Psychische, Belastung

Psychische Belastung: 88% der Lehrer beobachten Probleme bei Schülern

Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 09:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die PISA-Ergebnisse 2025 zeigen schwache Leistungen, mehr Risikoschüler und wachsende Bildungsungleichheit durch soziale Herkunft und Lehrkräftemangel.

PISA 2025: Deutschlands Schüler erreichen historische Tiefstwerte
Ein leerer Klassenraum mit leeren Schreibtischen und einfallendem Tageslicht, das eine ruhige und nachdenkliche Atmosphäre schafft. Illustration mit AI erstellt.

Die im September 2026 veröffentlichten Ergebnisse der PISA-Studie 2025 zeichnen ein kritisches Bild des deutschen Bildungssystems. Deutsche Schülerinnen und Schüler haben demnach die niedrigsten Kompetenzwerte seit Beginn der Erhebungen erreicht.

Die Leistungen liegen laut den Daten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) mittlerweile unter dem Niveau des Jahres 2000, was einen deutlichen Rückgang der Bildungsqualität in den Kernbereichen signalisiert.

Negativrekord in den Kernkompetenzen

In der aktuellen Untersuchung, an der 6.659 Jugendliche in Deutschland teilnahmen, wurden in allen getesteten Fachbereichen historisch schwache Werte gemessen.

In den Naturwissenschaften erreichten die 15-Jährigen 486 Punkte, während die Werte im Bereich Lesen bei 465 und in der Mathematik bei 464 Punkten lagen. Damit bewegt sich Deutschland zwar im OECD-Durchschnitt, fällt jedoch im internationalen Vergleich zurück. In den Naturwissenschaften übertreffen bereits 14 Staaten das Leistungsniveau deutscher Schüler.

Besonders alarmierend ist die Zunahme der sogenannten Risikoschüler, denen grundlegende Kompetenzen fehlen. Jedem dritten Jugendlichen mangelt es an Basisfähigkeiten im Lesen und in der Mathematik, in den Naturwissenschaften betrifft dies jeden vierten Schüler. Seit dem Jahr 2015 hat sich die Zahl der Risikoschüler in den Bereichen Lesen und Mathematik verdoppelt.

Jeder fünfte Jugendliche verfehlt inzwischen die Grundkompetenzen in allen drei untersuchten Bereichen. Der Anteil leistungsschwacher Schüler stieg seit 2015 in der Mathematik um 17 Prozentpunkte, im Lesen um 15 Prozentpunkte und in den Naturwissenschaften um 10 Prozentpunkte.

Soziale Herkunft und systemische Defizite

Die Analyse der PISA-Daten verdeutlicht zudem, dass der Bildungserfolg in Deutschland weiterhin massiv von der sozialen Herkunft abhängt. Die Bildungsungleichheit ist laut der Studie größer denn je: Während 25 Prozent der Jugendlichen aus wohlhabenden Familien hohe Kompetenzstufen erreichen, gelingt dies nur 2 Prozent der Schüler aus einkommensschwachen Haushalten.

Bildungsministerin Prien bezeichnete die Ergebnisse als besorgniserregenden Befund. Ein wesentlicher Faktor für die Verschlechterung der Rahmenbedingungen scheint der Lehrkräftemangel zu sein. An 52 Prozent der deutschen Schulen beeinträchtigt dieser den Unterricht maßgeblich. Zum Vergleich: Im OECD-Durchschnitt liegt dieser Wert bei lediglich 39 Prozent.

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Psychische Belastung und Leistungsdruck im Fokus

Neben den fachlichen Leistungen rückt der psychosoziale Zustand der Lernenden verstärkt in den Fokus der Forschung. Lehrer Jotam Felmy betonte im Kontext der Ergebnisse, dass die mentale Gesundheit eine entscheidende Voraussetzung für Schulleistungen darstelle. Diese Einschätzung wird durch regionale Erhebungen gestützt.

Eine Umfrage der Hessenschau unter 1.700 Lehrkräften ergab, dass 88 Prozent der Pädagogen zunehmende psychische Probleme bei ihren Schülern beobachten. 75 Prozent stellten einen direkten Leistungsabfall fest. Zudem beklagten 65 Prozent der Befragten marode Schulgebäude und über 30 Prozent zunehmende Gewalt an den Schulen.

Die Sinus-Jugendstudie im Auftrag der Barmer ergänzt dieses Bild um die Perspektive der Jugendlichen. Bundesweit fühlen sich 33 Prozent der 14- bis 17-Jährigen stark durch Schulstress beeinträchtigt. In Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg liegt dieser Wert mit 37 Prozent sogar noch höher. In diesen Bundesländern gaben zudem 19 Prozent der Jugendlichen an, unter psychischen Erkrankungen zu leiden, während 18 Prozent von Einsamkeit berichteten.

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In Bayern zeigt sich eine ähnliche Stressbelastung von 33 Prozent, wobei Mädchen mit 39 Prozent deutlich häufiger betroffen sind als Jungen mit 27 Prozent. Neben dem Schuldruck werden hier Familienstress (16 Prozent) sowie psychische Erkrankungen und Einsamkeit (jeweils 10 Prozent) als belastende Faktoren genannt.

Angesichts dieser Entwicklungen forderte unter anderem Streeck einen besseren Schutz für Jugendliche in sozialen Medien, um negativen Einflüssen auf die psychische Gesundheit entgegenzuwirken.

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