Psychisch belastete Eltern: 25% der Kinder tragen hohes Erkrankungsrisiko
28.05.2026 - 20:00:35 | boerse-global.de
Während Kliniken ihre Verweildauer drastisch verkürzen, wächst der Unterstützungsbedarf in der Bevölkerung. Drei Entwicklungen prägen die aktuelle Lage.
Chefarzt verstärkt Inklusionsarbeit in der Schweiz
Die Solothurner VEBO Genossenschaft hat ihren Verwaltungsrat personell erweitert. Prof. Dr. Christian Huber, Chefarzt und stellvertretender Direktor der Klinik für Erwachsene an den Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel, rückt in das Gremium auf.
VEBO betreibt im Kanton Solothurn mehrere Standorte für Menschen mit Unterstützungsbedarf. Das Angebot umfasst Wohnen, Ausbildung und berufliche Integration. Die Berufung Hubers soll die fachliche Expertise zwischen klinischer Psychiatrie und praktischer Inklusionsarbeit vertiefen.
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Caritas schlägt Alarm: Therapieplätze fehlen
Im Landkreis Lörrach berichten soziale Dienste von einer angespannten Lage. Der Caritasverband stellt fest: Die seelischen Belastungen in der Bevölkerung nehmen spürbar zu. Gleichzeitig ist das Angebot an Therapieplätzen begrenzt.
Der gemeinschaftlich von Caritas und Diakonie getragene Sozialpsychiatrische Dienst fungiert als zentrale Anlaufstelle. Sechs Mitarbeitende auf etwas mehr als drei Planstellen helfen bei der Alltagsstrukturierung, Behördenangelegenheiten und der Suche nach Behandlungsplätzen. Finanziert wird die Arbeit durch den Landkreis und das Land.
Jedes vierte Kind in Deutschland betroffen
Das Bündnis für Kinder aus psychisch und suchtbelasteten Familien (KipsFam) fordert mehr Prävention. In einem aktuellen Diskussionspapier verlangen die Organisationen eine Ausweitung familienorientierter Hilfen.
Die Zahlen sind alarmierend: Etwa ein Viertel aller Kinder in Deutschland lebt zeitweilig mit einem psychisch oder suchtkranken Elternteil zusammen. Ohne rechtzeitige Unterstützung erkranken später 40 bis 75 Prozent dieser Kinder selbst.
„Brötchen für die Seele“ feiert Jubiläum
In Nordrhein-Westfalen zeigt ein niederschwelliges Angebot, wie praktische Hilfe aussehen kann. Der Caritasverband Emsdetten-Greven feiert das zehnjährige Bestehen seines Frühstücksformats „Brötchen für die Seele“. Wöchentlich treffen sich psychisch erkrankte Menschen im Gemeindehaus St. Josef in Greven – unverbindlich und ohne Anmeldung.
Parallel dazu vernetzen sich Kliniken stärker. Die Vitos Kliniken, spezialisiert auf Psychiatrie und Psychosomatik, sind dem Gesundheitsnetzwerk „Wir für Gesundheit“ beigetreten. Versicherte mit bestimmten betrieblichen Zusatzversicherungen erhalten dadurch erweiterte Serviceleistungen.
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Ambulantisierung: Von vier Wochen auf drei Tage
In Bern zeichnet sich ein klarer Trend ab. Die Verweildauer in psychiatrischen Kliniken hat sich massiv verkürzt. Mitte der 1980er Jahre verbrachten Patienten durchschnittlich vier Wochen stationär. Heute sind es rund drei Tage.
Die Folge: Immer mehr Behandlung findet ambulant statt. Das entlastet Kliniken, stellt aber auch neue Anforderungen an die Versorgungsstruktur. Die Frage ist, ob die niederschwelligen Angebote mit der steigenden Nachfrage Schritt halten können.
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