Prüfungsstress, Blutzucker

Prüfungsstress: Blutzucker gesunder Studierender steigt auf über 110 mg/ dl

Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 08:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Messungen bei 22 Medizinstudierenden zeigen höhere Glukosewerte vor und während einer Prüfung; ein ursächlicher Zusammenhang bleibt offen.

Prüfungsstress verändert den Blutzucker gesunder Studierender messbar
Ein leerer, sonnendurchfluteter Hörsaal mit hölzernen Schreibtischreihen in einer ruhigen Universitätsumgebung. Illustration mit AI erstellt.

Akute psychische Belastungen können den Glukosestoffwechsel auch bei stoffwechselgesunden Personen messbar verändern. Eine Untersuchung der Charles University Prag, die beim Kongress der European Association for the Study of Diabetes (EASD) in Mailand (28. September bis 2. Oktober 2026) vorgestellt wurde, liefert detaillierte Einblicke in diese Dynamik.

Anhand kontinuierlicher Glukosemessungen dokumentierten Forschende, wie sich die Vorbereitung auf eine universitäre Prüfung und die Prüfungssituation selbst auf den Blutzuckerspiegel auswirken.

Deutlicher Glukoseanstieg vor und während der Prüfung

Für die Untersuchung stattete das Forschungsteam der Charles University 22 gesunde Medizinstudierende – 13 Frauen und 9 Männer – mit kontinuierlichen Glukosesensoren aus. Die Messungen erfolgten in Intervallen von 15 Minuten über einen Zeitraum, der vom siebten Tag vor bis zum dritten Tag nach einer Biochemieprüfung reichte.

Die erhobenen Sensordaten belegen eine stetige Zunahme der Werte mit herannahendem Prüfungstermin. Am Tag der Prüfung lag der Tagesmittelwert bei 90 mg/dl, was etwa 6 mg/dl über dem Mittelwert lag, der vier Tage vor dem Termin registriert worden war. Während der schriftlichen Prüfung stieg der Glukosewert im Mittel auf über 110 mg/dl an.

Parallel ausgewiesene Messwerte in Millimol pro Liter verdeutlichen den Verlauf: Der höchste durchschnittliche Tagesblutzucker wurde am Prüfungstag mit 5,72 mmol/L verzeichnet, verglichen mit 5,35 mmol/L vier Tage zuvor. Am Tag nach der Prüfung sank dieser Durchschnittswert wieder auf 5,42 mmol/L.

Bereits in den Ruhephasen zeichneten sich die Auswirkungen der Belastung ab. Während des Schlafs stieg der durchschnittliche Glukosewert von 4,70 mmol/L sieben Nächte vor dem Termin auf 4,93 mmol/L in der Nacht unmittelbar vor der Prüfung. Während der eigentlichen Klausur kletterte der gemessene Durchschnittswert auf 6,14 mmol/L.

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Die kontinuierlichen Messungen der Prager Untersuchung zeigen: Schon in den Nächten vor der Prüfung stieg der durchschnittliche Glukosewert, während der Klausur lag er im Mittel über 110 mg/dl. Wer diese Dynamik kennt, kann mit Schlaf, Ernährung und Pausen gezielt gegensteuern. Kostenlosen Prüfungs-Guide anfordern

Physiologische Mechanismen und wissenschaftliche Einordnung

Die Auswertung der Charles University zeigte eine direkte Korrelation zwischen den erfassten Stresswerten und den Glukosekonzentrationen. Aus physiologischer Sicht spielen hierbei hormonelle Steuerungsmechanismen eine zentrale Rolle.

Fachberichten zufolge können Stresshormone wie Cortisol den Blutzucker direkt steigern. Zudem vermag anhaltender Stress auch Verhaltensfaktoren wie Schlaf, Bewegung, Ernährung sowie die allgemeine Selbstfürsorge zu beeinflussen.

Laut Jan Broz von der Charles University stellten die beobachteten Tagesmittelwerte kurzfristig keine Gefahr für die gesunden Probanden dar. Allerdings wies Broz darauf hin, dass wiederholter Prüfungsstress über Monate hinweg die Stoffwechselgesundheit beeinträchtigen könnte.

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Wiederholter Prüfungsstress über Monate könnte die Stoffwechselgesundheit beeinträchtigen — darauf weist der Studienleiter selbst hin. Wer sein Studium über mehrere Prüfungsphasen plant, findet hier einen Leitfaden für Ernährung, Schlaf und Stressmanagement. Leitfaden für die Prüfungsphase sichern

Gleichzeitig unterliegen die Ergebnisse methodischen Einschränkungen. Das Forschungsteam verweist darauf, dass die Stichprobengröße mit 22 Teilnehmenden gering war und lediglich eine einzelne Prüfungssituation erfasst wurde.

Ein kausaler Zusammenhang gilt durch die vorliegenden Beobachtungen als noch nicht abschließend belegt. Dennoch liefert die Untersuchung wichtige Anhaltspunkte dafür, wie sensibel das metabolische System selbst bei jungen, gesunden Erwachsenen auf akute psychische Belastungsfaktoren reagiert.

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