Psychische, Belastung

Psychische Belastung: 85 Prozent der 18–24-Jährigen betroffen

04.06.2026 - 21:03:06 | boerse-global.de

Studie zeigt: Über 35 Prozent der Beschäftigten sind durch ständige Veränderungen im Job erschöpft. Auch Schlafstörungen und Stress nehmen zu.

Transformation Fatigue: Jeder Dritte leidet unter Job-Erschöpfung
Psychische - Eine Person meditiert ruhig in einem modernen Büroraum mit weichem Licht, um Stressbewältigung und Work-Life-Balance darzustellen. 04.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die sogenannte „Transformation Fatigue“ führt zu Resignation und Motivationsverlust. Das zeigt eine Untersuchung der TU Dresden unter 2.808 Angestellten.

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Parallel steigen die gesundheitlichen Auswirkungen von Stress. Laut einem Bericht des Robert Koch-Instituts leiden 35 Prozent der Erwachsenen in Deutschland unter Schlafproblemen. Ursachen sind neben gesellschaftlichen Krisen auch die Smartphone-Nutzung.

Ein internationaler Bericht von AXA und IPSOS untermauert die Entwicklung. Demnach sind 68 Prozent der Befragten von leichten Formen von Angst, Stress oder Depressionen betroffen. Besonders alarmierend: In der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen liegt der Wert bei 85 Prozent.

Digitale Entschleunigung – aber KI gewinnt an Bedeutung

Die Postbank Digitalstudie 2026 zeigt einen spürbaren Rückgang der Internetnutzung. Die durchschnittliche Online-Zeit sank auf 67,4 Stunden pro Woche – ein Minus von fünf Stunden im Vergleich zum Vorjahr. Fast jeder dritte Befragte unter 40 Jahren plant eine weitere Reduzierung.

Auch soziale Medien verlieren an Reiz: Die Nutzung fiel von 71 auf 64 Prozent.

Gleichzeitig gewinnen KI-Tools an Bedeutung – selbst bei psychischen Problemen. Laut AXA/IPSOS nutzen 63 Prozent der Befragten KI-Anwendungen zur Unterstützung ihrer mentalen Gesundheit. Das Vertrauen ist jedoch gespalten: 38 Prozent vertrauen der KI mehr als Fachpersonal, 45 Prozent sind mit den digitalen Angeboten unzufrieden.

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Arbeitszeit-Reform: Flexibler, aber sicherer?

Die Bundesregierung plant eine Reform des Arbeitszeitgesetzes. Statt der täglichen soll künftig die wöchentliche Höchstarbeitszeit im Fokus stehen. Arbeitsministerin Bärbel Bas will noch im Juni einen Gesetzentwurf vorlegen.

Wissenschaftler warnen jedoch vor zu viel Flexibilität. Der Arbeitswissenschaftler Olaf Struck von der Universität Bamberg erklärt: Nach neun Stunden sinkt die Konzentrationsfähigkeit, ab der zehnten Stunde steigt das Unfall- und Fehlerrisiko deutlich. Lange Arbeitszeiten korrelieren zudem stark mit Schlafstörungen.

IW-Chef Michael Hüther hingegen betont die Notwendigkeit flexiblerer Modelle. Die veränderte Familien- und Arbeitswelt verlange schlichtweg nach neuen Regelungen.

Haustiere im Büro als neuer Wohlfühlfaktor

Neben flexiblen Arbeitszeiten gewinnen weiche Faktoren an Bedeutung. Eine Umfrage unter 1.000 Beschäftigten zeigt: Für 57 Prozent sind haustierfreundliche Regelungen ein relevanter Faktor bei der Arbeitgeberwahl. 80 Prozent geben an, dass Tiere im Büro für eine entspanntere Atmosphäre sorgen.

Die hohe Personalfluktuation setzt Unternehmen zusätzlich unter Druck. Bereits 2022 zeigte eine Lünendonk-Studie: Jedes zweite Beratungsunternehmen wird durch Abwanderung in seiner Entwicklung gehemmt.

Präventive Angebote rücken daher in den Fokus. In Düsseldorf startet im September ein Seminar zur Stressbewältigung durch Achtsamkeit (MBSR). Die Techniken zur mentalen Entlastung sollen helfen, der Erschöpfungsspirale zu entkommen.

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