige im Hamsterrad feststecken und wie sie den täglichen Stress reduzieren können, zeigt dieser kostenlose Ratgeber mit 5 Sofortmaßnahmen für mehr Ausgeglichenheit. 5 Strategien für eine bessere Work-Life-Balance kostenlos herunterladen
Stresstest im Lehramtsstudium: Schweiz diskutiert
In der Schweiz entzündet sich eine Debatte an der Frage: Sollen angehende Lehrer schon zu Beginn ihres Studiums einem Belastungstest unterzogen werden?
Die Pädagogische Hochschule Nordwestschweiz plant einen solchen Stresstest im Assessment. Andere Hochschulen wie die PH Thurgau und die PH St. Gallen lehnen das ab. Ihre Kritik: Tests seien nur Momentaufnahmen. Besser seien Eignungsabklärungen über das gesamte erste Studienjahr.
Der Hintergrund ist ernst: Rund 15 Prozent der Studierenden brechen die Ausbildung ab. Vier Jahre nach dem Abschluss haben etwa 20 Prozent der Absolventen den Lehrberuf wieder verlassen.
Hohe Dunkelziffer bei psychischen Problemen
Die Notwendigkeit von Screenings untermauern aktuelle Statistiken. Daten des Schweizer Bundesamts für Statistik aus dem Jahr 2022 zeigen deutliche Unterschiede bei der Behandlung: 14 Prozent der jungen Frauen zwischen 15 und 24 Jahren waren in psychologischer Behandlung – aber nur 4,3 Prozent der jungen Männer.
Wenn die täglichen Aufgaben zur Last werden und der Druck im Berufsalltag ständig steigt, helfen bewährte Zeitmanagement-Methoden dabei, die Kontrolle zurückzugewinnen. Gratis-E-Book: 7 Techniken für stressfreies Arbeiten sichern
Eine französische Studie vom März 2026 offenbart eine hohe Dunkelziffer. 49 Prozent der Personen mit psychischen Problemen sprachen im vergangenen Jahr mit niemandem darüber – weder privat noch mit Fachleuten. Besonders betroffen: Männer, Ältere und Menschen auf dem Land.
Experten betonen: Fast jeder vierte Mensch erlebt mindestens einmal im Leben eine psychiatrische Episode. Chronische körperliche Leiden kommen hinzu – in Deutschland sind 17 Prozent der Bevölkerung von chronischen Schmerzen betroffen, im Schnitt über sieben Jahre.
Das grenzüberschreitende Projekt „xPEDition“ der Universitäten Oldenburg und Groningen will mit zweisprachiger Aufklärungsarbeit gegensteuern.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
