Psilocybin: Pilzwirkstoff schützt vor Chemotherapie-Nervenschäden
Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 10:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Menschen behandeln Krankheiten seit Jahrtausenden mit Pflanzen und Mineralien – Skelettfunde auf Sulawesi belegen laut einer in Science Advances veröffentlichten Studie bereits Betelnuss-Konsum vor 25.000 bis 16.000 Jahren sowie in einer jüngeren Phase vor 7.600 bis 6.300 Jahren.
Heute rückt die Forschung mit ähnlichem Interesse Pilze, Gewürze und andere Naturstoffe in den Fokus, wenn es um die Linderung von Entzündungsfolgen und Nebenwirkungen belastender Therapien geht.
Psilocybin gegen Nervenschäden durch Chemotherapie
Eine in Science veröffentlichte Studie zeigt laut einem Bericht von welt.de vom 14. September 2026, dass Psilocybin Mäuse vor chemotherapieinduzierter peripherer Neuropathie (CIPN) schützen kann – und zwar über einen Zeitraum von bis zu acht Monaten.
Die Wirkung laufe über den Serotonin-Rezeptor. Am MD Anderson Cancer Center soll im November eine klinische Studie an rund 80 Patienten mit unter anderem Brust- und Darmkrebs starten; erste Resultate werden demnach nicht vor Anfang 2029 erwartet.
Zeolith: Aluminium bleibt laut Studien im Kristallgitter gebunden
Ein wiederkehrender Kritikpunkt an mineralischen Naturheilmitteln betrifft den Aluminiumgehalt von Zeolith. Prof. Dr. Peter C. Dartsch erklärte laut einem Bericht von onprnews.com vom 14. September 2026, dass das Aluminium im Zeolith fest im Kristallgitter liege und nicht freigesetzt werde.
Eine 2022 publizierte klinische Studie mit PMA-Zeolith habe keine Aluminium- oder Bleifreisetzung ins Blut nachgewiesen. Bei Langzeitanwendung über vier Jahre hätten die Aluminiumwerte in der PMA-Zeolith-Gruppe sogar signifikant niedriger gelegen; über zwölf Monate sei zudem kein Mineralstoffverlust bei Eisen, Natrium, Kalium, Kalzium, Magnesium und Zink festgestellt worden.
Hederagenin: Hoffnung für die Niere, aber ohne Humandaten
Der Pflanzenstoff Hederagenin, der in Efeu, Schwarzkümmel und der Traditionellen Chinesischen Medizin vorkommt, reaktiviert laut einer im Chinese Journal of Natural Medicines im August 2026 veröffentlichten Studie das sogenannte Klotho-Gen.
In Zellversuchen und bei Mäusen reduzierte die Substanz demnach Nierenalterung, Fibrose und DNA-Schäden. Eine zwölfwöchige orale Gabe bei diabetischen Mäusen senkte laut heilpraxisnet.de Serumkreatinin, Harnstoff-Stickstoff und die 24-Stunden-Proteinurie. Humandaten fehlen den Berichten zufolge bislang vollständig.
Kurkuma und Curcumin: Verbreitetes Mittel mit begrenzter Bioverfügbarkeit
Kurkuma zählt zu den meistuntersuchten Naturstoffen überhaupt – laut einem Bericht von iamchef.pro vom 15. September 2026 existieren über 15.000 PubMed-Arbeiten dazu. Der Wirkstoff Curcumin mache jedoch nur 2 bis 5 Prozent der Pulvermasse aus; ein Teelöffel (3 Gramm) enthalte demnach etwa 60 bis 150 Milligramm Curcumin sowie 1,24 Milligramm Eisen und 0,58 Milligramm Mangan.
Studien deuten laut demselben Bericht darauf hin, dass Curcumin in Dosen von 500 bis 1.000 Milligramm täglich den CRP-Wert senken und Arthrose-Schmerzen lindern kann. Bei Dosen über 1.000 Milligramm pro Tag drohten jedoch Übelkeit, Gallensteine und Wechselwirkungen mit Blutverdünnern.
