Psychiatrie: Göttingen baut häusliche Behandlung auf 100 Plätze aus
07.06.2026 - 23:51:25 | boerse-global.de
Das Asklepios Fachklinikum Göttingen will seine Kapazitäten für die stationsäquivalente Behandlung (StäB) von 75 auf 100 Plätze erhöhen. Das Klinikum gilt bereits jetzt als bundesweiter Vorreiter.
Behandlung im Wohnzimmer statt auf Station
Chronische Erschöpfung und psychische Belastungen können oft mit körperlichen Prozessen zusammenhängen. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt, wie Sie stille Entzündungen im Körper erkennen und durch gezielte Ernährung Ihre Energie und Vitalität zurückgewinnen. Kostenlosen Ratgeber zur antientzündlichen Ernährung sichern
Seit 2022 bietet das Klinikum psychiatrische Versorgung direkt im häuslichen Umfeld an. Patienten erhalten eine intensive therapeutische Betreuung – ohne dafür ins Krankenhaus zu müssen. Ein multiprofessionelles Team führt tägliche Hausbesuche durch und ergänzt die persönliche Betreuung durch Online-Psychotherapie.
Das Versorgungsgebiet reicht weit über Göttingen hinaus: Duderstadt, Goslar, Heiligenstadt und Hann. Münden sind ebenfalls angebunden.
Wann die Klinik doch nötig bleibt
Trotz des Ausbaus häuslicher Angebote: Die stationäre Aufnahme bleibt unverzichtbar. Professor Ulrich Hegerl von der Stiftung Deutsche Depressionshilfe betont, dass ein Klinikaufenthalt bei akuter Suizidalität, schweren therapieresistenten Depressionen oder komplexen Medikamenteneinstellungen notwendig sei.
Die Klinik biete einen strukturierten Tagesablauf und soziale Interaktion in der Gruppe – für viele Betroffene eine wichtige Entlastung. Die Entlassung erfolgt erst, wenn die Symptome stabilisiert sind und eine lückenlose Weiterversorgung sichergestellt ist. Genau hier setzt das StäB-Modell als Brücke zwischen Klinik und Alltag an.
Wirtschaftlicher Gegenwind für die Psychiatrie
Eine ganzheitliche Gesundheitsvorsorge beginnt oft bei den eigenen Werten, die im hektischen Alltag untergehen können. Erfahren Sie in diesem kostenlosen 25-Seiten-Report, wie Sie Ihre Laborwerte selbst richtig deuten und Mangelerscheinungen frühzeitig entgegenwirken. Kostenlosen Laborwerte-Selbstcheck jetzt herunterladen
Der Ausbau ambulanter Angebote findet unter schwierigen Rahmenbedingungen statt. Heike Winter, Präsidentin der Psychotherapeutenkammer Hessen, warnt vor den Folgen des GKV-Beitragsstabilisierungsgesetzes. Die geplanten Honorarkürzungen von 20 bis 30 Prozent könnten die Versorgung massiv einschränken.
Schon jetzt betragen Wartezeiten auf Therapieplätze oft mehrere Monate. Hessische Krankenhäuser rechnen mit deutlichen Erlöseinbußen in den kommenden Jahren – mit Folgen für die Notfallversorgung und die flächendeckende Struktur.
Vor diesem Hintergrund gewinnen effiziente Modelle wie die Göttinger StäB-Plätze zusätzlich an Bedeutung. Sie könnten zum Blaupause für eine psychiatrische Versorgung der Zukunft werden: weniger Klinikaufenthalte, mehr Behandlung dort, wo die Patienten leben.
So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!
Für. Immer. Kostenlos.
