Psychische, Belastung

Psychische Belastung: RKI sieht seit 2020 mehr depressive Symptome und Ängste

Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 14:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

2024 berichteten 22 Prozent der Erwachsenen depressive Symptome; Fachleute empfehlen mehr Prävention und leichter erreichbare Hilfen.

RKI-Daten zeigen mehr depressive Symptome und psychische Belastung
Eine einsame, verwitterte Holzbank auf einer nebligen Wiese in der Dämmerung, die eine melancholische Stimmung vermittelt. Illustration mit AI erstellt.

Erhebungen des Robert Koch-Instituts (RKI) verdeutlichen eine anhaltende Verschlechterung des seelischen Wohlbefindens in Deutschland. Seit 2020 erfassen die RKI-Umfragen kontinuierlich zunehmende depressive Symptome und Angstsymptome in der Bevölkerung. Von dieser Entwicklung sind insbesondere junge Frauen sowie jüngere Erwachsene überdurchschnittlich stark betroffen.

Umfragedaten und Diagnosen verdeutlichen den Trend

Die statistischen Erhebungen belegen das Ausmaß der Belastung über die vergangenen Jahre. Im Jahr 2024 wiesen laut dem RKI rund 22 % der Erwachsenen depressive Symptome auf. Im selben Jahr bewerteten 28 % der befragten Erwachsenen ihr eigenes psychisches Wohlbefinden als eher schlecht, während lediglich rund 11 % ihren Zustand als eher gut einstuften.

Dieser Trend spiegelt sich auch in der medizinischen Versorgung wider. Ambulante Diagnosen depressiver Störungen lagen im Jahr 2023 laut RKI bei etwa 17 %. Eine abschließende Auswertung der Daten für das Jahr 2025 steht derzeit noch aus.

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Neben dem Alter zeigen die Auswertungen des RKI auch deutliche soziale Unterschiede beim Auftreten der Beschwerden: Depressive Symptome treten demnach häufiger bei Menschen mit einem niedrigeren Einkommen oder ohne höheren Bildungsabschluss auf.

Prävalenz und die Debatte um Auslöser

Ergänzende Befunde liefert das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit. Dessen Erhebungen zufolge ist jährlich bei etwa 30 % der Bevölkerung eine behandlungsbedürftige psychische Erkrankung diagnostizierbar.

Insbesondere bei jungen Menschen verzeichnet das Institut eine Zunahme von Essstörungen. Auch Meyer-Lindenberg beziffert den Anteil der Bevölkerung in Deutschland, der jährlich von einer behandlungsbedürftigen und diagnostizierbaren psychischen Erkrankung betroffen ist, auf rund 30 %.

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Hinsichtlich der Einordnung dieser Zahlen gibt es unter Fachleuten differenzierte Perspektiven. Hegerl hält eine Depressionsepidemie durch die sogenannte Polykrise für ausgeschlossen. Krisenhafte gesellschaftliche Entwicklungen könnten individuelle Erkrankungen zwar triggern, seien jedoch nicht deren eigentliche Ursache.

Handlungsbedarf bei Prävention und Aufklärung

Angesichts der erhobenen Kennzahlen mahnen Fachleute verstärkte Gegenmaßnahmen an. Experten empfehlen einen Ausbau der Prävention, die gezielte Stärkung der Gesundheits- und Medienkompetenz sowie strukturell leichter zugängliche Hilfsangebote für Betroffene. Fachleute plädieren zudem dafür, Maßnahmen wie psychische Erste Hilfe und die Vermittlung von Strategien zur Emotionsregulation frühzeitig in Schulen zu verankern.

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