Psilocybin-Studie startet: Schutz vor Chemo-Nebenwirkungen ab November
Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 22:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In der onkologischen Forschung gewinnen pflanzliche Inhaltsstoffe als potenzielle Ergänzung zu herkömmlichen Behandlungsmethoden zunehmend an Bedeutung. Wissenschaftler der Universitas Gadjah Mada (UGM) untersuchen derzeit im Rahmen des PKM-RE-Programms „Bixinhope“ die Anwendung von Biji Kesumba Keling (Bixa orellana) als adjuvante Therapieoption bei triple-negativem Brustkrebs (TNBC).
Diese Krebsform gilt als besonders aggressiv. Hintergrund der Forschungsbemühungen sind Daten des Global Cancer Observatory aus dem Jahr 2022, die weltweit 2,3 Millionen neue Brustkrebsfälle und 670.000 Todesfälle verzeichneten.
Untersuchung von Bixin und Acetogenin bei Tumorerkrankungen
Das Forschungsteam der UGM konzentriert sich bei seinen In-vitro-Tests an MDA-MB-231-Zellen auf die Hemmung des Enzyms MMP-9. Als entscheidende bioaktive Komponenten wurden dabei die Senföle Bixin und Norbixin identifiziert.
Parallel dazu verfolgen Wissenschaftler der Universitas Brawijaya (FK-UB) einen Ansatz zur Behandlung von Gebärmutterhalskrebs. Ein dortiges Team entwickelte die sogenannte SUPER NOVA-Kapsel, die auf Acetogenin aus Sauersack-Blättern (Daun Sirsak) basiert.
Für diese Innovation wurde die Gruppe im Juli 2026 bei der JDIE in Osaka mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Bisher stützen sich die Ergebnisse auf In-silico-Untersuchungen mittels Molecular Docking; klinische In-vitro- oder In-vivo-Tests stehen noch aus. Eine detaillierte Publikation der Ergebnisse ist für September 2026 vorgesehen.
Ergänzend dazu deutet eine populationsbasierte Querschnittsstudie im International Journal of Gynecology & Obstetrics vom September 2026 darauf hin, dass die Aufnahme von Antioxidanzien über die Ernährung eine Rolle bei der Prävention von Gebärmutterhalskrebs spielen könnte.
Supportive Ansätze und neuroprotektive Forschung
Neben der direkten Tumorbekämpfung rückt die Linderung von Nebenwirkungen der Chemotherapie in den Fokus. Ein Forschungsteam um Mario Heles vom MD Anderson Cancer Center in Houston veröffentlichte im September 2026 eine Studie im Fachmagazin Science, wonach Psilocybin vor chemotherapieinduzierter peripherer Neuropathie schützen könnte.
Die Nachricht klingt wie ein Durchbruch: Psilocybin schützte Mäuse vor den Nervenschäden der Chemotherapie, bis zu acht Monate lang. Doch die klinische Studie mit rund 80 Patientinnen und Patienten startet erst im November — erste Ergebnisse werden nicht vor 2029 erwartet. Unser kostenloser Leitfaden ordnet die Studienlage verständlich ein und zeigt, welche pflanzlichen Begleittherapien heute wirklich belegt sind. Leitfaden zur Psilocybin-Studie jetzt anfordern
In Versuchen mit Mäusen zeigten zwei prophylaktische Dosen vor jedem Behandlungszyklus eine Schutzwirkung über einen Zeitraum von bis zu acht Monaten. Eine klinische Studie mit etwa 80 Patienten soll im November 2026 am MD Anderson starten, erste Ergebnisse werden für Anfang 2029 erwartet.
Ein weiteres Team der UGM testete zudem Extrakte aus Moringa-Blättern (Moringa oleifera) an Mäusen, um die Auswirkungen von chronischem sozialem Stress zu untersuchen. Ziel dieser Forschung ist die Neuroprotektion, wobei insbesondere die Reduzierung von Stressmarkern und der Schutz des Hippocampus im Vordergrund stehen.
Risiken hochdosierter Supplementierung und Wechselwirkungen
Trotz der Potenziale mahnen Experten zur Vorsicht bei der unkontrollierten Einnahme von Präparaten. Auf dem EUROTOX-Kongress in Wien Mitte September 2026 warnte Univ.-Prof. Dr. Doris Marko vor den Gefahren hochdosierter Nahrungsergänzungsmittel. Diese könnten die Wirkung einer Chemotherapie neutralisieren oder unerwünschte Nebenwirkungen verstärken.
Besonders kritisch bewertete die Expertin Isoflavone aus der Sojabohne bei hormonabhängigen Tumoren. Zudem wurde darauf hingewiesen, dass Aktivkohle in Trend-Getränken die Wirkung der Antibabypille aufheben kann. Ein weiteres Risiko stellen Aflatoxine in verschimmelten Vorräten wie Nüssen, Getreide oder pflanzlichen Milchalternativen dar, die als krebserregend eingestuft werden.
Erkenntnisse zu Phytocannabinoiden und Lebergesundheit
Viele Angehörige greifen während der Chemotherapie zu Nahrungsergänzungsmitteln — und ahnen nicht, dass hochdosierte Präparate die Therapie abschwächen oder Nebenwirkungen verstärken können. Besonders Isoflavone aus Soja gelten bei hormonabhängigen Tumoren als problematisch. Unser kostenloser Leitfaden bündelt die Warnungen der Fachwelt in einer Checkliste und liefert Ihnen einen Fragenkatalog für das nächste Arztgespräch. Checkliste für das Arztgespräch sichern
In einer im Juli 2026 veröffentlichten Übersichtsarbeit im Journal of Herbal Medicine legte ein indisches Forschungsteam dar, dass Phytocannabinoide wie CBD, THC, THCV und CBG die Lebergesundheit über die Darm-Leber-Achse beeinflussen können. Diese Stoffe fördern demnach nützliche Darmbakterien, benötigen jedoch weitere randomisierte kontrollierte Studien zur Bestätigung der hepatoprotektiven Wirkung.
Ergänzend dazu zeigte eine Studie der Central South University in China im August 2026, dass Liquiritigenin aus chinesischem Süßholz die Fettansammlung in der Leber reduzieren kann. In der europäischen Phytotherapie bleibt zudem die Brennnesselwurzel ein anerkannter Standard zur Linderung von Prostatabeschwerden, was durch entsprechende Monografien der EMA gestützt wird.
