Psychische, Belastung

Psychische Belastung: 16,7% aller Krankheitstage gehen auf Störungen zurück

24.06.2026 - 22:21:39 | boerse-global.de

Psychische Störungen verursachen 16,7 Prozent der Krankheitstage. Experten fordern mehr Schutz am Arbeitsplatz.

Psychische Erkrankungen: Hauptursache für Arbeitsausfälle
Psychische - Eine gestresste Person mit dem Kopf in den Händen, die vor einem Laptop in einem modernen Büro sitzt. 24.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Beim 11. Präventionsforum in Berlin warnten Experten am Dienstag vor den wachsenden Belastungen in der Arbeitswelt. Die Zahlen sind alarmierend: 16,7 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage entfielen 2024 auf psychische Diagnosen. Noch drastischer: 42 Prozent der Anträge auf Erwerbsminderungsrente basieren auf dieser Erkrankungsgruppe.

Jeder Dritte zweifelt an der eigenen Leistungsfähigkeit

Eine Studie der GPA aus dem Frühjahr 2026 zeigt eine tiefe Verunsicherung unter den Beschäftigten. Mehr als ein Drittel hält es für unwahrscheinlich, den aktuellen Beruf bis zur Rente ausüben zu können. Dabei bewerteten rund 80 Prozent ihren Gesundheitszustand als gut – ein Widerspruch, der nachdenklich stimmt.

Die Hauptbelastungsfaktoren: hoher Zeitdruck und psychische Anspannung. Auch Hitze wird zunehmend als Problem genannt. Besonders kritisch: 32 Prozent der Unternehmen haben keinerlei Angebote zur Entlastung ihrer Mitarbeiter.

Die Digitalisierung verschärft die Situation. Auf dem Forum warnte man vor „Technostress“ – die ständige Erreichbarkeit und Verdichtung von Arbeitsprozessen schaffen neue Risiken, auch wenn sie gleichzeitig Effizienzgewinne bringen.

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Gewalt und Beleidigungen im Job – ein wachsendes Problem

Rund 30 Millionen Beschäftigte arbeiten in direktem Kundenkontakt. Ein Dossier der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) zeigt die Schattenseiten: 2022 gab es 8.683 meldepflichtige Unfälle durch Angriffe. 61 Prozent der Betroffenen berichten von Beleidigungen, jede elfte Person von sexueller Belästigung.

Besonders dramatisch ist die Lage im Bildungssektor. Das Schulbarometer 2026 zeigt: Das Verhalten von Schülern ist zur größten Herausforderung geworden. Waren es 2024 noch 35 Prozent der Lehrkräfte, die diesen Punkt als Belastung nannten, stieg der Wert auf 46 Prozent.

NRW ist besonders betroffen: Hier ist die emotionale Erschöpfung unter Lehrkräften bundesweit am höchsten. Obwohl 83 Prozent mit ihrem Beruf zufrieden sind, will mehr als jeder Vierte aufgeben. Die Forderung ist klar: 82 Prozent wünschen sich mehr Fortbildungen zu überfachlichen Kompetenzen.

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Drogenkonsum bei jungen Erwachsenen steigt rasant

Die Drogenaffinitätsstudie 2025, basierend auf 7.000 Befragten, zeigt einen besorgniserregenden Trend: Bei den 18- bis 25-Jährigen stieg der Anteil mit Drogenerfahrung von 13,5 Prozent (2023) auf 18,7 Prozent (2025).

Besonders Kokain wird populärer: Von 1,2 Prozent (2015) auf 4,1 Prozent (2025). Männer konsumieren mit 5,7 Prozent deutlich häufiger als Frauen mit 2,4 Prozent.

Parallel dazu melden Krankenkassen mehr psychische Diagnosen bei Kindern und Jugendlichen – vor allem Angststörungen, Depressionen und Essstörungen. Die Wartezeiten auf Therapieplätze betragen bis zu sechs Monate. Erste Modellprojekte setzen deshalb auf schnellere Vermittlung über Schulpsychologen.

Experten warnen vor Aufweichung des Arbeitszeitgesetzes

Die Initiative AOP-GA schlug am Dienstag Alarm: Pläne zur Lockerung des Arbeitszeitgesetzes seien gefährlich. Die Experten, darunter die Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs), betonen: Eine Abkehr vom Achtstundentag widerspricht den Erkenntnissen der Arbeitswissenschaft. Längere tägliche Arbeitszeiten würden die psychischen Probleme weiter verschärfen, statt die Leistungsfähigkeit zu sichern. Die Botschaft ist klar: Regenerationszeiten sind kein Luxus, sondern überlebenswichtig für die psychische Gesundheit.

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