Psoriasis-Arthritis, Biologikum

Psoriasis-Arthritis: Neues Biologikum stoppt Gelenkschäden zu 57%

29.05.2026 - 22:31:19 | boerse-global.de

Studien zeigen Fortschritte bei Biologika gegen Arthritis, während Ernährung und Diagnose weiterhin zentrale Herausforderungen bleiben.

Psoriasis-Arthritis: Neues Biologikum stoppt Gelenkschäden zu 57% - Foto: über boerse-global.de
Psoriasis-Arthritis: Neues Biologikum stoppt Gelenkschäden zu 57% - Foto: über boerse-global.de

Ernährung, Medikamente und Früherkennung – ein Überblick über die aktuellen Entwicklungen.

Die Forschung liefert immer neue Erkenntnisse zur Behandlung und Vorbeugung von Gelenkerkrankungen. Aktuelle Studien aus Mai und Juni 2026 zeigen: Die richtige Kombination aus Medikamenten, Ernährung und Bewegung kann den Verlauf von Arthrose und Arthritis deutlich beeinflussen. Besonders vielversprechend sind neue biologische Wirkstoffe und gezielte Ernährungsstrategien.

Fortschritte bei biologischen Medikamenten

Ein Meilenstein in der Behandlung der Psoriasis-Arthritis (PsA): Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat die Zulassung für das Biologikum TREMFYA (Guselkumab) erweitert. Die Phase-3b-APEX-Studie belegte, dass das Medikament strukturelle Gelenkschäden wirksam verhindert. Patienten, die nach 24 Wochen von einem Placebo auf den Wirkstoff umstellten, zeigten eine 57-prozentige Reduktion der radiologischen Progression.

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Noch bedeutender: Mehrere Studien – darunter RAPSODI, PACE und HIPPOCRATES – deuten darauf hin, dass Biologika den Übergang von Schuppenflechte zur manifesten Psoriasis-Arthritis um rund 34 Prozent senken können. Moderne Bildgebungsverfahren wie Ultraschall und MRT erkennen dabei subklinische Entzündungen, die bei bis zu 40 Prozent der Betroffenen auftreten, bevor Symptome sichtbar werden.

Auch bei der Arthrose gibt es neue Hoffnung: Eine am 1. Juni 2026 im International Immunopharmacology veröffentlichte Studie untersuchte den Wirkstoff Bergapten. Demnach hemmt die Substanz den PI3K/AKT/mTOR-Signalweg, aktiviert die Mitophagie und unterdrückt die Pyroptose – allesamt Schlüsselprozesse im Krankheitsverlauf.

Die Macht der Ernährung

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt eine vielfältige, pflanzlich orientierte Kost zur Bekämpfung systemischer Entzündungen. Konkret raten Experten zu 30 verschiedenen pflanzlichen Lebensmitteln pro Woche – das fördert die Darmgesundheit und senkt Entzündungswerte. Wichtig: Es gibt kein starres Schema, die Ernährung muss individuell angepasst werden.

Spannende Daten liefert eine aktuelle Studie im JAMA Network Open: Sie analysierte 1,9 Millionen Supermarkteinkäufe von über 1.100 Verbrauchern. Das Ergebnis: Menschen unter GLP-1-Therapie (bekannt aus Abnehmmedikamenten) reduzierten ihren Konsum von Zucker, Fetten und stark verarbeiteten Produkten deutlich. Die durchschnittliche Energiedichte ihrer Einkäufe sank von 209,4 auf 207,3 kcal pro 100 Gramm.

Fürs Gewichtsmanagement bei Gelenkproblemen zeigte eine 12-Monats-Studie mit 165 Teilnehmern: Intervallfasten im 4:3-Rhythmus war effektiver als tägliche Kalorienrestriktion. Die Fastengruppe berichtete von weniger Heißhungerattacken und nahm signifikant mehr ab.

Gefährliche Zusatzstoffe im Essen

Doch nicht jede Ernährungsweise tut den Gelenken gut. Eine französische Studie mit 112.000 Teilnehmern warnt vor Lebensmittelzusatzstoffen. Hohe Aufnahmen von Natriumnitrit, Kaliumsorbat, Zitronensäure und Ascorbinsäure – häufig in Fertiggerichten, Wurstwaren und Softdrinks – sind mit einem 29 Prozent erhöhten Risiko für Bluthochdruck verbunden.

Auch die Produktqualität gibt Anlass zur Sorge. Ende Mai 2026 rief der Discounter Rossmann Bio-Dinkelwaffeln wegen erhöhter Ochratoxin-A-Werte (Schimmelpilzgift) zurück. Der Öko-Test bemängelte zudem bei 14 getesteten Brioche-Burgerbrötchen Pestizidrückstände wie Deltamethrin und Pirimiphos-methyl sowie einen zu hohen Salzgehalt.

Nahrungsergänzungsmittel unter der Lupe

Die Branche der Nahrungsergänzungsmittel steht in der Kritik. Eine Untersuchung des Öko-Test vom Juni 2026 zu 28 Magnesiumprodukten ergab: Die Hälfte der Präparate war überdosiert. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt maximal 250 mg pro Tag. Viele Produkte seien für Menschen mit ausgewogener Ernährung unnötig, kritisiert die Zeitschrift – besonders die enthaltenen Süßstoffe und Emulgatoren.

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Für Frauen über 40 bleibt die Knochengesundheit ein zentrales Thema. In den ersten zehn Jahren nach den Wechseljahren kann die Knochendichte um bis zu 20 Prozent abnehmen. Experten der Universität Ulm empfehlen progressives Krafttraining kombiniert mit 1.000 mg Calcium täglich sowie Vitamin D und Eiweiß.

Zur Unterstützung der Muskelleistung raten Sportmediziner zu 3 Gramm Kreatin-Monohydrat pro Tag – das hilft bei hochintensiven Trainingseinheiten. Allerdings: Die Proteinzufuhr bleibt wichtiger als Kreatin. Menschen mit Nierenerkrankungen sollten Vorsicht walten lassen.

Diagnose: Oft ein langer Weg

Die Diagnose von Gelenkerkrankungen bleibt eine Herausforderung. Eine Studie vom 28. Mai 2026 zeigt: Gicht kann auch bei normalen Harnsäurewerten auftreten – die Standardmarker reichen nicht immer aus.

Besonders alarmierend sind Daten aus Schottland, wo rund 1,7 Millionen Menschen mit Arthritis leben. 38 Prozent der Betroffenen gaben an, ihre Diagnose sei zu spät gestellt worden. Ein dokumentierter Fall: Eine Patientin litt 35 Jahre lang unter Schmerzen, bevor sie im Alter von 50 Jahren korrekt mit Arthrose diagnosediagnostiziert wurde – ein erschreckendes Beispiel für die Lücke zwischen Symptombeginn und wirksamer Behandlung.

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