Psoriasis-Arthritis, Biopsie-gesteuerte

Psoriasis-Arthritis: Biopsie-gesteuerte Therapie hebt Ansprechrate auf 68%

08.06.2026 - 22:09:13 | boerse-global.de

Personalisiertes Vorgehen per Synovialbiopsie steigert Ansprechrate bei Psoriasis-Arthritis deutlich. Neue Zelltherapie zeigt lang anhaltende Erfolge bei Myositis.

Rheumatologie-Kongress London: Neue Therapien und Biopsie-Erfolge
Psoriasis-Arthritis - Eine stilisierte menschliche Hand mit leuchtenden, durchscheinenden Venen und Arterien, die Präzisionsmedizin darstellt. 08.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Vom 3. bis 6. Juni 2026 standen personalisierte Therapien und innovative Wirkstoffe im Fokus.

Präzisionsmedizin: Biopsie statt Standardverfahren

Die Behandlung der Psoriasis-Arthritis (PsA) wird zielgerichteter. Eine Studie mit 35 Probanden zeigt: Wer seine Therapie per Synovialbiopsie steuern lässt, hat deutlich bessere Chancen. Die Ansprechrate stieg von 45 Prozent auf 68 Prozent.

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Besonders Patienten mit einem CD117-positiven myeloischen Pathotyp profitieren. Sie sprechen besser auf IL-17/IL-23-Hemmer an als auf klassische Anti-TNF-Präparate.

Ernährung allein reicht nicht

Kann man Psoriasis-Arthritis wegdiaten? Eine Studie mit 92 Teilnehmern gibt eine klare Antwort: Entscheidend ist der Gewichtsverlust, nicht die Ernährungsform. Die mediterrane Diät ohne Kalorienrestriktion zeigte keinen eigenständigen Vorteil gegenüber Standardberatung.

Bei Gicht gibt es einen vielversprechenden Kandidaten. Die Phase-3-Studie zu HR091506 mit 450 Patienten belegt: Die Retardformulierung senkt Harnsäure besser als der etablierte Wirkstoff Febuxostat.

Systemische Sklerose: Risiken und neue Angriffspunkte

Herzkomplikationen bei systemischer Sklerose (SSc) sind selten, aber gefährlich. Das SOLAR-Register beziffert die Prävalenz einer primären kardialen Beteiligung auf 6,5 Prozent. Risikofaktoren sind höheres Alter, diffuser kutaner Subtyp und pulmonale Hypertonie.

Die VEDOSS-Studie nutzte maschinelles Lernen zur Risikostratifizierung. Das Ergebnis: Drei Cluster, eines mit 58 Prozent Progressionsrisiko. Betroffen sind ältere Patienten mit hoher Entzündungslast und früher kardiopulmonaler Beteiligung.

Forscher identifizierten PDE4B als potenzielles therapeutisches Ziel. Das Protein ist in Lunge, Haut und Immunzellen von SSc-Patienten hochreguliert. Ein neuer Ansatz für Medikamente zeichnet sich ab.

Zelltherapie: CAAR-T-Zellen auf dem Vormarsch

Cabaletta Bio präsentierte Daten zu Rese-Cel. In einer Phase-1/2-Studie zur Myositis erreichten über 80 Prozent der Patienten den primären Endpunkt. Alle Responder konnten ihre bisherige Medikation komplett absetzen – der Erfolg hielt über 1,5 Jahre an.

Die Zulassungseinreichung für Dermatomyositis ist für die zweite Jahreshälfte 2027 geplant.

Präklinisch gibt es Neues von ATG-207. Das bifunktionelle Fusionsprotein induzierte in Mausmodellen für Multiple Sklerose und Colitis regulatorische T-Zellen. Die Freisetzung von IL-6 und TNF-? ging zurück.

Patientenunterstützung: Nationale Initiativen im Vergleich

Neben Medikamenten standen organisatorische Verbesserungen im Fokus:

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  • Zypern erhöhte die erstatteten Physiotherapie-Sitzungen von 9 auf bis zu 42 (je nach Diagnose).
  • Dänemark verzeichnete hohe Nachfrage nach multidisziplinärer Beratung – vor allem von Frauen.
  • Großbritannien entwickelte spezielle Ressourcen für Frauen mit rheumatoider Arthritis in der Menopause.

Die Deutsche Rheuma-Liga forderte eine bessere Arzt-Patienten-Kommunikation. Besonders ältere Patienten und psychische Gesundheit müssten stärker berücksichtigt werden.

Der Kongress endete am 6. Juni. Die aufgezeichneten Sitzungen bleiben bis Jahresende on-demand verfügbar. Nächstes Jahr trifft sich die Fachwelt in Berlin.

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