Psychische, Belastung

Psychische Belastung: 68% der Gründer leiden unter extremem Druck

05.06.2026 - 05:31:24 | boerse-global.de

Eine aktuelle Erhebung zeigt: 68 Prozent der Gründer leiden unter hoher psychischer Belastung. Auch Führungskräfte und Beschäftigte sind stark betroffen.

Gründer unter Druck: Psychische Belastung erreicht neuen Höchststand
Psychische - Ein junger Gründer mit sichtbaren Stresssymptomen, den Kopf in den Händen haltend, an einem modernen Schreibtisch sitzend. 05.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das zeigt eine aktuelle Erhebung aus dem ersten Halbjahr 2026. Die Tendenz ist steigend.

Auch in der breiten Arbeitnehmerschaft macht sich der Druck bemerkbar. 43 Prozent der Beschäftigten in Deutschland fühlen sich regelmäßig stark belastet.

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Führungskräfte besonders betroffen

Im Führungsumfeld wird die Problematik besonders deutlich. Der Gallup-Index weist aus: 20 Prozent der deutschen Führungskräfte fühlen sich häufig oder permanent ausgebrannt.

Die emotionale Bindung der Chefs an ihre Unternehmen schwindet zudem. Fühlten sich im Vorjahr noch 18 Prozent stark mit ihrem Betrieb verbunden, sank dieser Wert aktuell auf 11 Prozent.

Ein internationaler Report von AXA und Ipsos untermauert die Befunde. Für die Studie wurden zwischen Januar und Februar rund 19.000 Erwachsene befragt. 68 Prozent zeigen leichte Symptome von Angst, Stress oder Depressionen. In der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen berichten sogar 85 Prozent von entsprechenden Beeinträchtigungen.

Wie erfahrene Manager gegensteuern

Erfahrene Führungskräfte setzen auf unterschiedliche Resilienzstrategien. Leonhard Birnbaum, CEO von Eon, betont die Bedeutung klarer Fokusierung. Bettina Orlopp von der Commerzbank setzt auf Erfahrung. Christina Puello von Deutsche Dienstrad integriert Künstliche Intelligenz in ihre Arbeitsabläufe, um Entlastung zu schaffen.

Der Neurologe Volker Busch weist darauf hin, dass vor allem der Verlust des Fokus Stress erzeugt. Experten raten zu schrittweisem Vorgehen, Delegieren von Aufgaben und bewusstem Verzicht auf Perfektionismus.

Zeitmanagement-Spezialistin Anna Wörner betont: Innovation braucht Freiräume. Ein Übermaß an Druck wirke produktivitätshemmend. Sie empfiehlt Unternehmen, Projekte nach dem Pull-Prinzip zu besetzen – das fördert Eigenmotivation und Freiwilligkeit.

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Digitale Helfer gegen Bürokratie und Stress

Ein wesentlicher Stressfaktor für Gründer bleibt die administrative Komplexität. Abhilfe sollen neue digitale Plattformen wie gruender-werkzeug.de schaffen. Sie bieten Tools wie Liquiditätsplaner und Behördenkompasse, um finanzielle Klarheit zu schaffen und bürokratische Hürden zu senken.

Parallel plant die EU-Kommission mit der Initiative „EU Inc.“, Unternehmensgründungen künftig innerhalb von 48 Stunden durch vollständig digitale Prozesse zu ermöglichen.

Auch bei der mentalen Gesundheit gewinnen digitale Werkzeuge an Bedeutung. Laut dem AXA/Ipsos-Report nutzen bereits 63 Prozent der Befragten KI-Tools für ihre psychische Gesundheit. Die Skepsis bleibt jedoch groß: 45 Prozent der Nutzer zeigten sich unzufrieden mit den Ergebnissen. Allerdings gaben 38 Prozent an, der KI mehr zu vertrauen als menschlichen Fachkräften.

Generationenkonflikt in der Consulting-Branche

Die psychische Überlastung zieht sich durch verschiedene Wirtschaftsbereiche. In der Consulting-Branche zeichnet sich ein Generationenkonflikt ab. Junge Berater lehnen zunehmend Nachtschichten ab. Laut einer Lünendonk-Studie bereitet die daraus resultierende Fluktuation fast der Hälfte der Beratungsunternehmen Sorgen.

Auch im Bildungssektor sind die Belastungswerte hoch. Eine aktuelle Befragung unter Schulleitungen ergab: Jede fünfte Führungskraft zeigt Burn-out-Symptome. In Österreich berichten 52 Prozent der Lehrkräfte von starker psychischer Beanspruchung. Als Hauptursachen nennen sie Administration und große Klassen.

Trendwende bei der Mediennutzung

Eine Postbank-Digitalstudie aus dem Frühjahr 2026 deutet auf eine interessante Entwicklung hin. Erstmals sank die Internetnutzung in Deutschland leicht – auf durchschnittlich 67,4 Stunden pro Woche. Besonders jüngere Nutzer unter 40 Jahren planen demnach, ihre Zeit in sozialen Medien und am Smartphone weiter zu reduzieren. Experten werten dies häufig als Maßnahme zur Steigerung des persönlichen Wohlbefindens.

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