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Weitere Mechanismen beschreibt ein Bericht von resterconnecte.com vom 14. September 2026: Curcumin hemme demnach NF-kB, senke oxidativen Stress und könne laut Tierstudien und ersten klinischen Beobachtungen die Freisetzung von CRH und ACTH dämpfen sowie BDNF fördern.
Über den AMPK-Weg verbessere es zudem die Insulinsensitivität und schütze Beta-Zellen. Die Wirkung auf Sexualhormone wie Östrogen, Progesteron und Testosteron sei beim Menschen jedoch nicht abschließend validiert, die Bioverfügbarkeit generell gering.
Autoimmunerkrankungen: Ergänzung statt Ersatz
Bei Autoimmunerkrankungen, die in der Regel nicht heilbar sind, setzen Fachleute laut einem Bericht von kuechenfibel.de vom 15. September 2026 auf entzündungshemmende Ernährung, Stressreduktion, Bewegung und Vitamin D zur Linderung. Eine Vitamin-D-Supplementierung von 2000 IE täglich scheine das Erkrankungsrisiko zu reduzieren.
Als schwerste Form gilt die systemische Sklerose; medikamentös kommen demnach weiterhin Immunsuppressiva wie Azathioprin, Methotrexat und Ciclosporin sowie Kortikosteroide wie Prednison zum Einsatz – Naturheilkundliche Ansätze werden hier also als Ergänzung, nicht als Ersatz der Standardtherapie diskutiert.
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Karottensaft und die Nierenfunktion
Auch bei Nierenbelastungen richtet sich der Blick auf pflanzliche Unterstützung. Die Nieren erhalten laut resterconnecte.com rund 20 Prozent des Herzminutenvolumens. Karottensaft liefere Beta-Carotin, Kalium, Vitamin B6, Biotin und Vitamin K und wirke sanft diuretisch.
Bei bestehender Niereninsuffizienz drohe durch den Kaliumgehalt jedoch eine Hyperkaliämie. Der Oxalsäuregehalt von Karotten sei geringer als bei Spinat, Roter Bete oder Mangold; ein Glas Karottensaft täglich führe bei stoffwechselgesunden Menschen nicht zu Nierensteinen.
Vorsicht vor unbelegten Heilsversprechen
Nicht jeder vermeintliche Naturheilstoff hält wissenschaftlicher Prüfung stand. Die Behauptung, das Tierentwurmungsmittel Fenbendazol könne Krebs heilen, ist laut einem Bericht von 20min.ch vom 15. September 2026 unbelegt.
Die zugrunde liegende „Studie" aus dem Fachjournal Case Reports in Oncology vom Mai 2025 habe lediglich aus drei Fallberichten bestanden und sei im Januar 2026 wegen eines nicht offengelegten Interessenkonflikts des Erstautors zurückgezogen worden. Fenbendazol ist demnach nur für den tiermedizinischen Gebrauch zugelassen; seriöse klinische Studien am Menschen fehlten.
Fazit: Vielversprechende Ansätze, aber überwiegend präklinisch
Die aktuelle Forschungslage zeigt ein gemischtes Bild: Während Substanzen wie Psilocybin und Hederagenin in Tiermodellen bemerkenswerte Effekte gegen Entzündungsfolgen zeigen, stehen belastbare Humandaten in vielen Fällen noch aus.
Bei etablierten Mitteln wie Curcumin oder Zeolith liefern Studien konkretere Hinweise auf Nutzen und Grenzen, während Fälle wie Fenbendazol zeigen, wie schnell unbelegte Heilsversprechen kursieren können. Für Betroffene bleibt daher die Einordnung durch Fachpersonal entscheidend, bevor naturheilkundliche Ansätze in eine bestehende Therapie integriert werden.
